![]() Ihr Internet-Provider im Berner Oberland |
![]() Ihr Ferien- und Seminarhotel in Interlaken |
|---|
Berner Oberland News Unabhängige laufend aktualisierte Internet-Zeitung |
|
Fernsehfilm «Steinschlag» im Berner Oberland abgedreht ds/S. Die fünfwöchigen Dreharbeiten im Berner Oberland für den Fernsehfilm «Steinschlag» nach einem Roman von Emil Zopfi sind am Freitag in Wilderswil abgeschlossen worden. Nun wird noch eine Woche auf der stillgelegten Abteilung eines Spitals im Kanton Zürich gefilmt – dieses Spital stellt im Film das Spital Interlaken dar, weil solche Aufnahmen etwa in einem Operationssaal bei einem normalen Spitalbetrieb nicht möglich wären.
Regisseurin Judith Kennel – sie hat für das Schweizer Fernsehen DRS die Geschichte nach einem Roman von Emil Zopfi entwickelt und auf die Reihe «Fernsehfilm SF DRS» zugeschnitten – bezeichnete in einem Gespräch mit den «Berner Oberland News» den Verlauf der Dreharbeiten als überraschend gut, obschon diese Filmaufnahmen mit und in der Natur nicht sehr einfach gewesen seien. Doch Sonne, Nebel, Regen und Schnee seien kein Problem gewesen. Sie habe nicht nur mit einem hervorragenden Team arbeiten können: «Unglaublich toll war vor allem auch die Zusammenarbeit mit den Bergführern von Grindelwald und den Helikopterpiloten der Air-Glaciers.» Es sei zu spüren gewesen, dass diese auch im Beruf im richtigen Moment sehr konzentriert sein müssen und sie seien den Filmleuten mit ihrer Professionalität sehr entgegengekommen. Bei Dreharbeiten verhalte es sich oft sehr ähnlich – da müsse auch in einem kurzen Moment alles auf den Punkt genau stimmen: «Sie haben filmisch mitgedacht und uns damit sehr geholfen.» Einige der Szenen seien dokumentarisch eingefangen worden und sollen in den Film eingebaut werden, etwa Szenen auf der Alp, wenn die Kühe aus dem Stall kommen oder Strassenszenen in Lauterbrunnen. Kennel sprach von einer grossen Herausforderung, an so einem speziellen Ort wie beim Kleinen Rotstock oberhalb der Jungfraubahnstation Eigergletscher auf rund 2400 Meter über Meer zu filmen. Sowohl die Schauspieler als auch das Filmteam hätten immer gut gesichert werden müssen: «Gott sei Dank ist alles ohne irgendwelche Probleme oder Unfälle abgelaufen.» Eine kleine Verzögerung habe sich lediglich dadurch ergeben, dass sich die Hauptdarstellerin Sandra Utzinger in der Rolle der Andrea Stamm bei einer dummen Bewegung auf einer ebenen Stelle – also nicht bei einer Kletterpartie – eine Knieverletzung zuzog. Sandra Utzinger selber zeigte sich vom Drehort am Kleinen Rotstock sehr angetan – sie kenne das Berner Oberland schon von der Zeit als sie in Bern die Schauspielschule gemacht habe, da sei sie oft am Wochenende hier im Oberland gewesen. Der Sendetermin für den anderthalbstündigen, mit acht Schauspielern und 17 Nebendarstellern besetzten Spielfilm – siehe auch Fernsehfilm «Steinschlag»: Dreharbeiten im Berner Oberland vom Dienstag, 21. September 2004 – ist laut Produzent und Produktionsleiter Rudolf Santschi noch nicht festgelegt – voraussichtlich werde er im Frühjahr 2005 gesendet. Im Mittelpunkt des Films steht die Bergführerin Andrea Stamm, die mit ihrem Vater einen tödlichen Bergunfall aufklären will. Für die 31jährige Berner Schauspielerin Sandra Utzinger ist «Steinschlag» die erste Filmhauptrolle. Das östliche Berner Oberland – weitere Drehorte waren Wilderswil, Lauterbrunnen und Grindelwald – ist laut Santschi nicht nur wegen der schönen Landschaft gewählt worden sondern namentlich auch wegen der guten Verkehrserschliessung durch die Wengernalpbahn und die Jungfraubahn sowie der übrigen Infrastruktur. Vom Berner Oberland begeistert Gleichermassen begeistert vom Berner Oberland und seiner Rolle als Bergführer Herbert von Allmen im Fernsehfilm «Steinschlag» zeigte sich in einem Exklusivinterview mit «Berner-Oberland-News»-Mitarbeiterin Dora Schmid-Zürcher der 33jährige, in der Schweiz geborene und grösstenteils auch hierzulande aufgewachsene Schauspieler Anatole Taubman. Zwischen den Dreharbeiten habe er an einem freien Tag von der Schynigen Platte aus sogar kurz seine Familie in Berlin angerufen: «Bei mir ist dieser Ausflug mit meiner Familie auf der ‹Top of the List› und das wird bald sicher in den nächsten zwei Jahren gemacht.»
