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Dienstag, 9. November 2004
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Auf dem Areal des heutigen Stadions Lachen sollen attraktive und grosszügige Wohnungen gebaut werden. (Archivbild Peter Schmid)

Thun-Süd und Lachen: Mitwirkung unterstützt Ziele des Gemeinderates

sth/bns. Die Ergebnisse der öffentlichen Mitwirkung zur Planung in Thun-Süd und Lachen bestätigen den Gemeinderat in seiner Haltung: Die Thuner äussern sich laut einer Medienmitteilung «klar zugunsten von Freizeit und Wohnen im Lachen sowie einem Hotel auf der Lachenwiese – und sie sprechen sich für ein Stadion in Thun-Süd aus.» Mehrheitlich unterstützten sie dabei die Kombination mit einem Einkaufszentrum.

Areal Lachen. Die im Lachengebiet freiwerdenden Flächen – so unter anderem die Folgerungen des Gemeinderates aus der Mitwirkung – sollen zum Teil als öffentlich zugängliche Bereiche umgenutzt werden. Geplant seien zudem ein Trainingsplatz Nord und seenahe Trainingsfelder. Da mit Thun-Süd allein vorerst noch nicht genug Trainingsfelder für den Jugend- und Breitensport angeboten werden könnten, sollen die seenahen Trainingsfelder weiterhin auch dem Fussballtraining dienen. Der Trainingsplatz Nord werde zu einer allmendartig gestalteten Anlage. Auf dem heutigen Stadionareal würden attraktive und grosszügige Wohnungen erstellt. Die Bauten sollen nicht mehr als drei Geschosse mit Attika oder vier Geschosse ohne Attika aufweisen. Ziel sei es, grosszügige Mietwohnungen und erschwingliche Eigentumswohnungen anzubieten: «Wegen der kontroversen Äusserungen zu den vorgesehenen Bauten zwischen dem Westufer des Lachenkanals und der Gwattstrasse wird bei der weiteren Planung überprüft werden, ob beziehungsweise in welchem Ausmass an diesem Ort gebaut werden soll.»

Areal Thun-Süd. Art und Umfang der Einkaufsnutzungen seien am stärksten diskutiert und am häufigsten thematisiert worden, verlautet im weiteren. «Der Gemeinderat ist nach wie vor davon überzeugt, dass die Kombination eines Stadions mit Grossverkaufsflächen wünschbare Synergien ergibt: Bei der Parkierung und Erschliessung, bei der Auslastung der Bus-Linie, bei der Benützung von Freizeitanlagen wie Restaurants und Fitnessräumen und beim Betrieb der Anlagen.» Der Verkauf des Grundstücks für die Grossverkaufsflächen trage zudem mehr zur Finanzierung des Stadions bei als bei einer reinen Sportnutzung, da sich ein höherer Landpreis erzielen lasse. Art und Umfang der Konsumgüter- und Fachmärkte sollen im Rahmen der Weiterbearbeitung optimiert werden. Im weiteren Verfahren werde der Gemeinderat Art und Umfang der Verkaufs- und Freizeitnutzungen präzisieren.

Finanzierung. Die Finanzierung der Sportanlagen löste laut Medienmitteilung manche Fragen aus. Der Gemeinderat habe sich daher zwei Ziele gesetzt: Zum einen sollen innovative Wege gesucht werden, wie der FC Thun und Dritte zur Finanzierung des Fussballstadions beitragen können. Daraus sollen konkretere Zahlen zum Finanzierungsanteil der Stadt Thun abgeleitet werden können, über welche das Volk abstimmen werde. Deshalb lasse der Gemeinderat ein Betriebskonzept ausarbeiten, das verlässliche Auskunft über die jährlichen Beiträge der Stadt an den Betrieb des Stadions und der Sportanlagen gebe. Die Gesamtkosten des Sportzentrums inklusive Land und Finanzierungskosten – siehe auch Mitwirkung: Wie sollen sich Thun-Süd und Lachen entwickeln? vom Montag, 23. August 2004 – werden aufgrund der Raumprogramme und Machbarkeitsstudien auf 50 Millionen Franken geschätzt.

Areal Lachenwiese. Der Standort Lachenwiese für ein Hotel habe eine grosse Mehrheit der Mitwirkenden überzeugt: «Wenn Bedenken angebracht werden, so darin, ob ein ausreichender Bedarf besteht.» Diese Frage werde durch das Interesse möglicher Investoren beantwortet werden: «Aufgrund der öffentlichen Ausschreibung haben sich bereits mehrere Investoren interessiert gezeigt, so dass der Gemeinderat zuversichtlich ist, dass rasch ein neues, komfortables Hotel an diesem Standort entstehen wird.»

