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Dienstag, 2. November 2004
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Thun: Bieler Architekten gewinnen Wettbewerb für Ausbau des Migros-Einkaufszentrums

sth/bns. Nun steht fest, wie das Migros-Einkaufszentrum Oberland in Thun nach der Erweiterung aussehen wird: Ein Preisgericht, in dem die Migros, die Stadt Thun und unabhängige Experten vertreten sind, hat unter vier eingeladenen Architekturbüros das Projekt der «Bauzeit»-Architekten aus Biel gewählt. In einem nächsten Schritt soll ein Bauprojekt erarbeitet werden.

Das inzwischen 27 Jahre alte MMM-Einkaufszentrum Oberland bei Thun soll mit einem Investitionsvolumen von rund 65 Millionen Franken saniert und ausgebaut werden. (Archivbild Peter Schmid)

Von Mitte Januar bis Mitte Februar habe die Bevölkerung ihre Meinungen zu den Ausbau- und Sanierungsplänen für das 27jährige MMM-Einkaufszentrum Oberland bei der Autobahnausfahrt Thun-Süd äussern können, wird in einer Medienmitteilung erinnert. Diese Mitwirkung habe je eine Eingabe des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS) und eine der Cityvereinigung IGT (Innenstadt-Genossenschaft Thun) erbracht: «Die beiden Organisationen brachten Anliegen zur Anlieferung und Erschliessung sowie zum Parkieren vor, die jedoch keine grundsätzlichen Änderungen der Planung erforderlich machten.» Um danach an diesem städtebaulich exponierten Ort eine gute Gestaltung zu finden, hätten die Migros Aare und die Stadt Thun gemeinsam Studienaufträge an vier eingeladene Architekturbüros erteilten, davon zwei aus der Region Thun: «Ziel ist es, die städtebauliche und architektonische Qualität eines solchen Vorhabens sicherzustellen.»

Zwei ruhig wirkende Baukörper

Als Siegerprojekt hat laut Medienmitteilung das Preisgericht dasjenige der «Bauzeit»-Architekten aus Biel erkoren. Es sehet zwei ruhige, leicht gegeneinander verschobene Baukörper vor, die sich gemäss Jury wie selbstverständlich ins Quartier integrierten. Der Versatz der beiden Baukörper führe dazu, dass auf der Seite Talackerstrasse die Sichtachse aus Richtung Stadt aufgefangen beziehungsweise begrenzt werde. Der gleiche Effekt stelle sich auf der Stadtzufahrt Weststrasse ein. Hier markiere zusätzlich der weiter bestehende Hochkamin den Ort.

Restaurant mit Aussenbereich

Der Eingang zu den Verkaufsflächen sei auf die Talackerstrasse ausgerichtet, verlautet im weiteren. Dort sollen grosszügige Aussenräume entstehen. Das auch ausserhalb der Betriebszeiten zugängliche Restaurant verfüge über einen besonnten Aussenbereich. Der Durchgang zwischen den beiden Baukörpern führe über die Weststrasse hinaus ins Westquartier: «Die geschickte Anordnung der Zufahrt für Kunden und Anlieferung wertet den Aussenraum an der Talackerstrasse wesentlich auf.»

«Das Projekt ist nachhaltig, indem schonend mit der bestehenden Bausubstanz umgegangen wird und eine auf Langlebigkeit ausgelegte vielseitig nutzbare Baustruktur vorgeschlagen wird», heisst es im weiteren: «Das Preisgericht empfiehlt allerdings, die Umgebungsgestaltung und den Übergang zum erhaltenen Bauernhaus sowie das Erscheinungsbild der Aussenhaut noch zu überarbeiten beziehungsweise weiterzuentwickeln.»

Stadtrat entscheidet über Zone mit Planungspflicht

Die Migros wird laut Medienmitteilung nun ein Bauprojekt ausarbeiten lassen. Voraussichtlich im Frühjahr 2005 werde sich der Stadtrat mit der Umzonung in die Zone mit Planungspflicht befassen: «Unmittelbar anschliessend möchte die Migros das Baugesuch für den Ausbau einreichen.» Dieser sehe ein Investitionsvolumen von rund 65 Millionen Franken vor. Zu den bestehenden 350 Arbeitsplätzen bei Migros und Fremdmietern sollen 25 bis 30 neue Arbeitsplätze im räumlich abgetrennten Fachmarktgebäude und 15 bis 30 neue Arbeitsplätze im Supermarktgebäude kommen.

Dringend sanierungsbedürftig

Das vor 27 Jahren errichtete Zentrum Oberland wird als dringend sanierungsbedürftig bezeichnet: «Zudem befinden sich die Fachmärkte in sehr beengten Verhältnissen und brauchen mehr Platz, um ihr Angebot optimal präsentieren zu können.» Die Migros sehe daher eine durchgehende Sanierung der bestehenden Anlagen und zusätzliche Verkaufsflächen für die Fachmärkte vor. Die heutige Tankstelle werde abgebrochen und nicht mehr ersetzt.

Auch Verkehrssituation wird verbessert

Die Stadt Thun möchte laut Medienmitteilung im Zusammenhang mit der Umzonung des Areals in eine Zone mit Planungspflicht auch die Verkehrssituation verbessern. So sollen Hohmad- und Talackerstrasse in einem Kreisel östlich des Bauernhauses zusammengeführt, die Talackerstrasse verkehrsberuhigt werden und nur mehr Bus-, Velo- und Anlieferverkehr aufnehmen: «Das schützenswerte Bauernhaus bleibt erhalten; es wird in die Umgebungsgestaltung einbezogen.»

Ausstellung an der Industriestrasse. Vom 4. bis 12. November sind die vier Studienaufträge von Bauzeit Architekten GmbH, Biel, Brügger Architekten AG, Spiez und Thun, Harder Haas Partner AG, Wil, Johannes Saurer Thun, im Auflageraum des Verwaltungsgebäudes an der Industriestrasse 2 während der Büroöffnungszeiten ausgestellt.
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