Dora Schmid-Zürcher: Anatole Taubman, wie oft, bei welchen Szenen und an welchen Orten waren Sie bei den «Steinschlag»-Dreharbeiten im Berner Oberland dabei? Anatole Taubman: Wilderswil war mein dritter Block. Ich war am ersten Drehtag auf dem Eigergletscher dabei und konnte nach fünf Tagen nach unten gehen. Wilderswil war nach einem zehntägigen zweiten Block ein dritter ganz kurzer Block. In Interlaken selber wurde nicht gedreht, sondern unter anderem in Lauterbrunnen, wo eine Friedhofszene gedreht und auf dem Helikopterbasis der Air-Glaciers Filmaufnahmen gemacht wurden. Ich will aber nicht zuviel über meine Rolle verraten. Ich spiele einen Bergführer, der ein ganz grosses Geheimnis mit sich trägt und der den Zuschauer hoffentlich sehr verwirren wird. Vielleicht geht von ihm auch eine gewisse Gefahr oder Bedrohung aus, weil er halt nicht viel redet und weil er ein Geheimnis hat und dieses Geheimnis kommt dann auf sehr überraschende Weise nach zwei Dritteln des Films ans Licht. Der Bergführer ist gar nicht so böse wie man am Anfang glaubt, ganz im Gegenteil. Das heisst, ich bin natürlich bei all diesen Rettungsaktionen dabei. Ein kleiner Abschweifer: Ich habe zwei Jahre als kleiner Junge, nachdem mein Papa starb, in einem Bergbauerndorf in Graubünden gelebt und da mussten wir immer an Wochenenden ganz lange Wanderungen machen, das ist ja auch für Kinder irre gut, weil die vielleicht noch nicht so über ihre Probleme reden können aber dadurch dass man dann mit Ihnen spazieren geht, werden die Probleme dann oft an die Natur abgegeben. Es ist ja bekannt, dass Wandern etwas sehr Reinigendes hat und etwas sehr Befreiendes auch. Dort habe ich so wirklich die Kraft, Schönheit und Freiheit der Berge kennen und lieben gelernt. Mich hat es ja dann nach diesem Bündnerland wieder ins Unterland geschwemmt und eigentlich war ich nie mehr so richtig in den Bergen ausser im Urlaub etwa auf einem Berg in Österreich, auch beruflich nicht mehr– bis jetzt zu diesem Dreh. Als ich dann mit der Bahn von Lauterbrunnen hochfuhr, überkam mich eine Ruhe, eine Freude die ich so eigentlich für mich nicht kenne. Während viele Leute sich von Bergen bedroht fühlen, ist es für mich absolut befreiend und beschützend, super.
