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Jubiläumsfeier hundert Jahre Industrielle Betriebe Interlaken ds/pvr. Am Vorabend eines «Tages der offenen Tür» von heute Samstag, 4. September 2004 haben die Industriellen Betriebe Interlaken mit gegen 300 Gästen – darunter Vertreter von Vertragsgemeinden, Grosskunden und Delegationen von grossen touristischen Leistungsträgern im Berner Oberland – ihr hundertjähriges Bestehen gefeiert.
Marianne Kurzen, Präsidentin des Grossen Gemeinderates (GGR) wies in einer Ansprache an der Jubiläumsfeier in einem Festzelt auf dem Betriebsareal an der Fabrikstrasse 8 in Interlaken darauf hin, die hundert Jahre Industrielle Betriebe Interlaken stimmten nur bedingt: Den Namen «Industrielle Betriebe Interlaken» trügen die vormaligen Licht- und Wasserwerke erst seit fünfzig Jahren, doch hätten die «Loch- und Wühlwerke Interlaken» schon im Jahr 1866 als Gaswerk existiert und wären somit schon 138 Jahre alt. Gefeiert werde heute die Übernahme durch die Gemeinde Interlaken vor hundert Jahren.
Gleichzeitig falle ihm dabei auf, sagte Simmler, «wie selbstverständlich für uns Menschen heute die Versorgung mit Wasser und verschiedenen Energieträgem ist und wie sorglos wir manchmal damit umgehen». Als besonders spannend bezeichnete Simmler die Entstehungsgeschichte der IBI als die Vorgängergesellschaften zusammengeführt und kommunalisiert wurden: «In dieser Zeit wurden offensichtlich dieselben Argumente ins Feld geführt, wie wir sie aus den Liberalisierungsdiskussionen der vergangenen Jahre kennen – die Idee der Kommunalisierung der Werke hatte sogar unter deren Aktionären Anhänger: «Sie fanden, Licht und Wasser gehörten als notwendige Lebensbedürfnisse nicht in die Hände einzelner Aktionäre, sondern seien Gemeindeeigentum – eine Haltung die mancher, der heute unter dem Diktat des Shareholder Value folgt, wohl kaum wird nachvollziehen können.» Es sei aber trotzdem ein schmerzhafter und langwieriger Prozess mit vielen Auseinandersetzungen und Winkelzügen gewesen, der im Jahr 1889 begonnen und mit dem Übergang der Licht- und Wasserwerke in den Besitz der Gemeinde Interlaken vor hundert Jahren seinen Abschluss gefunden habe: «Trotz dieser schwierigen Geburt hat sich das Kind prächtig entwickelt und ist heute ein modernes Unternehmen.» Viele Bereiche, etwa die Wasserbeschaffungsanlagen im Saxetental, seien in den letzten Jahren komplett erneuert worden und könnten auf viele Jahrzehnte hinaus genutzt werden. Andere grosse Projekte und Herausforderungen stünden aber noch bevor. Simmler erinnere in diesem Zusammenhang an die Erdgaserschliessung aus dem Raum Thun nach Interlaken, die noch in diesem Jahrzehnt realisiert werden soll. Ein ganz wichtiger und bedeutender Schritt für die Zukunft unseres Unternehmens sei vor knapp zehn Jahren gemacht worden: «1995 haben die Gemeindepräsidenten von Interlaken, Matten und Unterseen die neue Vereinbarung zwischen den drei Gemeinden unterzeichnet, die alle Belange der Versorgung von Matten und Unterseen mit Elektrizität, Wasser und Gas durch die IBI regelt.» Die beiden Gemeinden seien heute mit je zwei Vertretungen in der IBI-Kommission vertreten und hätten so eine Mitsprache. Gleichzeitig seien die IBI zu einer öffentlich-rechtlichen Anstalt geworden und damit in die unternehmerische Freiheit entlassen worden. Die letzten Jahre hätten gezeigt, dass dieser Schritt notwendig und richtig gewesen sei und dass sich die neue Rechtsform bewährt habe: «Gleichzeitig garantiert diese Rechtsform aber auch, dass die IBI im Besitz der Gemeinde Interlaken bleiben, so wie das unsere Geburtshelfer vor hundert Jahren gewollt haben.»
Berichte und Meldungen im September 2004
Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch) Archiv vom 4. Mai 1996 bis Ende des vergangenen Monats Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg |
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