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Montag, 4. Oktober 2004
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«Brächete» auf dem Ballenberg

pd/bns. Wie aus Flachs feines Leinen wird ist am Samstag und Sonntag, 9. /10. Oktober 2004 im Freilichtmuseum Ballenberg bei der «Brächete» zu sehen.

Viele Arbeitsschritte führen laut einer Information des Schweizerischen Freilichtmuseums für ländliche Kultur Ballenberg von der hübschen Flachspflanze zur guten Leinenwäsche. Nach der Ernte werde der Flachs zunächst getrocknet und «geriffelt», das heisst von den Samenkapseln befreit. Danach würden die Pflanzenstengel über Feuer geröstet, gebrochen und unter dem «Brächbock» gequetscht: «Die so gewonnenen Fasern werden durch den Hächelkamm gezogen, anschliessend ist der Flachsstrang fein genug, um versponnen und zu Leinen verwoben zu werden.»

Leinen sei in traditionellen Haushalten nicht nur irgendein Stoff gewesen, wird in einer Medienmitteilung erinnert: «Leinen war vielmehr Reichtum und Ansehen der Frau - eine reichbestückte Wäschetruhe als Mitgift war nicht nur der Stolz einer jungen Frau, sie steigerte auch die Chancen auf dem Heiratsmarkt.» Doch nicht allein die Truhe voll handgefertigter Wäschestücke sei als Zeichen weiblichen Wohlstandes und Fleisses gesehen worden. Auch das Flachsfeld habe als deutlicher Hinweis auf die Fähigkeiten der Frau des Hauses gegolten: «Stand der Flachs gerade und unkrautfrei, sprach das für die Bäuerin.» Denn werde Flachs nicht gesteckelt und mit exakt gespannten Schnüren gestützt, so könne er fallen und brechen. Aus derlei gebrochenen, kurzen Fasern aber lasse sich nur minderwertige Ware anfertigen: «Und diese wiederum wirft ein schlechtes Licht auf die Herstellerin …»

«Brächete» im Schweizerischen Freilichtmuseum für ländliche Kultur Ballenberg: Samstag, 9. und Sonntag, 10. Oktober 2004. – Telefonische Auskünfte unter Telefon 033 952’10’30 täglich von 8 bis 17 Uhr.
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