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Montag, 6. September 2004
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Die erste Dampfzahnradbahn-Lokomotivführerin der Schweiz

brb/bns. Seit ein paar Tagen bedient Karin Glatz bei der Brienz–Rothorn-Bahn (BRB) im täglichen Fahrplanverkehr eine 16 Tonnen schwere Dampfzahnradlokomotive. Karin Glatz ist die erste berufsmässige Lokomotivführerin bei der Brienz–Rothorn-Bahn – die einzige in der Schweiz und vermutlich gar in Europa.

Die 27jährige Dampfzahnradlokomotivführerin Karin Glatz. (Bild zvg)

Manchmal gebe es schon Passagiere, die sich ein wenig wunderten, wenn sie anstatt eines Lokomotivführers eine Frau anträfen, hat Karin Glatz beobachtet. Bis jetzt habe sie nur gute Erfahrungen gemacht und fühle sich im BRB-Team wohl und voll und ganz akzeptiert. Sie habe schon früh ein technisches Flair für Maschinen gehabt, heisst es in einer Medienmitteilung der Brienz–Rothorn-Bahn. Ihr Vater, von Beruf Maschinist habe sie öfters auf Baustellen mitgenommen: «Dort entwickelte sie früh eine Faszination für die grossen Maschinen – dass sie einmal selber eine 16 Tonnen schwere Dampflokomotive fahren wird, liess sie sich damals noch nicht träumen.» Es sei ihre Mutter gewesen, die ihre Fähigkeiten erkannt und ihr zu einer Lehre als Elektromonteur geraten habe. Nach der Ausbildung habe Karin Glatz die Branche gewechselt und als Barmaid in Brienz gearbeitet: «Nach zwei Jahre hinter der Theke hatte sie genug und wollte wieder etwas Handfestes unternehmen.» As Elektromonteurin habe mit der berufsbegleitenden Ausbildung zur Elektrokontrolleurin/Chefmonteurin mit eidgenössischem Fachausweis begonnen. Als erste Dampfzahnradlokomitivführer-Anwärterin habe sie am 1. Mai 2004 ihre Stelle bei der Brienz–Rothorn-Bahn angetreten, vor wenigen Tagen mit Bravour die Dampfausbildung abgeschlossen und ihre Jungfernfahrt absolviert: «Fast gleichzeitig hat sie vor wenigen Tagen am 27. August die Prüfung zur Elektrokontrolleurin/Chefmonteurin mit eidgenössischem Fachausweis bestanden.»

Vielseitig wie ihre bisherige Laufbahn sei auch das Privatleben der 27jährigen: Tierliebend sei sie und spiele Gitarre, heisst es in der Medienmitteilung. Früher sei sie auch mit einer Band aufgetreten. Heute verbringe sie mehr Zeit in ihrem Garten, beim Pilzesammeln oder bei Handarbeit wie Häkeln oder Stricken: «Nach der Herausforderung bei Ausüben der Arbeit als Lokomotivführerin gefragt, meint sie, die Faszination während der Fahrt aufs Brienzer Rothorn, die grandiose Aussicht und die einzigartige Dampfromantik gefielen ihr sehr; auch sei ihr der Kontakt zu den Gästen sehr wichtig.»

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