Parallel: Planung und politische Entscheide. Ziel sei die Eröffnung des Fussballstadions im Frühjahr 2008, heisst es im weiteren. Um dieses «ehrgeizige und anspruchsvolle Ziel» zu erreichen, sollen in nächster Zeit verschiedene Arbeiten parallel miteinander vorangetrieben werden: Mit den Umzonungen im Lachen und in Thun-Süd sollen die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um die geplanten Bauten errichten zu können. Bis Februar 2005 dauere die kantonale Vorprüfung. Im März und im April sei die öffentliche Auflage vorgesehen. Der Stadtrat befinde über die Umzonung im August 2005. Wie das Zentrum für Sport, Freizeit und Einkauf in Thun-Süd aussehe und wieviel es koste, werde in Wettbewerbsverfahren entschieden: «Dabei ist ein Gesamtleistungswettbewerb vorgesehen, in dem sowohl die gestalterische Qualität der Bebauung als auch der Preis für die Erstellung ermittelt werden.» In einem ersten Schritt sollen in einer öffentlichen Ausschreibung interessierte Realisierungsträger gesucht, die für sich Verkaufsflächen und im Auftrag der Stadt ein Stadion in Thun-Süd erstellen wollten: «Gleichzeitig wird eine öffentliche Präqualifikation ausgeschrieben, in der sich am Architekturwettbewerb interessierte Architektenteams melden können.» In einem zweiten Schritt sollen etwa vier Realisierungsträger zusammen mit der Stadt einen Projektwettbewerb für das Stadion und einen Ideenwettbewerb für die Einkaufsflächen veranstalten. Das Projekt, das gestalterisch und organisatorisch die beste Lösung bringe, «bildet die Grundlage für Offerten der Realisierungsträger zum Preis des Landes für die Einkaufsflächen und zu den Kosten der Erstellung des Stadions und dessen Betrieb.»
Gewählt wird laut Medienmitteilung die für die Stadt vorteilhafteste Lösung. Damit würden gleichzeitig alle Bestimmungen des Wettbewerbs- und Beschaffungsrechts erfüllt.

Zwei Vorlagen vors Volk

Nach der Mitwirkung werde das Volk noch über zwei Vorlagen befinden können, heisst es in der Medienmitteilung: In zwei gleichzeitig stattfindenden Volksabstimmungen gehe es um den Landtausch mit der Burgergemeinde Thun und um den Kredit für das Stadion und die weiteren Sportanlagen für Leichtathletik und Fussball. Vorgesehen sei, am 27. November 2005 über diese Vorlagen abzustimmen.

Referendum gegen Stadtratsbeschlüsse möglich

Die Stadtratsbeschlüsse zum Projektwettbewerb und zu den Umzonungen unterliegen laut Medienmitteilung dem fakultativen Referendum: «Wird die entsprechende Anzahl Unterschriften gegen einen Stadtratsbeschluss gesammelt, kann dazu eine Abstimmung erwirkt werden.» Aufgrund der Mitwirkungsergebnisse sehe sich der Gemeinderat darin bestätigt, eine für die Stadt optimale Entwicklung anzustreben – eine Entwicklung, welche auch langfristig Lebensqualität auf mehreren Ebenen gewährleiste.

Rund 570 Mitwirkungseingaben

Die gesetzlich vorgeschriebene öffentliche Mitwirkung zu der unter den Stichworten «Thun-Süd und Lachen» sowie «neues Fussballstadion» bekannten Planung sei von der Stadt Thun vom 26. August bis 30. September 2004 durchgeführt worden, wird in der Medienmitteilung erinnert. Konkret seien Umzonungen in Lachen und Thun-Süd zur Debatte gestanden. Es seien rund 570 Eingaben eingegangen wobei sich fast alle zu allen drei Vorhaben – Stadion mit Trainingsfeldern und eventuell einem Einkaufszentrum in Thun-Süd, Freizeit und Wohnen im Lachen-Gebiet, Hotel auf der Lachenwiese – geäusset hätten: «Die meisten benützten die Antwortkarten aus einem mit der Stadtzytig an alle Haushalte verteilten Flyer, einzelne äusserten sich brieflich oder per E-mail.» 539 Eingaben stammten von Privatpersonen, 32 Eingaben von Nachbargemeinden, Leisten, Parteien und Organisationen. Insgesamt – siehe auch Stadionfrage: 737 Eingaben zu Thun-Süd und Lachen vom Samstag, 9. Oktober 2004 – seien rund 2900 Meinungsäusserungen zu einzelnen Themen protokolliert worden.

Zusätzlich zu den übrigen Mitwirkungseingaben wurden laut Medienmitteilung 160 Karten eingereicht, die der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) und die IG Velo zur Unterstützung von Thun-Süd ohne Einkauf in der Öffentlichkeit verteilt hatten. Weitere 1378 Karten stammten aus dem Wettbewerb des FC Thun an der Oberländischen Herbstausstellung. Auf diesen Karten hätten die Teilnehmer an dem Wettbewerb ein Stadion in Thun-Süd mit Einkaufszentrum gewünscht. 598 dieser Karten stammten aus Thun.

Komplexe Planung – Information wichtig

Der Thuner Gemeinderat sei über das grosse Interesse erfreut, zeigten die Antworten doch, dass sich viele Thuner intensiv mit der Stadtentwicklung auseinandersetzten, wird in der Medienmitteilung ausgeführt: «Manche der vorgebrachten Fragen und Bedingungen bestätigen, dass es sich bei den drei Vorhaben der Stadtentwicklung um eine sehr komplexe Planung handelt.» Für den Gemeinderat sei dies ein klarer Hinweis, weiterhin besonderen Wert auf die Information der Bevölkerung und das Gespräch mit den interessierten Organisationen zu legen. Diese seien bereits Ende letzten und Anfang dieses Jahres an drei Aushandlungsgespräche eingeladen worden.
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