Kannten Sie das Berner Oberland schon vorher oder waren Sie bereits einmal hier? Nein, ich kannte es nicht – abgesehen von Gstaad, wo ich als kleiner Junge zweimal mit meinem Papa war. Sie spielen einen Bergführer: Waren da auch Kletterszenen dabei? Und haben Sie in diesen Szenen alles selber gemacht oder hat man Ihre Szenen gedoubelt? Meine Szenen hat man nicht gedoubelt. Aber ich hatte auch nicht solche Klettersequenzen wie jetzt die Rolle Frick oder die Rolle der Andrea Stamm. Ich hatte schon ein paar Kletterszenen und eine war auch nicht ganz ungefährlich. Aber da wurden wir ja so absolut professionell und hilfreich von diesen Bergführern instruiert und geführt, dass ich da auch immer Vertrauen hatte und mich wohlfühlte. Die Vorbereitung vor dem Dreh bestand darin, dass man mich gefragt hat, ob ich schwindelfrei sei und das habe ich bejaht. Dann bin ich mit der Regisseurin, die ja auch in Berlin lebt, mal in einen Berliner Indoor-Klettergarten gegangen. Ich bin da hochgekraxelt wie eine Katze, war dann oben und habe runter geguckt und hatte auch null Probleme – ich war also schwindelfrei. Dann schwebte ich so auf 18 Meter und dann kam das Problem, als dieser Typ unten sagte, ich solle mich fallenlassen. Zwar wird man dabei von oben gehalten – aber das Vertrauen in den Karabinerhaken und in das Seil geht dann über meine Kontrolle hinaus. Das Fallenlassen war die grösste Herausforderung.
War an diesem Drehort etwas anders, als Sie es sich gewohnt sind, oder gibt es da keine grossen Unterschiede? Dies beginnt schon mit einer Gemeinschaftsdusche und einem Gemeinschaftsklo, das kenne ich sonst nicht so. Das war im Gästehaus oberhalb der Jungfraubahnstation Eigergletscher. An so einem naturbetonten, auch recht gefährlichen Drehort – nein, so etwas habe ich noch nie gemacht. Ich war zwar einmal bei Aufnahmen zu einem Film auf einem Kran oben, in 30 Meter Höhe vorne dran, aber tausendfach gesichert. Mich hat aber auch von Anfang an das Thema eines Alpen-Mafiathrillers sehr fasziniert: Alpen weil es in den Bergen spielt, Mafia weil alle unter einer Decke stecken und Thriller weil es einen Mord gab und der aufgeklärt werden muss. Ich besitze nur einen englischen Pass. Eigentlich müsste ich meine Mutter fragen, warum das Thema Schweizer Pass nie zur Debatte stand. Ich wurde mit dem gar nie konfrontiert, man hat mich auch nie gefragt ob ich den englischen oder schweizerischen haben möchte. Ich denke meine Mutter hat das für mich entschieden. Meine Mutter ist eine geborene Wienerin, ihre Eltern kommen aus Bratislava, mein Papa wurde in Königsberg im heutigen Kaliningrad geboren und seine Eltern waren aus Krakau und Kiew. Mein aus Nazideutschland nach England geflüchteter jüdischer Vater hat dort den englischen Pass angenommen beziehugnsweise annehmen müssen da ihn sonst die Engländer nach Deutschland zurückgeschickt hätten. Martin Hugo Taubman war und ist bis zum heutigen Tag der jüngste erste Geiger der Berliner Philharmonie gewesen, ein Virtuose der klassischen Musik. Aber die Deutschen wollten ihn so um 1934/35 herum nicht mal mehr an seine Arbeitsstelle lassen. Dies ist eine wahre Geschichte – ein Pförtner hat meinem Vater damals gesagt: «Herr Taubman, ich lege ihnen sehr warm ans Herz, dass sie Deutschland so schnell als möglich verlassen.» Diesen Ratschlag hat mein Vater sehr ernst genommen, konnte aber in England auch nur einreisen, weil seine Schwester mit einem Politiker verheiratet war. Er musste dann kurzfristig seine Musikerkarriere auf Eis legen und ins Militär eintreten. Die klassischen Musikwurzeln hat er dann wieder aufleben lassen als er wieder in Wien war und wurde dann zu einem sehr angesagten berühmten klassischen Impressario. Er hatte all seine jüdischen Connections wie Karajan, und Bernstein kontaktiert und da der Krieg vorbei war, diese als Impressario vertreten. Als englischer Major hat dann mein Papa meine Mutter, die 30 Jahre jünger ist, in Wien kennengelernt. Sie wollte Schauspielerin werden und hatte sich bei ihm als Sekretärin vorgestellt, da sie für das Studium Geld brauchte. Dann kamen sie nach England, mein Papa hatte Büros in Wien und in England, da bin ich entstanden. Dann hat er ein Büro in der Schweiz in Zug aufgemacht und so kamen sie in die Schweiz und ich bin in Zürich geboren. Also ich bin ein richtig bunter Blumenstrauss, eine Minestrone wie mir mal ein italienischer Regisseur gesagt hat. Haben Sie überhaupt irgendwo Wurzeln oder kann man sie besser als Weltbürger bezeichnen? Meine emotionellen Wurzeln liegen in der Schweiz. Ich bin ja hier geboren und mit Ausnahme der ersten fünf Jahre, da war ich an verschiedenen Orten, habe ich bis ich 21jährig war, in der Schweiz gelebt.
