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sth/bns. Ein Entlastungsstollen zwischen dem Schiffahrtskanal und dem Kraftwerk soll der Bevölkerung am Thunersee und an der Aare einen besseren Schutz vor Hochwasser als das Massnahmenpaket des kantonalen Wasserbauplans bieten. Der Kanton Bern und die Stadt Thun haben laut einer Medienmitteilung beschlossen, das Projekt des Entlastungsstollens voranzutreiben und die ursprünglich vorgesehenen Massnahmen fallenzulassen.
Weitere Informationen unter www.hochwasserschutzthunersee.ch Die Idee des Entlastungsstollens war laut Medienmitteilung während der Erarbeitung des kantonalen Wasserbauplanes entstanden. Ausschlaggebend seien vertiefte Erkenntnisse über die hydraulischen Verhältnisse und den Auslauf aus dem Thuner See gewesen. Im Auftrag des Kantons Bern hätten Fachleute die neue Idee mit den ursprünglich vorgesehenen Massnahmen des kantonalen und generellen Wasserbauplans verglichen: «Untersucht wurden die Kosten des Entlastungsstollens sowie die Auswirkung der verschiedenen Massnahmen auf den Wasserstand im See, auf die Abflussmengen in der Aare und den Geschiebetrieb unterhalb von Thun.» Die Massnahmen seien mit einer Nutzwertanalyse miteinander verglichen worden. Die Evaluation komme zum Schluss, dass der Entlastungsstollen nicht nur einen höheren Schutz vor Hochwasser biete, sondern auch verschiedene andere Vorteile habe: «Deshalb haben sich der Kanton Bern, die Stadt Thun, die Anwohnerschaft, die BLS-Schiffahrt sowie die Naturschutz- und Fischereikreise darauf geeinigt, das Massnahmenpaket des kantonalen Wasserbauplans fallenzulassen und das Projekt des Entlastungsstollens voranzutreiben.» Entlang dem Bahntrassee Der geplante Entlastungsstollen führe vom Ende des Schiffahrtskanals rund 1,2 Kilometer entlang dem Bahntrassee bis unterhalb des Kraftwerks Thun Aare. Gebaut werden soll er mit einer Hydroschild-Tunnelbohrmaschine. Der Stollen werde so tief gelegt, dass weder beim Bau noch beim Betrieb mit Beeinträchtigungen an der Oberfläche zu rechnen sei. Vom Einlaufbauwerk im Schifffahrtskanal vor dem Bahnhof Thun werde ausser dem Rechen kaum etwas sichtbar sein. Die Verkehrsfläche am Bahnhofplatz bleibe vollständig erhalten. Die Fachleute schätzten die bautechnischen Risiken des Stollens als sehr gering ein. Aarebaggerung nicht mehr nötig Der Entlastungsstollen Schifffahrtskanal–Kraftwerk bringe eine höhere Abflusskapazität als die Massnahmen des kantonalen Wasserbauplans, verlautet im weiteren: «Beim Hochwasser von 1999 hätte der Seespiegel um zusätzliche rund acht Zentimeter gesenkt werden können.» Dank der mit dem Stollen geschaffenen Kapazitätsreserve könne auch auf die umstrittene Aarebaggerungen definitiv verzichtet werden. Im generellen Wasserbauplan sei diese Möglichkeit noch offen gelassen worden. BLS-Schiffahrt Keine negativen Auswirkungen für Bern Der Entlastungsstollen in Thun habe keine negativen Auswirkungen für Bern, heisst es im weiteren. Das Hochwasserrisiko werde tendenziell eher verringert. Eine Koordination mit den geplanten Hochwasserschutzmassnahmen der Stadt Bern im Raum Schwellenmätteli/Matte sei sinnvoll. Beide Projekte könnten aber auch unabhängig voneinander geplant und realisiert werden.
Berichte und Meldungen im November 2004
Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch) Archiv vom 4. Mai 1996 bis Ende des vergangenen Monats Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg
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