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Oberländer Theaterpremiere mit «Zimmerschlacht» ds/pvr. Mit der Theatereigenproduktion von Martin Walsers «Zimmerschlacht» hat sich das aus der Fernseh-Soap «Lüthi und Blanc» bekannte Ehepaar Catherine und Martin Lüthi – die gebürtige Gstaaderin Isabelle von Siebenthal und ihr Ehemann Hans Schenker – das Terrain der leichten Unterhaltung verlassen und sich am Freitagabend im Casino-Kursaal Interlaken auch im Berner Oberland in ernstere Gefilde gewagt.
Nach Interlaken gastieren Isabelle von Siebenthal und Hans Schenker mit «Zimmerschlacht» an verschiedenen anderen Orten in der Deutschschweiz – siehe auch Tournee-Daten – und zusätzlich am 27. November 2004 im Landhaus in Saanen. Das von Martin Walser in den Jahren 1962/63 für den Regisseur und Intendanten Fritz Kortner geschrieben Stück «Zimmerschlacht» – siehe auch «Zimmerschlacht» am 8. Oktober in Interlaken vom Donnerstag, 30. September 2004 – ist von Hans Schenker als Dialektfassung in die heutige Zeit transportiert und ins Schauspielermilieu verlegt worden. Das Stück «Zimmerschlacht» – Premiere war im März 2004 im Berner Käfigturm – spielt an einem Schauplatz, nämlich im privaten Wohnbereich der Schauspieler. Für Isabelle von Siebenthal war Interlaken der erste Auftritt in einem Theaterstück im Berner Oberland, seit sie als Drittklässlerin im Schülertheater im Landhaus in Saanen das Aschenputtel gespielt hatte. Vor über 200 Zuschauern wurde mit «Zimmerschlacht» nach Auskunft von Nando von Allmen erstmals in dieser Form im Casino-Kursaal Theater gespielt. Interview mit Isabelle von Siebenthal und Hans Schenker Dora Schmid-Zürcher: Haben Sie heute Abend das erste Mal im Berner Oberland Theater gespielt? Isabelle von Siebenthal: Im Berner Oberland ja, ausser im Schülertheater – da habe ich in der dritten Klasse im Landhaus in Saanen Aschenputtel mitgespielt. In einer Vorstellung war ich das Aschenputtel und in der zweiten war es nur eine kleine Rolle, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Fühlen Sie sich immer noch als Oberländerin oder eher als Weltenbummlerin? Oder fühlen Sie sich immer noch ein wenig mit der Heimat verwurzelt? Isabelle von Siebenthal: Schon ja, ich bin in den letzten Jahren wieder häufiger in Gstaad und es ist mir immer noch vertraut, ich habe es schon sehr gerne, aber ich hänge nicht so an der Heimat … Hans Schenker: Aber hier lacht sie viel mehr mit einem Akzent, an dem man ihre Herkunft wiedererkennt (er macht das Lachen vor). Ich kann das nicht – ich hatte wirklich das Gefühl das ist so ein Oberländer Lachen, das alles überklingt. In ihrer Biografie ist auch von Musicals die Rede – wäre das auch wieder einmal eine Sparte, in der Sie noch arbeiten würden? Isabelle von Siebenthal: Nein, ich habe eingesehen, dass ich nicht singen kann. Singen ist bei mir mit so viel Angst verbunden, dass ich mir das nicht antun will. Da wäre ich so nervös und ich bin nicht cool genug um auf der Bühne zu singen. Wie sieht es mit dem Echo auf das Stück aus, da wo ihr bereits gespielt habt und merkt man einen Unterschied zum Berner Oberländer Publikum? Hans Schenker: Ja das ist gerade das Interessante. Vom Klischee her wäre das Oberländer Publikum langsam oder es würde später reagieren. Schwierig war vor allem in diesem Saal vorher abzuchecken ob man zu laut, zu schnell oder zu leise ist – da weiss man manchmal nicht kommt das Stück jetzt an oder nicht. Vorher haben wir in einem sehr kleinen intimen Rahmen gespielt und da mussten wir beinahe flüstern und nun war dieser Wechsel