Früher war das immer noch so eine Frage wo eigentlich meine Wurzeln sind und es hat mich öfters noch beschäftigt, auch dadurch, dass meine Grosseltern auch von Mutterseite sehr früh gestorben oder im Krieg umgekommen sind. Mittlerweile sage ich meine Wurzeln sind eigentlich bei mir, mit all dem was mir gegeben wurde. Denn ich könnte auch nie sagen meine Wurzeln seien in Zug, da ich auch keine Verwandten mehr da habe. Aber meine Wurzeln sind jetzt auch nicht in Berlin – da ist einfach meine Familie. Früher war das ein Problem für mich, heute nicht mehr, auch nicht in stillen, ruhigen, traurigen Momenten. Ich wohne in Berlin. Werden Sie wieder einmal zum Beispiel ferienhalber ins Berner Oberland zurückkehren? Ich werde hundertprozentig in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder einmal zurück mit meiner Familie auf die Schynige Platte ins Berner Oberland kommen. Wie lange waren Sie in Amerika und was sind ihre Beweggründe, dass Sie zurückgekommen sind? Bleiben Sie nur kurzfristig oder länger in Deutschland oder in der Schweiz? Beruflich war es eigentlich ganz klar dass ich nur mein Studium in Amerika abschliesse, Schauspieltheater, Filmschule oder eine Schauspielschule besuche. Und die Beweggründe weshalb ich zurückgekommen bin; ich habe schliesslich in Los Angeles gewohnt und habe da ein Leben geführt, das mit meinen 24 Jahren nicht ich war. Alles ging zu schnell für mich, und vielleicht war es auch ein wenig Sehnsucht nach Europa, obwohl ich das erst gemerkt habe als ich wieder zurück in Europa war. Europa geht einfach mehr in die Tiefe, kulturell, historisch, zwischenmenschlich, in allen Facetten und allen Elementen. Man ist auch viel authentischer als in Amerika. Dort kommt man zwar schneller mit Leuten ins Gespräch, aber ich mag die Vielschichtigkeit, die Europa bietet und die gibt es in Amerika nicht. Mir wurde bewusst, was mir fehlt und da hat es mich wieder nach Europa gezogen. Der Hunger nach Leben, da ist man in Amerika einfach zu schnell gesättigt. Mit 25 Jahren ist man hoffentlich auch noch sehr hungrig aufs Leben und ich finde das kann man in Europa einfach besser, weil es vielschichtiger ist. Ich arbeite ja auch viel für amerikanische Produktionen und es sieht so aus, dass ich im nächsten Frühling wieder einmal zwei Monate nach Los Angeles gehe um mich da beruflich ein bisschen umzutun. Aber, ich werde nie mehr fix in Los Angeles leben, wenn jemals wieder in Amerika, vielleicht später, würde ich eher ein Ostküstenmensch, näher zu Europa und da ist eben doch auch vielschichtiger. Mir haben in Los Angeles auch die Jahreszeiten gefehlt, eben einen schönen Frühling zum Beispiel. Das habe ich hier im Berner Oberland auch in den vergangenen Wochen bemerkt. Als ich das erste Mal da war, war alles noch grün – und jetzt schau dir mal diese Farbenpracht an! Berlin ist ein gutes Zentrum zum Leben und dadurch dass ich auch sehr viel in England arbeite, sehr viel auch in der Schweiz und in Deutschland drehe, ist Berlin ideal gelegen und auch aus einem wirtschaftlichen Grund: Berlin ist momentan auch die Grossstadt in der Welt, dies schon seit einigen Jahren, wo man für das Geld das man verdient auch gut leben kann. In London, Paris auch Zürich zum Beispiel ist auf diesem Standard wo wir leben wollen, schon alles fast unbezahlbar. Zu Ihrer Karriere: Sie haben schon in über 50 Kino- und Fernsehfilmen mitgespielt, wovon Sie in über zehn Filmen die Hauptrolle besetzten. Sie sind jedoch erst 33jährig: Wie schafft man ein