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Donnerstag, 16. September 2004
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Die IBI wehren sich für marktgerechte Strompreise

ds/pvr. Die Industriellen Betriebe Interlaken (IBI) wenden sich gemeinsam mit den «Swisspower»-Partnern Energie Thun AG und Energie Service Biel an die Preisüberwachung, weil sie nach ihrer Auffassung für den Strom bei der BKW FMB Energie AG (BKW) zu hohe Preise bezahlen. Vergleiche mit ausländischen Marktpreisen und den Preisen in anderen Schweizer Versorgungsgebieten zeigten grosse Differenzen, wurde am Donnerstagmorgen an einer Medienorientierung dargelegt.

IBI-Direktor Gian Franco Lautanio (links) und Gemeinderat Ruedi Simmler, Vorsteher der Industriellen Betriebe Interlaken (rechts) an der Medienorientierung von heute Donnerstagmorgen: «Die Strompreise des gemeinsamen Vorlieferanten BKW sind massiv überhöht.» (Bild Dora Schmid-Zürcher)

Die Industriellen Betriebe Interlaken (IBI) hätten mit «Swisspower» – eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft von 20 grossen Stadt- und Gemeindewerken, welche neben Strom auch Wasser und Gas anbieten – und den Partnern in Thun und Biel ihre Stromeinkaufspreise unter die Lupe genommen, verlautete dazu: Als Resultat stehe nun fest: «Die Strompreise des gemeinsamen Vorlieferanten BKW sind massiv überhöht.» Sie lägen im Kanton Bern mit 10 bis 11 Rappen bis zu 25 Prozent über den Vorlieferantenpreisen in anderen Versorgungsgebieten der Schweiz. Damit seien nicht nur die lokalen Elektrizitätswerke sondern vor allem auch die privaten, gewerblichen und industriellen Kunden deutlich benachteiligt. Bei einem Umsatz von 97,12 Millionen Kilowattstunden (kWh) entfielen laut Geschäftsbericht 2003 – siehe auch IBI Interlaken: Festschrift zum 100-Jahr-Jubiläum vom Donnerstag, 10. Juni 2004 – 11,25 Millionen Kilowattstunden auf die Eigenproduktion der Industriellen Betriebe Interlaken, womit rund 87 Prozent der abgegebenen Strommenge zugekauft wurden.

Dem Resultat liegt nach IBI-Angaben eine umfassende Studie zugrunde, welche die genannten Werke gemeinsam mit «Swisspower» über die Preissituation auf dem nationalen und internationalen Markt erstellt hätten: «Das Resultat ist eindeutig und zeigt, dass die Werke zugunsten ihrer Kunden auf dem Stromhandelsmarkt deutlich günstiger einkaufen könnten als bei der BKW.» Um diese Vorteile im Sinne ihrer Kunden umzusetzen hätten die Industriellen Betriebe Interlaken und ihre Partner seit April 2004 intensive Gespräche mit der BKW geführt: «Da diese Verhandlungen zu keinem befriedigenden Ergebnis führten, beantragen die Partner in einem nächsten Schritt dem Preisüberwacher, die Preise der BKW zu untersuchen.» Eine Preisreduktion, die aus dem Verfahren mit dem Preisüberwacher resultieren würde, wollten die «Swisspower»-Partner IBI, Energie Thun und Energie Service Biel an ihre Kunden weitergeben: «Sie setzen sich damit zum Ziel, ihren Kunden Rahmenbedingungen zu bieten, die den Wirtschaftstandort Kanton Bern im Vergleich zu anderen, günstigeren Stromversorgungsgebieten in der Schweiz stärken.»

Die BKW FMB Energie AG unterstützt laut einer bereits gestern verbreiteten Medienmitteilung – siehe BKW für neutrale Überprüfung der Strompreise vom Mittwoch, 15. September 2004 – eine neutrale Überprüfung «ihrer ab kommendem Oktober erheblich sinkenden Strompreise». Sie stelle der Preisüberwachung «ihre entsprechenden Grundlagen im Interesse eines fairen und transparenten Marktverhaltens unaufgefordert zur Verfügung». Auf Wunsch der drei Vertriebspartner werde die BKW die langjährigen Vertragsbeziehungen ungeachtet dieser Überprüfung weiterhin aufrechterhalten.
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