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Sonntag, 21. November 2004
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Kinderrechte: Kurzfilm, Fotos und Zeitungsberichte

ds/pvr. In einem Projekt der Gruppe «Brücken» haben sich Kinder und Jugendliche vom Bödeli mit dem Thema des diesjährigen Internationalen Tages der Kinderrechte – «Kinder mit Migrationshintergrund» – auseinandergesetzt und in Gruppen einen Kurzfilm, Fotos sowie Zeitungsberichte erarbeitet. Die Resultate waren in Interlaken am Samstag, 20. November 2004 von 16 bis 20 Uhr zu sehen.

Gemeinderat Nils von Allmen: «Anderssein eine grosse Chance für die Gesellschaft eines Landes.» (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

Neben einem offiziellen Festakt standen in Interlaken im Beatushus bei der katholischen Kirche unter dem Motto «Wir sind da – Kinder aus anderen Ländern wirken mit» – siehe auch Interlaken: Fest zum «Tag der Kinderrechte» vom Samstag, 20. November 2004 – ein Kulturbazar des Jugendparlaments, Märchen aus aller Welt, Breakdance-Einlagen und eine Lesung des italienischen Schriftstellers Francesco Micieli auf dem Programm. – Der Interlakner Gemeinderat Nils von Allmen zeigte sich in einer Ansprache von den Resultaten der Workshops begeistert: «Es wurde sehr viel gearbeitet und was dabei herausgekommen ist, hat mich wirklich beeindruckt.» Das ganze Thema um den Kinderrechtstag sei so umfangreich, dass er für seine kleine Ansprache keinen offiziellen, sondern einen ganz persönlichen Ansatz gewählt habe: «Wenn wir ‹blödeln›», sage er seinen drei- und vierjährigen Kindern, die Kinder gehörten den Eltern, die Eltern seien die Chefs, Kinder hätten zu gehorchen und Kinder dürfe man ärgern, necken und kitzeln. Dem hielten die Kinder dann aber ganz klar entgegen, dass dies nicht so sei. Eltern seien da um mit Kindern zu spielen, mit ihnen ins Hallenbad zu gehen, «Liedleni» zu singen, Bücher vorzulesen, zu trösten, wenn sie traurig sind oder pflegen, wenn sie krank sind oder um sie Sachen zu lehren. Damit zählten die Kinder ganz selbstverständlich einzelne Punkte auf, die in der Kinderrechtskonvention in irgend einer Form auch erwähnt seien, führte von Allmen aus. Aus der Sicht von Vierjährigen seien diese Punkte also ganz normal und selbstverständlich: «Und damit haben Sie ja auch Recht – sollte man meinen – doch das ist eben nicht immer so.» Punkte wie Diskriminierung, Ausgrenzung oder Ausländer seien für Kinder in diesem Alter kein Thema. «Sie fragen vielleicht bloss: Wie spricht der, warum hat die eine andere Hautfarbe, woher kommen jene?» Daraus schliesse er, dass diese Punkte nicht von Anfang an in «einem drin» seien, sondern wohl eher die Resultate von Vorurteilen (meist die der Eltern), eigenen Erfahrungen und Ängsten, die sich daraus ergäben. Dies führe dann automatisch zu mangelnder Toleranz, Ausgrenzung und eben fehlender Integration: «Dabei ist das Anderssein eine grosse Chance für die Gesellschaft eines Landes – fremdes Wissen und fremde Kulturen bringen einen doch weiter.»

Integration geht auch durch den Magen: Junge Italienerinnen präsentierten am Kulturbazar kulinarische Spezialitäten aus ihrer Heimt.