solches Pensum? Man muss dazu sagen, dass sich dieses Pensum über die Jahre hinweg angehäuft hat. Darin sind natürlich auch etliche Nebenrollen mit drei, vier oder fünf Drehtagen enthalten und solche Drehs kann man ja einige in einem Jahr machen. Dieses Jahr bin ich aber am Limit, denn ich habe einen Film, in der ich die Hauptrolle gespielt habe, in Deutschland gemacht, eine Hauptrolle in England und zwei Hauptrollen in der Schweiz und jetzt noch diese Nebenrolle hier im «Steinschlag». Das ist viel, ich habe gemerkt dass ich ans Limit gestossen bin, denn ich habe die Filme in England, Deutschland und die Schweiz alle an einem Stück in über vier Monate gemacht. Man ist noch ein bisschen leer, denn man stösst nicht nur ans Limit der Energie, sondern ich habe gemerkt, ich könnte jetzt nicht noch einen Film machen, da ich auch meine Leistung nicht mehr verantworten kann. Aber sonst ist es natürlich auch ein Traum, es ist super, es ist auch ein absolutes Privileg dass ich in drei Ländern in drei Sprachen gleichzeitig funktionieren kann, wie wenn ich ein Joghurt wäre, dass man in England, Deutschland und der Schweiz kaufen und essen kann. Es ist sicher sehr selten dass man gleichzeitig in drei Sprachen drehen kann. Bei zwei Filmen habe ich die Hauptrolle, am 21. November hat «Fremde im Paradies» Premiere, eine Komödie in der ich die Rolle des Paul Goodman spiele. Daneben spielen Nadja Sieger (die als Nadeschkin bekannt ist) und Stefan Gubser. Wir haben so zusammen die drei Hauptrollen. Dies ist für mich und Stefan Gubser – wir kommen ja vom dramatischen Film – die erste Komödie und die von der Produktion haben das gar nicht schlecht gemacht, indem sie einen Comedystar – eben Nadja Sieger – in die Mitte gesetzt und einfach mit Stefan Gubser und mir, die film- aber nicht comedyerfahren sind umgeben haben. Das hat sich so sehr schön ergänzt. Meine Favoriten sind Kostümfilme, einer meiner grossen Favoriten war «Mein Name ist Bach» der im Januar gerade einen grossen Filmpreis bekommen hat. Auch der Film «Anjas Engel» steht ganz, ganz weit oben, das liegt natürlich auch daran wenn man die absolute Hauptrolle spielt, liegt da so viel Verantwortung auf einem, da wächst einem auch das Team und das Buch so ans Herz. Was auch ganz toll war sind so die englischen Produktionen, da habe ich einen Sechsteiler gemacht der heisst «Servants» den habe ich für die BBC gemacht, das war auch wieder ein Kostümfilm, der spielt so Mitte 18. Jahrhundert in einem englischen Herrenhaus und ich verkörpere so einen durchgeknallten Koch, damals waren ja die Köche die bestbezahltesten Diener. Robbie Williams von damals wäre so ein Topkoch gewesen, weil sich die Lords und die Adligen gerühmt haben mit der besten Küche, mit dem besten Koch, so nach dem Motto mein Koch kann das und das, meiner war in Paris und so weiter Die Liste der Regisseure wäre uferlos, aber ja eine Traumrolle hätte ich wenn das jemals wieder verfilmt würde das wäre die Rolle des Viconte de Valmont in «Gefährliche Liebschaften» die Rolle die John Malkovich so hervorragend gespielt hat. Basierend auf einem Theaterstück mit dem Namen: «Les dangereuses liaisons». Es gibt viele Schauspieler die mir gefallen, da gibt es natürlich einige: zum Beispiel Gene Hackman, Robert de Niro, Al Pacino, John Goodman aber mir gefallen auch einige der Frauen Susan Sarandon, Meryl Streep, Jodie Foster und so weiter. Doch ich möchte immer mehr wieder Theater spielen, ich würde sehr gerne wieder einmal auf einer englischen Bühne