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Verkommt das Weltnaturerbe Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn zum Billigprodukt? pd/bns. Zehn Schweizer Umweltorganisationen verlangen in einem Brief an die Unesco mehr Schutz für das im Jahr 2001 zum Weltnaturerbe erklärte Gebiet Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn: «Jetzt soll die Unesco Dampf aufsetzen, damit die offizielle Schweiz mit dem Schutz vorwärtsmacht.» Das Gebiet Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn sei mit einer Bedingung zum Weltnaturerbe erklärt worden, wird in einer von der Naturschutzorganisation Pro Natura verbreiteten Medienmitteilung erinnert: «Bis Ende 2004 muss ein Managementplan bestehen, in welchem klare Schutzziele, Schutzmassnahmen sowie die finanziellen und personellen Mittel festgelegt sind.» Doch dieser Plan werde bis Ende Jahr kaum existieren: «Verbindliche Massnahmen werden fehlen, die personellen und finanziellen Mittel sind nicht gesichert.» Der einzige Schutz für das Welterbegebiet Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn – siehe auch «Eine Art qualitativ hochstehender Massentourismus» vom Donnerstag, 4. April 2002 – bestehe aus dem Eintrag ins Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN). Selbst die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates habe vor kurzem herausgefunden, dass das BLN sensible Landschaften ungenügend schütze – wenn überhaupt. Trotzdem planten weder Bund noch Kantone konkrete Verbesserungen für das internationale Vorzeigeobjekt: «Stattdessen werben Touristiker mit dem Signet des Unesco-Weltnaturerbes munter für Golfplätze, Mountainbike-Downhillstrecken und künstlich beschneite Skipisten; die Schweiz mit ihrem internationalen Ruf für Zuverlässigkeit und Qualität verscherbelt unter dem Markenartikel Weltnaturerbe ein Billigprodukt.» Zehn Vertreter von Schweizer Umweltorganisationen haben deshalb laut Medienmitteilung in einem gemeinsamen Brief dem Unesco-Weltnaturerbezentrum die als mißlich bezeichnete Situation des Weltnaturerbes beschrieben und die Unesco aufgefordert, von der Schweiz konsequente Fortschritte im Schutz des Gebietes zu verlangen. «Wir sind überzeugt, dass das Gebiet Jungfrau–Aletsch–Bietschhorn als Weltnaturerbe hervorragend geeignet ist», wird Urs Tester, Abteilungsleiter Biotope und Arten bei Pro Natura in der Medienmitteilung zitiert. Die bisherigen Anstrengungen für dieses Gebiet seien aber ungenügend. Tester: «Wir setzen uns deshalb für Verbesserungen ein, die dieses einmalige Gebiet und die Lebensgrundlage der Menschen in der Region erhalten.»
Berichte und Meldungen im November 2004
Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch) Archiv vom 4. Mai 1996 bis Ende des vergangenen Monats Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg |
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