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Samstag, 18 . September 2004
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Ballonaufstieg im Morgengrauen auf der Kleinen Scheidegg (2060 Meter über Normalnull): Die beiden Gasballone «Wega» ((1350 Kubikmeter Wasserstoff; linkes Bild) und mit dem Eiger im Hintergrund «Veterano II» (1260 Kubikmeter). (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

Spelterini-Ballongedenkfahrt über die Alpen

Freiballonsport: Hundert Jahre «Jungfrau Ballooning» 1904 bis 2004

ds/pvr. Nach Fahrtzeiten bis zu gut sechs Stunden sind am Samstagnachmittag sechs am Morgen auf der Kleinen Scheidegg zu einer Spelterini-Gedenkfahrt aufgestiegene Ballone an verschiedenen Orten im Wallis niedergegangen. Fast auf den Tag genau war vor hundert Jahre der Luftfahrtpionier und Ballonkapitän Eduard Spelterini (1852 bis 1931) am 20. September 1904 ab der Station Eigergletscher nach einem Abstecher ins Wallis auf der Engstligenalp über Adelboden heil gelandet.

Auch die Heissluftballone gewannen nach dem Start rasch an Höhe.

Auf der Kleinen Scheidegg starteten am Samstagmorgen, 18. September 2004 kurz nach acht Uhr bei guter Witterung vier Heissluft- und zwei Gasballone mit Piloten der Ballongruppe Zürich des Aero-Clubs der Schweiz (AeCS): Das vorerst als Ziel ins Auge gefasste italienische Aostatal im Nordwesten der Alpensüdseite wurde jedoch nicht erreicht, weil im Wallis der Wind zusammenfiel. Die sechs Ballone landeten in Visp, Raron, Steg und im Turtmanntal. Der auf einer Alp auf 2200 Meter über Meer oberhalb von Gruben niedergegangene Gasballon «Veterano II» wurde anschliessend von einem Helikopter zu Tal gebracht.

Für die Füllung der beiden Gasballone – siehe auch Vorschau Hundert Jahre «Jungfrau Ballooning» 1904 bis 2004 / Freiballonsport: Im Ballon über die Alpen nach Bergamo vom vergangenen Mittwoch, 15. September 2004 – wurde Wasserstoffgas in Flaschen mit der Wengernalpbahn ab Lauterbrunnen zum Startplatz Kleine Scheidegg transportiert. Dazu kamen 220 Ballastsäcke, gefüllt mit trockenem Sand sowie Körbe und Hüllen. Die Gasballone wurden noch am Vorabend startklar gemacht, während die Füllung der Montgolfieren erst kurz vor dem Anlüften erfolge. Die Starts in Richtung Aostatal – ursprünglich waren aufgrund der Wettervorhersagen Ballonfahrten ins Tessin und bis nach Bergamo in Norditalien ins Auge gefasst worden – waren nach Angaben der Veranstalter der Gedenkfahrt mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) abgesprochen und bewilligt: «Die Luftwaffe ist über die am Himmel Vortrittsrecht geniessenden Ballone orientiert und die Flugsicherungsdienste beidseits der Alpen werden durch die Luftschiffer über den vom Wind diktierten Kurs bis zur Landung über Funk unterrichtet; den Startentscheid fällt jeder Pilot aus eigener Verantwortung.»

Ballonkapitän Eduard Spelterini (1852 bis 1931) sei am 20. September 1904 mit dem Gasballon «Stella» ab Station Eigergletscher nach einem Abstecher ins Wallis auf der Engstligenalp über Adelboden heil gelandet, wie abgeworfene Ballonpostkarten von diesem Abenteuer verrieten, verlautete dazu im weiteren: «Dem kühnen Start ab Eigergletscher an der damals noch im Bau begriffenen Jungfraubahn (Eröffnung 1912) waren Starts ab Sitten (1898), Rigi First (1900) und Zermatt (1903) mit Landungen in Frankreich, im Kanton Glarus und Bignasco im Tessin vorausgegangen, die den Ruf des im Ausland nicht weniger bekannten Aeronauten und Luftfotografen europaweit verbreitet hatten. Nicht genug: Monate zuvor war Spelterini im Januar 1904 wiederholt in Kairo zu Fahrten über die Pyramiden und die arabische Wüste aufgestiegen, wovon einzigartige Bilddokumente zeugen wie auch in der Folge von seinen Alpenüberquerungen ab Interlaken (1908, 1912) und Mürren (1910), die im Jahr 1962 Anlass zur Gründung der Internationalen hochalpinen Ballonsportwochen durch Ballonpionier Fred Dolder und den damaligen Kurdirektor Erwin A. Sautter-Hewitt gaben.»

100 Jahre «Jungfrau Ballooning». Start am Samstag, 18. September 2004. Kleine Scheidegg (2060 Meter über Normalnull). – Gasballone: Peter Brader HB-BKS «Wega» vorher «SBG/UBS» (1350 Kubikmeter). Walter Kohler HB-BRF «Veterano II» (1260 Kubikmeter). – Heissluftballone: Daniel Ganz HB-QDO «UBS» (4530 Kubikmeter). Ruedi Grätzer HB-BDJ «Spirale» (4000 Kubikmeter). Walter Mattenberger HB-QFT «P1» (4530 Kubikmeter). Patrik Schmidle HB-QEI «Quo vadis» (4530 Kubikmeter).

1904 bis 1994 ab den Stationen Eigergletscher (2320 Meter über Normalnull) und Kleine Scheidegg (2060 Meter über Normalnull). – Gasballone: 20. September 1904 Eduard Spelterini «Stella» (2200 Kubikmeter), Eigergletscher–Adelboden. 30. Juni 1908 Victor de Beauclair «Cognac» (2310 Kubikmeter), Eigergletscher–Stresa (Italien). 3. September 1994 Peter Brader HB-BKS «SBG/UBS» 1350 Kubikmeter Kleine Scheidegg–Scudellate/Monte Generoso (Italien). Walter Kohler HB-BRF «Veterano II» (1260 Kubikmeter), Kleine Scheidegg–Lago di Pusiano (Italien). – Heissluftballone: 3. September 1994 Daniel Ganz/Ruedi Grätzer HB-BUJ «SBG/UBS» (2550 Kubikmeter), Kleine Scheidegg–Lago Maggiore (Tessin; Wasserung). Max Planzer HB-BUQ «Nissan» (4000 Kubikmeter), Kleine Scheidegg–Lago di Muzzano (Tessin).
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