stehen, und dann sehr gerne Shakespeare spielen und wenn man mich noch nach dem Stück fragt: «Der Kaufmann von Venedig» das ist so ein Romantiker, ich liebe romantische Rollen. Doch, also Theater auf jeden Fall und ich bin auch am sondieren mit meinem Agenten dass ich da vielleicht so in mittelfristiger Zukunft wieder einmal auf einer Bühne stehe. Nein ich habe in der vorherigen Episode, in der neunten mitgespielt, aber nachdem sie meine gedreht haben sind sie gerade nach Unterseen gegangen um weiterzudrehen. Dies ist eine sehr schwierige Frage, ich glaube bei jedem Film indem ich ein Stück von mir selber mit hineingegeben habe bin ich glücklich darüber dass ich da mitgemacht habe. Ob es jetzt dieser Film mit Tom Hanks ist, in dem er Regie geführt hat und man sagen kann: he ich habe mit Tom Hanks gedreht oder aber auch beim Film «Anjas Engel», da bin ich super zufrieden, dass ich da mitgespielt habe, das war eine absolut tolle Rolle. Ich werde jetzt nie sagen können, ich bin jetzt stolz oder superhappy dass ich in «Steinschlag» mitgespielt habe, denn da ist es eine Nebenrolle, die völlig ok ist, aber es ist eine Nebenrolle, aber ich war mit dabei, supertoll. Aber es ist nicht so dass meine Rolle so eine Riesenreise durchlebt. Aber jedes Mal wenn ich an «Steinschlag» denke, werde ich an die Schynige Platte denken und meine Wurzel betrachten und dann geht mein Herz rauf, ich lehne mich zurück und denke oh… Modeln Sie heute immer noch für Werbespots oder auch anderswo? Ich habe ganz toll gemodelt, ich war mal nach der Schauspielschule eineinhalb Jahre nur unterwegs mit dieser Welt und mache es heute nur noch aktuell wenn das Produkt stimmt. Ich werde manchmal angefragt und wenn das Produkt und das Geld stimmt, aber ich würde zum Beispiel keine Werbung für ein Waschmittel machen, bei der die Werbung zu allen Tages- und Nachtzeiten auf allen Sendern läuft, das würde ich nicht machen wollen. Wenn jetzt aber Migros fragen würde, das würde ich gerne machen, denn die machen besonders tolle Werbung. Ich habe in 2003 Werbung für Vodaphone in Italien/Spanien/Österreich gemacht. In die F-5 Tiger darf ja kein Normalsterblicher rein aus versicherungstechnischen Gründen, aber ich bin mit der Pilatus Porter rumgekurvt, natürlich mit dem Pilot neben mir und ich durfte dann auch ein paar Mal am Steuerknüppel hantieren. Aber ich habe sehr viel Zeit mit den Piloten verbracht. Nachdem ich ein Drehbuch bekomme und in diesem Drehbuch eine Rolle beschrieben ist, ich dafür angeheuert werde um dieser Rolle Blut, Leben, Volumen und Atem zu geben, ist es meine Pflicht, was ich dann oft fast zu meiner Versklavung mache, dass ich alles dafür gebe um der Figur gerecht zu werden und die so authentisch und transparent wie möglich zu kristallisieren, zu porträtieren. Das ist eben auch der Grund weshalb ich soviel Zeit mit den Piloten der Patrouille Suisse verbracht habe. Ich habe viel gelesen, viele DVD gesehen, auch Filme die mit diesem Thema zu tun haben. Da war ja nicht nur Patrouille Suisse, sondern da kommt auch noch sehr viel «Ghost» darin vor. Ich habe eine Riesenleidenschaft und eine Verantwortung gegenüber einer Rolle. Also muss ich mir diese Leidenschaft irgendwie holen. Ich frage dann diese Piloten auch: Du, weint ihr auch mal, seid ihr auch mal traurig oder ist bei euch alles super, oder habt ihr auch Schwächen, was magst du an dir am wenigsten, was liebst du an dir am meisten, wie denkst du wie deine Frau damit umgeht wenn du jeden Morgen in die Lüfte