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Donnerstag, 11. November 2004
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«Luchs-Killer» verurteilt – Pro Natura zahlt Belohnung aus

pd/bns. 7000 Franken setzte die Naturschutzorganisation Pro Natura als Belohnung für Hinweise zur Aufklärung einer Luchstötung aus. Pro Natura hat nun laut einer Medienmitteilung den Betrag ausbezahlt. Das Geld gehe als anonyme Spende an ein Projekt zum Schutz der Balkan-Luchse.

Am 30. Januar 2004 wurde laut Medienmitteilung zum ersten Mal ein Täter verurteilt, der vorsätzlich einen Luchs abgeschossen hatte: «Ein Jäger und pensionierter Förster aus Plasselb (Kanton Freiburg) war im Herbst 2003 auf frischer Tat ertappt worden und gab später noch weitere Luchstötungen zu.» Nachdem im Berner Oberland und in den Waadtländer Alpen Ende der neunziger Jahre gleich reihenweise Luchse umgebracht worden seien, habe Pro Natura im Sommer 2000 eine Belohnung von 7000 Franken für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung einer Luchstötung führen.

Pro Natura könne diese Belohnung nun ausbezahlen, heisst es in der Medienmitteilung: «Das Geld geht allerdings nicht an die mutigen Helfer der Justiz – diese verzichten auf die Belohnung und stellen sie als Spende für ein Luchsprojekt der Stiftung Euronatur im Balkan zur Verfügung.» Die Spender hätten zudem um Anonymität gebeten. Das Risiko von Racheakten der Luchsgegner sei zu gross: «Wenn sich Zeugen einer Luchstötung verstecken müssen, während sich der Täter in aller Öffentlichkeit mit seiner Tat brüstet, dann ist nicht nur der Luchs in Gefahr, sondern auch unser Rechtssystem», meint Artenschutzexperte Urs Tester von Pro Natura.

«Die erste Verurteilung eines Luchs-Killers zeigte bisher keine abschreckende Wirkung», heisst es in der Medienmitteilung von Pro Natura. Die Luchswilderei gehe weiter: «Im Frühling wurde ein Luchs im Kanton Freiburg vergiftet und in den Waadtländer Alpen starb ein Adler, der wohl von einem für den Luchs ausgelegten Giftköder gefressen hatte.» Die Berner Veterinäre hätten in einem am vergangenen Wochenende im Baselbiet überfahrenen Jungluchs eine Schrotkugel entdeckt. Auch diesem Tier hätten Wilderer also an den Kragen gewollt: «Wenn den Killern nicht endlich das Handwerk gelegt wird, könnte der Luchs ein zweites Mal aussterben.»

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