gerade ein bisschen hart, aber wir werden in Zukunft häufiger in so einem Ambiente spielen. Isabelle von Siebenthal: Die Lacher sind überall die gleichen. Hans Schenker: In den Städten ist die machistische Empörung grösser über den Macho, auf dem Land ist die Reaktion eher dass endlich einer sage wo es durchgeht – in der Stadt ist jedoch sofort die Reaktion «Gehts eigentlich noch!». In der Stadt ist das Publikum mehr auf der Seite der Laura (Isabelle) und auf dem Land eher für den Felix (mich). Warum habt ihr euch Interlaken für den Auftritt im Berner Oberland ausgesucht? Wäre jetzt nicht gerade Gstaad interessanter für euch gewesen? Hans Schenker: Wir spielen neu auch noch im Landhaus Saanen am 27. November 2004. Die Entscheidung für Interlaken haben wir zusammen mit Nando von Allmen getroffen. Er weiss wie man die Leute herbringt. Ohne ihn hätten wir vermutlich vor zehn Reihen gespielt oder gar nicht. Man muss mit bekannten Leuten versuchen das Publikum ins Theater zu bringen. Seid ihr hier in Interlaken vermehrt auf der Strasse angesprochen worden? Isabelle von Siebenthal: Nein – wir haben natürlich auch alle gegrüsst und gesagt, sie sollen am Abend kommen. Es ist gleich wie überall. Und haben die Leute immer noch das Gefühl Sie seien das «Chäferli»? Hans Schenker: Gut, die Japaner nicht, wir haben keine Japaner gehört, die «Oh hi Chäferli» gerufen hätten ... Was ist das nächste was ihr macht? Gibt es neue Projekte? Hans Schenker: Ja es gibt mehrere Projekte: eines ist ein Filmprojekt, eines ein Theaterprojekt und wir drehen natürlich weiter bei Lüthi und Blanc. Hat Martin Walser, der ja die Einwilligung zum Stück gegeben hat, das Theater auch gesehen? Hans Schenker: Er wollte an die Premiere kommen, war aber verhindert, da er auf einer Reise war. Da wir ja aber auch in der Region Bodensee spielen, werden wir versuchen ihn irgendwann noch in eine Vorstellung zu bekommen. Ist die Bekanntheit vom Fernsehen positiv für das Theater? Isabelle von Siebenthal: Ja natürlich, wenn uns die Leute nicht kennen würden, dann könnte man das Theater gerade vergessen. Also verhilft die Bekanntheit und die Sympathie zu Theaterbesuchern? Isabelle von Siebenthal: Die Leute kommen nicht unbedingt nur weil sie gerade einen «Walser» sehen wollen. Hans Schenker: Aber interessant ist, dass es auch Leute im Theater gibt die Lüthi und Blanc gar nie gesehen haben und sagen: «Was, ihr seid auch im Fernsehen?!» Gehen Theater und Lüthi und Blanc gut nebeneinander? Isabelle von Siebenthal: Ja, das ist kein Problem. Man darf einfach nicht vergessen vorher die Sperrtermine einzugeben, damit man rechtzeitig gehen kann, wenn man am Abend spielt. Können Sie sich vorstellen wieder ins Berner Oberland zurückzukommen? Isabelle von Siebenthal: Nein eigentlich nicht, aber es gefällt uns hier schon. Hans Schenker: Ich finde Bern sehr gut und das Berner Oberland genial. Was sind die Beweggründe, weshalb Sie bei der Brustkrebspräventions-Kampagne mit anderen prominenten Schweizer Frauen und dem Modelabel Kathleen Madden aus Thun mitmachen? Isabelle von Siebenthal: Der Grund ist die Tatsache, dass ich mindestens zwei betroffene Frauen kenne, und dass jede von uns jederzeit betroffen sein kann. Ausserdem sind die Chancen auf Heilung sehr gross, wenn man diesen Krebs früh erkennt.
Berichte und Meldungen im September 2004
Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch) Archiv vom 4. Mai 1996 bis Ende des vergangenen Monats Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg |
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