steigst? Dies, damit ich auch das Gefühl bekomme für den Menschen der hinter dieser Rolle als Patrouille-Suisse-Pilot-Topgun-Superstar steht. Es ist dann eine Riesenobzession, dass ich die Figur werde. Ich sehe mich oftmals als Klavier: Wenn man den Klavierdeckel öffnet, sieht man ganz viele Saiten von unten bis oben und ich schlage für mich im Leben als Anatole mehr oder weniger immer die gleichen Akkorde, manchmal etwas höher oder etwas tiefer. Aber dann gibt es auch für Anatole noch viele ungenutzte Saiten. Und wenn man dann eine Rolle spielt, bedient man sich oft oder lernt hoffentlich auch Saiten anzuschlagen, die mit mir also dem Anatole, eigentlich gar nichts zu tun haben wie ich mich nach aussen gebe, aber die auch noch zu mir gehören. Das Klischee sagt ja auch, der Mensch benutze nur 10 Prozent seiner Gehirnkapazität und 90 Prozent lägen einfach brach. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich alle 90 Prozent wieder anzapfe – das ist auch unmöglich, aber das Schöne ist, Saiten oder Akkorde zu spielen oder an mir kennen zu lernen, die mit meinem Montag-bis-Sonntag-Anatole-Normalfunktionieren in dieser Realität nichts zu tun haben, aber doch in mir drin sind. Da geh ich halt dann auf und bin schon sehr verliebt in meine Rollen, ich gebe alles, das ist mein Job. Ich habe aber mit der Zeit auch einen Riesenanspruch. Kürzlich wurde ich von einer Journalistin gefragt: «Aber dann sind sie ein sehr schwieriger Schauspieler?» Und dann sage ich, schwierig wie komplex der Mensch ist, schwierig wenn ich nicht jeden Tag den Regisseur fragen würde mit meine Figur mit der ich mich auseinandersetze und den Regisseur fordern würde, dann würde diese Figur einfach nicht authentisch sein. Ich bin gerne schwierig für den Film, wenn ich auch eine Frage stelle und ein Regisseur kann diese Frage nicht beantworten, dann schwimmt das. Da gibt es als Beispiel einen Film, da hat Denzel Washington einen Oscar dafür gekriegt. In «Training Day hat er mit Ethan Hawk gespielt und da wurde der Regisseur interviewt, wie es denn war mit diesen zwei tollen Stars zu drehen. Da hat er gesagt: «Sensationell, super, aber man musste so topp vorbereitet sein.» Ich habe einen sehr grossen Anspruch und wenn ich dann zu einem Projekt ja sage und sage dass würde ich gerne spielen oder man bietet mir das an und ich lese das Buch und sage ok das mache ich, dann 150 Prozent. Ich hoffe das kommt dann auch so auf der Leinwand rüber. Ein Film wie «Fremde im Paradies» ist ja auch eine Komödie, das heisst bei einer Komödie muss man natürlich auch das Genre Komödie ein bisschen anspielen. Wenn man mich fragt was ich lieber spiele, Drama oder Komödie, dann werde ich immer sagen Drama. Drama ist authentischer hat mehr Boden und da sind natürlich «Anjas Engel» und der Patrouille-Suisse-Pilot schon viel mehr mein Stück als eine Komödie, wo man auch noch ein bisschen lustig sein muss – auch wenn die Rolle vielleicht in dem Moment gar nicht so lustig ist , aber weil es eine Komödie ist muss man es ein wenig anspielen. Noch zwei kleine Anekdoten von mir: Ich will und das wünsch ich mir mit meinem Schauspiel, dass ich Leute berühre, dann habe ich meine Geschichte gut gemacht . Wenn die Figur berührt das sicher eher in einem Drama als in einer Komödie. Apropos Theater: Mein erster bezahlter Theaterjob war in Amerika in einem Sommertheater gewesen wo Musicals aufgeführt wurden, da habe ich in diesem bekannten amerikanischen Musical «Annie Get Your Gun» einen Indianer gespielt, der