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Donnerstag, 11. November 2004
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Fahren mit Erdgas: Stadt Thun hat zwei Fahrzeuge beschafft

sth/bns. Mit der Beschaffung von zwei Kastenwagen mit Erdgasantrieb will die Stadt Thun einen Beitrag zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz leisten. Die beiden Fahrzeuge sind laut einer Medienmitteilung für die Stadtkanzlei und für das Tiefbauamt unterwegs.

Die Stadt Thun hat laut Medienmitteilung im Oktober als Ersatz für ältere Fahrzeuge zwei Kastenwagen des Typs Fiat Doblo SX 1.6 Bi-Power beschafft: «Diese sogenannten Bifuel-Fahrzeuge fahren mit Erdgas oder Benzin und werden für Kurierdienste der Stadtkanzlei und beim Tiefbauamt eingesetzt.» Die Stadt Thun habe sich erstmals für Erdgasautos entschieden, da diese viele Vorteile brächten. Dank weniger Abgasen schonten sie Luft und Klima und seien zudem auch leiser: «Beides wird gerade im innerstädtischen Einsatz geschätzt und positiv wahrgenommen.»

«Bewährt und wirtschaftlich interessant»

Die guten Erfahrungen der Energie Thun AG mit ihren sechs erdgasbetriebenen Fahrzeugen, vom Smart bis zum Lieferwagen, hätten die Stadt Thun in ihrem Beschluss bestärkt, heisst es in der Medienmitteilung. Der Preis von Erdgasfahrzeugen liege rund 2000 bis 3000 Franken über demjenigen entsprechender Benzinmodelle. Der Mehrpreis werde aber zurzeit durch einen Förderbeitrag des Gasverbundes Mittelland in der Höhe von maximal 3000 Franken übernommen. Anschaffung und Betrieb von Erdgasfahrzeugen seien auch wirtschaftlich interessant, da der heutige Erdgaspreis von zirka 1.55 Franken etwa einem Benzinäquivalent von 1.06 Franken entspreche: «Mit der ab 2007 geplanten Treibstoffsteuerermässigung wird dieser Preis nochmals um 30 beziehungsweise 20 Rappen pro Liter sinken.»

Grössere Modellauswahl – mehr Tankstellen

Das Fahren eines Erdgasfahrzeuges unterscheide sich nicht wesentlich von dem eines Benziners, heisst es im weiteren. Das Tanken sei einfach und sicher. Bei der Landi in Steffisburg stehe eine von bisher 45 öffentlichen Erdgastankstellen in der Schweiz: «Erdgasfahrzeuge erfüllen höchste Sicherheitsansprüche und erbringen nur unwesentlich geringere Leistungen als vergleichbare Benzinfahrzeuge.» Zurzeit würden neben Fiat die Automarken Citroën, Ford, Mercedes, Opel, Peugeot, Volkswagen und Volvo diverse Modelle anbieten. Auch Liefer- und Lastwagen sowie Busse mit Erdgasantrieb stünden in der Schweiz vereinzelt im Einsatz: «Die Auswahl an angebotenen Modellen und verkauften Fahrzeugen dürfte in der nächsten Zeit rasch wachsen.» Bereits im Jahr 2006 soll es in der Schweiz über hundert Erdgastankstellen geben. Im Moment prüfe auch die Spital Thun-Simmental AG die Anschaffung eines Erdgasfahrzeuges.

Thun geht mit gutem Beispiel voran

«Die Stadt macht mit dieser Beschaffung einen wichtigen Schritt zur vermehrten Berücksichtigung ökologischer Belange bei der Fahrzeugbeschaffung und leistet damit einen Beitrag zur Luftreinhaltung, zum Klima- und Gesundheitsschutz», verlautet im weiteren: «Auch bei zukünftigen Anschaffungen – gute Erfahrungen und Einsatzeignung vorausgesetzt – soll das Fahren mit Erdgas bei der Stadt gefördert werden." Der Schadstoffgehalt der Emissionen und die schädliche Wirkung des Erdgasantriebs sei bedeutend geringer als bei Benzin- und Dieselantrieb:

• bis zu 25 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2)
• bis zu 60 Prozent weniger Stickoxide (NOx) und Kohlenmonoxid (CO2)
• bis zu 75 Prozent weniger Kohlenwasserstoffe (NMHC)
• Ozonbildung wird um 60 bis 90 Prozent reduziert
• Partikelausstoss (lungengängiger Feinstaub) wird gegenüber Diesel um 98 Prozent reduziert

Informationen zum Erdgasfahren im Internet: Die Website www.erdgasfahren.ch enthält eine Fülle von Informationen zum Thema: Vorteile, Kauftips, Förderbeiträge, Tankstellennetz, angebotene Modelle. Der Kauf eines Autos mit Erdgasantrieb wird momentan mit bis zu 3000 Franken unterstützt.
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