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Samstag, 2. Oktober 2004
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Hotel-Restaurant Hirschen in Matten wiedereröffnet

ds/pvr. Der im 17. Jahrhundert erbaute Gasthof Hirschen in Matten bei Interlaken ist am späteren Freitagnachmittag nach einer sanften Renovation von seinem neuen Besitzer Hanspeter Brogle und dessen Lebenspartnerin Edith Meier wiedereröffnet worden.

Der nach einer sanften Renovation wiedereröffnete Gasthof Hirschen in Matten. (Bild Peter Schmid)

Mit Investitionen von gegen 400'000 Franken hat der 57jährigen Quereinsteiger Hanspeter Brogle aus Gunten in den vergangenen Wochen das Hotel-Restaurant Hirschen unter Einbezug des Denkmalschutzes aufgefrischt, wobei für die Renovations- und Unterhaltsarbeiten vor allem das lokalen Gewerbe berücksichtigt wurde. Unter anderem wurden im Restaurant ein Schieferboden und im Speisesaal ein Eichenparkett gelegt. In den Hotelzimmern kamen vereinzelt wunderschöne alte Eichenböden unter den Teppichen hervor. Bereits während der «Antrinkete» am Freitagabend suchten und fanden die ersten amerikanischen und englischen Touristen Hotelzimmer und konnten sofort zwei der 20 Zimmer des Dreisternhauses – insgesamt 39 Betten – beziehen. – Schon am 10. Oktober 2004 von 10 bis 12 Uhr findet im Hotel-Restaurant Hirschen die Radio BeO-Stubete mit dem Trio Bruhin Interlaken, dem Jodlerklub Matten und den Bödeli-Gamblers Ringgenberg statt.

Die Gastgeber Hanspeter Brogle und seine Lebenspartnerin Edith Meier. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

Das Restaurant mit 46 Plätzen und das Säli mit 24 Sitzplätzen ist während sechs Tagen in der Woche geöffnet. Am Dienstag ist bis auf weiteres Ruhetag. Die Küche wurde entsprechend den bauliche und lebensmittelpolizeilichen Anforderungen an Gastwirtschaftsbetriebe modernisiert. Angeboten werden gute schweizerische nach Grossmutters Rezepten zubereitete Gerichte. Viel Wert wurde nach Angaben von Hanspeter Brogle auf eine gute Aussenbeleuchtung gelegt und die Fassade des über dreihundert Jahre alten Hirschen – das alte Gasthofschild trägt die Jahrzahl 1666 – wurde durch Abbürsten vom Schmutz befreit und eingeölt.

Die Fassade des Gasthofs Hirschen erstrahlt in neuem Licht.

Hanspeter Brogle beabsichtigt, auf das kommende Frühjahr hin auch die Gartenwirtschaft wieder zu aktivieren; schon rasch sollen bei anhaltend schönem und mildem Herbstwetter auch Bistrotische aufgestellt werden. Neben den bereits bestehenden 12 Parkplätzen sollen mit einer neuen Verkehrsführung – Durchfahrt in die Unterdorfstrasse – zusätzlich ein Carparkplatz und 14 weitere Parkplätze für Personenwagen angelegt werden (Baugesuch im Amtsanzeiger vom 30. September 2004). Brogle plant überdies, die Scheune in ein Eventlokal auszubauen. Ursprünglich habe ein bereits bewilligtes Projekt mit Alterswohnungen bestanden, das aber sicher nicht realisiert werde. Auch dem Brandschutz wird mit einer bereits im vergangenen Jahr installierten neuen Cerberus-Anlage Rechnung getragen.

Der ehrwürdige Gasthof ist flächendeckend mit einem drahtlosen Computernetz (Wireless Local Area Network – kurz WLAN) für kabellose Internetzugänge ausgestattet worden. Dadurch können die Hotelgäste von modernster Informationstechnik profitieren und drahtlos mit ihrem mit WLAN-Karte ausgestattteten Notebook oder Pocket-PC über eine Breitbandanbindung (1600 kBit/s / 200 kBit/s) auf das Internet zugreifen.

Ein wunderschöner alter, heller Gewölbekeller lädt zu Apéros ein.

Hanspeter Brogle hat den Gasthof Hirschen an der Hauptstrasse in Matten bei Interlaken im vergangenen August von der UBS AG gekauft. Hanspeter Brogle möchte als Quereinsteiger – siehe auch Gasthof Hirschen hat einen neuen Besitzer vom Donnerstag, 19. August 2004 – «mit dem Kauf vom traditionellen ‹Mattenwirtshaus› die einmalig dargebotene Chance wahrnehmen, einem Stück Schweizer Geschichte für Gastlichkeit und Kultur neue Impulse in Qualität und Gastfreundschaft zu geben». Brogle, der eine Banklehre in Schaffhausen absolviert und seit dem Jahr 1980 als Versicherungsberater – davon die letzten zehn Jahre als Generalagent der Versicherungsgesellschaften Allianz und Winterthur in Aarau – gearbeitet hatte, kam nach seinen Angaben durch den Kauf einer Wohnung in Gunten ins Berner Oberland. Als Hanspeter Brogle auf das Hotel-Restaurant Hirschen in Matten stiess und vernahm, dass dieses Ende 2003 zu verkaufen sei, wollten der 57jährige und seine gleichaltrige Lebenspartnerin diese Herausforderung annehmen und noch einmal im Leben etwas ganz anderes machen, «etwas das Freude macht».

Die dreiköpfige Küchenbrigade in der modern eingerichteten Küche. Von rechts nach links: Küchenchef Raymond Kohler, Jungkoch Bettina Wyss und Küchenhilfe Wladimir Cierni.

Ihr Zielhorizont sei, den Hirschen zehn Jahre lang zu führen. Brogle sei sich aber bewusst, dass damit viel Arbeit verbunden sei. Für ihn sei immer klar gewesen, dass er nicht einfach ein Hotel habe kaufen wollen – nur dieses Hotel wollte er haben, denn dieses geschichtsträchtige alte Gebäude mit dem alten Park hätten es ihm angetan. Deshalb habe er verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten gesucht. Mit Unterstützung einer lokalen Bank habe er diesen Kauf realisieren können und er führe das Hotel nun als Einzelfirma zusammen mit seiner Lebenspartnerin Elisabeth Meier, die Einzelunterschrift habe. Auch ihr Wunsch sei es immer gewesen, einmal ein eigenes «Beizli» zu haben – nun sei es halt etwas Grösseres, ein Restaurant mit Hotel geworden.

Doppelzimmer mit Nasszelle.

Der Gasthof Hirschen war laut einer im vergangenen August verbreiteten Medienmitteilung bereits am 5. August des Vorjahres 2003 an einer Grundpfandverwertung von der UBS AG gekauft worden. Vorübergehend sei der Betrieb während der Sommersaison einem ortsansässigen Hotelier zur Führung überlassen worden: «Die Pforten des einmaligen, traditionellen Berner Landgasthofes wurden Ende Oktober 2003 geschlossen.»

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