von links nach rechts gehen musste, und den Rest des Theaters war ich eine Palme im Hintergrund und musste bei all diesen Liedern mitwippen als Palme. Ich glaube, ich hätte einen Oscar für die beste Palme gekriegt. Es ist alles noch nicht spruchreif, aber es laufen schon einige Verhandlungen, aber es gibt noch keinen konkreten Film. So Ende Jahr werde ich sicher ein Projekt wissen wo und was ich nächstes Jahr drehen werde und will, aber ich darf mir jetzt auch momentan ein bisschen Zeit lassen, es pressiert noch nicht so. Haben Sie überhaupt noch Zeit für ein Privatleben? Ja ich habe eine Lebenspartnerin, Claudia Michelsen, die selber auch Schauspielerin ist, und zwei Kinder Lina siebenjährig und Tara 19 Monate alt. Das Gute an diesem Job ist halt, dass man ein paar Monate arbeitet und dann wieder einmal ein paar Monate frei und Zeit für die Familie hat. Was schwierig ist für mich, ist die Realität so ein bisschen auseinander zu halten, zu merken, dass meine Familie doch die wahre Realität ist, das ist aber weil ich drei Filme back to back gemacht habe. Am Samstag komme ich nun nach Hause und nächste Woche geht dann meine Frau drehen. Da werde ich sicher am Montagmorgen um 6.30 Uhr aufstehen, in die Küche gehen und Frühstück vorbereiten, auch alles bereitstellen, was die Kinder mitnehmen in die Schule oder den Kindergarten, Windeln wechseln, anziehen einfach alles. Ich liebe es Hausmann zu sein, und dann auch mit den Müttern in der Schule über die letzten Schulaufgaben zu reden. Wenn ich in Berlin bin und nicht drehe, dann bin ich liebend gerne Hausmann auch mit putzen und allem, Rasenmähen Unkrautjäten und vieles mehr. Aber da kommt natürlich auch die Kehrseite, ich könnte es nicht auf ewig machen, aber für eine gewisse Zeit sehr gerne und da bewundere ich wieder die Frauen die dafür geboren sind mit dieser Hingabe von sich soviel abzuschneiden für die Kinder, das ist der Wahnsinn, das könnte ich nicht. Als Kind waren Sie begeisterter Fussballfan: Welcher Mannschaft drückten Sie die Daumen? Schauen Sie überhaupt noch Fussball? Fanatisch, ich bin seit meiner Kindheit Fan von Manchester United. Ich trage an meinem Revers ein Emblem davon und bin da sogar auch Member. Auf nationaler Ebene bin ich England-Fan und auf schweizerischer Ebene habe ich auch mein Team: Servette-Genf. Ganz sicher sehe ich an einem Samstag- oder Sonntagabend auf Teletext alle Resultate der Länder an. Dies ist für mich Meditation. Haben Sie selber auch einmal Fussball gespielt? Ganz toll. Ich war sogar 1984 mit den C-Junioren von GC Schweizermeister. Im Jahr 1984 hatte die Fifa das 80-Jahr-Jubiläum und die Fifa hatte Sitz in Zürich. Deswegen gab es in Zürich ein Benefizspiel Deutschland gegen Italien. Vorher war der Schweizercup Junioren und die Siegermannschaft durfte dann die Balljungen am Spielrand stellen. Ich stand jedoch an so einem blöden Ort an dem nie ein Ball ins Aus ging.
Berichte und Meldungen im September 2004
Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch) Archiv vom 4. Mai 1996 bis Ende des vergangenen Monats Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg |
E-Mail: info@beo-news.ch Leserbriefe an die Berner Oberland News sowie Anfragen für Werbebanner und für Bilder in druckfähiger Auflösung Ferienwohnung in Ringgenberg Nur etwa drei Kilometer vom weltbekannten Berner Oberländer Tourismuszentrum Interlaken entfernt vermieten im idyllischen Dorf Ringgenberg Adolf und Lisbeth Imboden-Amacher im Kreuzli eine schöne Ferienwohnung.
|