In der Schweiz lebten über 300'000 bis 15 Jahre alte Kinder mit fremdländischen Wurzeln, also beinahe jedes vierte Kind, erinnerte von Allmen. Die meisten beherrschten unsere Sprache – die wichtigste Voraussetzung für die Integration sei also gegeben, sollte man meinen: «Aber wir schliessen aus, statt zu beteiligen – und da machen sich beide Seiten das Leben schwer.» Mit beiden Seiten meine er nicht Schweizer oder Nichtschweizer, «sondern meine Seite und die andere Seite, wer auch immer sie vertritt – da kommen uns von beiden Seiten unsere Vorurteile, unser Unwissen, die eigenen Erfahrungen und unsere Ängste in die Quere». Und dort spielten die Eltern der Kinder eine ganz entscheidende Rolle: «Kinder können oder könnten sich sehr leicht ihrem natürlichen oder neuen Umfeld anpassen.» Die Eltern machten aber zum Teil andere Erfahrungen und prägten ihre Kinder dadurch auch wieder – auf beiden Seiten: «Denn schlechte Erfahrungen machen wir meist nur, wenn wir mit mangelndem Respekt, mit Vorurteilen oder mit Ängsten jemand Fremden begegnen.» Und da seien alle gefordert, mahnte von Allmen: «Kindern, Eltern, meine Seite, die andere Seite.» Also müssten wir offen sein für andere – beidseitig: «Also müssen wir neugierig sein auf andere Kulturen – beidseitig; also müssen wir uns die Integration vorleben – allseitig, die Eltern den Kindern, die Kinder den Eltern, meine Seite der anderen Seite, die andere Seite mir.

Fotoworkshop: «Sehr schnell ein gutes Auge für Bilder bekommen.»

Der Fotoworkshop fand unter Anleitung von «Jungfrauzeitung»-Redaktor Christian Iseli an zwei Wochenenden statt, dazu sei ein Abend für die gemeinsame Fotoauswahl gekommen. Am ersten Weekend besuchten laut Iseli drei Teilnehmer den Kurs und am zweiten Wochenende seien drei weitere dazugekommen. Die Theorie der Fotografie sei nur kurz behandelt worden: «Sinn war, die Teilnehmer möglichst schnell auf die Objekte losgehen zu können.» Zuvor habe er einige Tips und Erklärungen abgegeben: «Die Kiddies lernten den Umgang mit den Kameras, die uns Nikon sehr günstig zur Verfügung stellte, sehr schnell.» Besonders habe ihn gefreut, dass die Teilnehmer auch sehr schnell ein gutes Auge für Bilder bekommen und den «Foto-Groove» in sich aufgenommen hätten. Am ersten Wochenende seien der Umgang mit den Kameras geübt, vor allem Porträtbilder von den Teilnehmern selber gemacht sowie eine Fotosession auf dem Schulhausplatz in Unterseen zum Thema Jugendgewalt und Ausgrenzung organisiert worden. Eine Kollegin Iselis habe vier Jugendliche bewegen können, sich als «Modelle» zur Verfügung zu stellen. Die Session habe den Kids grossen Spass gemacht und es seien sehr gute Bilder entstanden. Am zweiten Wochenende hätten die Teilnehmer sehr frei fotografiert und sich im Städtchen Unterseen bewegt: «Wir machten einige technische Vergleiche und es blieb auch genügend Zeit zum Experimentieren.» Am zweiten Tag des zweiten Weekends sei bei zum Thema «ausländische Familien im Schweizer Alltag» fotografiert worden.

Internationaler Tag der Kinderrechte – 20. November

Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen wurde am 20. November 1989 von der UNO-Generalversammlung angenommen. In ihr sind Grundrechte von Kindern festgehalten wie Recht auf Schutz vor körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Recht auf Meinungs- und Gedankenfreiheit oder Schutz vor Ausbeutung und Kinderarbeit.

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Berichte und Meldungen im November 2004

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Samstag, 27. November 2004 Mysterypark bei Interlaken:
Grosser Volkskulturanlass

Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Filmaufnahmen mit der Miss Schweiz auf dem Bödeli vom 27. Oktober 2004


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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004


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