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Samstag, 4. September 2004
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Jubiläumsfeier hundert Jahre Industrielle Betriebe Interlaken

ds/pvr. Am Vorabend eines «Tages der offenen Tür» von heute Samstag, 4. September 2004 haben die Industriellen Betriebe Interlaken mit gegen 300 Gästen – darunter Vertreter von Vertragsgemeinden, Grosskunden und Delegationen von grossen touristischen Leistungsträgern im Berner Oberland – ihr hundertjähriges Bestehen gefeiert.

Stellvertretend für die rund 60 IBI-Mitarbeiter übergab Alfred Horisberger (links) dem Präsidenten der IBI-Kommission, Gemeinderat Ruedi Simmler (rechts) ein von Ueli Bettler aus Matten geschaffenes Kunstwerk. (Fotos Dora Schmid-Zürcher)

Als Geschenk der Belegschaft zum hundertjährigen Bestehen der Industriellen Betriebe Interlaken (IBI) enthüllten IBI-Mitarbeiter Alfred Horisberger und Gemeinderat Ruedi Simmler, Vorsteher der Industriellen Betriebe Interlaken ein Werk des einheimischen Künstlers Ueli Bettler. Das Bild soll künftig die Empfangshalle der IBI schmücken und zeigt laut Horisberger die Helligkeit des Lichts und den Wassermann – «vorausschauend wie unsere Gründer vor hundert Jahren – mit Sicht in die Zukunft, sprudelnd von unten aus der Quelle, mit voller Energie.»

Marianne Kurzen, Präsidentin des Grossen Gemeinderates (GGR) wies in einer Ansprache an der Jubiläumsfeier in einem Festzelt auf dem Betriebsareal an der Fabrikstrasse 8 in Interlaken darauf hin, die hundert Jahre Industrielle Betriebe Interlaken stimmten nur bedingt: Den Namen «Industrielle Betriebe Interlaken» trügen die vormaligen Licht- und Wasserwerke erst seit fünfzig Jahren, doch hätten die «Loch- und Wühlwerke Interlaken» schon im Jahr 1866 als Gaswerk existiert und wären somit schon 138 Jahre alt. Gefeiert werde heute die Übernahme durch die Gemeinde Interlaken vor hundert Jahren.

Von links nach rechts: Gian Franco Lautanio, Direktor der Industriellen Betriebe Interlaken, Marianne Kurzen, Präsidentin des Grossen Gemeinderates Interlaken und Gemeinderat Ruedi Simmler, Vorsteher der Industriellen Betriebe Interlaken.

Auch Gemeinderat Ruedi Simmler, Präsident der IBI-Kommission erinnerte in einer Ansprache in einem Festzelt auf dem Betriebsareal an der Fabrikstrasse 8 an die Entstehung des Unternehmens als die Vorgängergesellschaften zusammengeführt wurden. Der Beginn der Gas-, Wasser- und Stromversorgung auf dem Bödeli sei eng mit der Geschichte des Fremdenverkehrs verknüpft, der in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts mit dem Bau zahlreicher grosser Hotels einen ersten Höhepunkt erreicht habe. Es seien denn auch Besitzer von Hotels und Pensionen gewesen, die den Bau der verschiedenen Infrastrukturanlagen entscheidend gefördert hätten: «Obschon wir hier in einer äusserst privilegierten Situation leben und von Bergen umgeben sind, aus denen zahlreiche Quellen mit qualitativ hochstehendem frischem Wasser sprudeln, wurde nicht etwa die Wasserversorgung als erste realisiert.» Die Versorgung mit Gas war sei offenbar wichtiger gewesen, obschon der Kurort Interlaken laut IBI-Festschrift «1904 bis 2004 – 100 Jahre Ihre Energie» – siehe auch – IBI Interlaken: Festschrift zum 100-Jahr-Jubiläum vom Donnerstag, 10. Juni 2004 – damals keine laufenden Brunnen besessen habe und sich «zum Nachteil seiner ständigen Bevölkerung sowie der durchreisenden Fremden eines schlechten, oft sehr stark infizierten Sodawassers» habe bedienen müssen.

Gleichzeitig falle ihm dabei auf, sagte Simmler, «wie selbstverständlich für uns Menschen heute die Versorgung mit Wasser und verschiedenen Energieträgem ist und wie sorglos wir manchmal damit umgehen». Als besonders spannend bezeichnete Simmler die Entstehungsgeschichte der IBI als die Vorgängergesellschaften zusammengeführt und kommunalisiert wurden: «In dieser Zeit wurden offensichtlich dieselben Argumente ins Feld geführt, wie wir sie aus den Liberalisierungsdiskussionen der vergangenen Jahre kennen – die Idee der Kommunalisierung der Werke hatte sogar unter deren Aktionären Anhänger: «Sie fanden, Licht und Wasser gehörten als notwendige Lebensbedürfnisse nicht in die Hände einzelner Aktionäre, sondern seien Gemeindeeigentum – eine Haltung die mancher, der heute unter dem Diktat des Shareholder Value folgt, wohl kaum wird nachvollziehen können.» Es sei aber trotzdem ein schmerzhafter und langwieriger Prozess mit vielen Auseinandersetzungen und Winkelzügen gewesen, der im Jahr 1889 begonnen und mit dem Übergang der Licht- und Wasserwerke in den Besitz der Gemeinde Interlaken vor hundert Jahren seinen Abschluss gefunden habe: «Trotz dieser schwierigen Geburt hat sich das Kind prächtig entwickelt und ist heute ein modernes Unternehmen.» Viele Bereiche, etwa die Wasserbeschaffungsanlagen im Saxetental, seien in den letzten Jahren komplett erneuert worden und könnten auf viele Jahrzehnte hinaus genutzt werden. Andere grosse Projekte und Herausforderungen stünden aber noch bevor. Simmler erinnere in diesem Zusammenhang an die Erdgaserschliessung aus dem Raum Thun nach Interlaken, die noch in diesem Jahrzehnt realisiert werden soll. Ein ganz wichtiger und bedeutender Schritt für die Zukunft unseres Unternehmens sei vor knapp zehn Jahren gemacht worden: «1995 haben die Gemeindepräsidenten von Interlaken, Matten und Unterseen die neue Vereinbarung zwischen den drei Gemeinden unterzeichnet, die alle Belange der Versorgung von Matten und Unterseen mit Elektrizität, Wasser und Gas durch die IBI regelt.» Die beiden Gemeinden seien heute mit je zwei Vertretungen in der IBI-Kommission vertreten und hätten so eine Mitsprache. Gleichzeitig seien die IBI zu einer öffentlich-rechtlichen Anstalt geworden und damit in die unternehmerische Freiheit entlassen worden. Die letzten Jahre hätten gezeigt, dass dieser Schritt notwendig und richtig gewesen sei und dass sich die neue Rechtsform bewährt habe: «Gleichzeitig garantiert diese Rechtsform aber auch, dass die IBI im Besitz der Gemeinde Interlaken bleiben, so wie das unsere Geburtshelfer vor hundert Jahren gewollt haben.»

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