Jungfrau-Marathon: Die «Traummeile» kommt nach Interlaken
pd/bns. Neuer Auftakt zum Jungfrau-Marathon: Am Freitag vor dem 12. Jungfrau-Marathon messen sich 16 eingeladene Spitzenläufer auf der Meile.
Zum 12. Jungfrau-Marathon vom Samstag, 11. September 2004 – die 4000 Startplätze sind vergeben – werden nach Angaben der Organisatoren Läufer aus 39 Nationen, verteilt auf alle fünf Kontinente erwartet.
Vorjahressiegerin Emebet Abosa aus Äthiopien – siehe auch Favoritensiege am 11. Jungfrau-Marathon vom Samstag, 6. September 2003 – tritt voll motiviert zur Titelverteidigung an. – Unser Archivbild zeigt Emebet Abosa, die sich mit ihrer Familie über ihren Sieg freut. (Bild Dora Schmid-Zürcher)
Die «Jungfrau-Meile» soll laut einer Medienmitteilung ein neuer Höhepunkt an einem vielseitigen Läuferwochenende werden. Rennleiter Richard Umberg: «Die Mischung zweier grundverschiedener Wettkämpfe – die Jungfrau-Meile und der Jungfrau-Marathon über 26,2 Meilen (42,195 Kilometer) – soll deutlich machen, welch unterschiedliche Fähigkeiten auf der jeweiligen Distanz gefragt sind.» – Vor 50 Jahren, am 6. Mai 1954 habe der Engländers Roger Bannister als erster Mensch die Meile – 1609 Meter – unter vier Minuten zurückgelegt und die Meile so zur «Traummeile» gemacht, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Seine 3:59.4 Minuten sind heute freilich kein Massstab mehr für die Weltklasse der Männer – wenn man jedoch Bannisters Zeit vor 50 Jahren mit dem aktuellen Weltrekord Hicham El Guerroujs (3:43.13) ins Verhältnis setzt, war Bannisters Lauf ein wahrer Meilenstein.» Der Schweizerrekord von Pierre Délèze steht seit 25. August 1982 auf 3:50.36.
Fünf Jahrzehnte nach diesem denkwürdigen Ereignis habe auch der Jungfrau-Marathon seine Meile und möchte die Schallmauer von damals – vier Minuten – thematisieren, verlautet im weiteren: «Am Freitag vor dem 12. Jungfrau-Marathon werden sich 16 eingeladene Spitzenläufer auf der Meile messen und einen einzigartigen Vergleichswettkampf auf der Strasse austragen.» Rennleiter Richard Umberg sei es gelungen, ein illustres Starterfeld zu verpflichten. Die Männer starten laut Medienmitteilung mit 30 Sekunden Zeithandicap zur Meile «Rund um die Höhematte». Alleiniger Sieger der Jungfrau-Meile seit, wer das Ziel vor dem Grand Hotel Victoria-Jungfrau zuerst erreiche, infolgedessen würden Frauen und Männer im selben Rennen gewertet. Die Siegerehrung finde anschliessend im Casino Kursaal statt, unmittelbar vor der Präsentation der Spitzenläufer des 12. Jungfrau-Marathons.
Spitzenathleten und
«Very Important Persons» (VIP)
Jungfrau Meile. Ali Hakimi, Tunesien: Der mittlerweile 28jährige Athlet war an den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta der jüngste Finalteilnehmer aller Zeiten über 1500 Meter. – Tola Zenebech, Äthiopien: Die junge Läuferin aus Äthiopien lebt als Flüchtling in der Schweiz und gewann dieses Jahr den Stadtlauf Luzern sowie den Frauenlauf in Bern. – Aus Schweizer Sicht stehen Engagements von Athleten, die an den Olympischen Spielen in Athen teilgenommen haben, kurz vor dem Abschluss.
Jungfrau-Marathon. Eticha Tesfaye, Äthiopien: Sieger vor zwei Jahren, letztjähriger Zweiter. Der erfahrene Marathonspezialist lebt und trainiert seit einigen Jahren in Genf. – Marco Kaminski, Schweiz: Der frühere Seriensieger (1994 bis 1997, 1999) gibt ein Comeback, auf das man gespannt sein darf. – Weitere ehemalige Sieger, die am Start sein werden: Sergei Kaledin, (RUS), Sieger 2000, Petr Kadlec (TCH), Sieger 1998. – Emebet Abosa, Äthiopien: Die Vorjahressiegerin tritt voll motiviert zur Titelverteidigung an. – Carolina Reiber, Schweiz: Die überraschende Zweite des Vorjahres wird die Topfavoritin Abosa herausfordern. – Charlotte Teske, Deutschland: Ein klingender Name aus vergangenen Leichtathletikzeiten. Sie beherrschte in den achtziger Jahren in Deutschland alles von 3000 bis 10000 Meter und gewann in dieser Zeit die Städtemarathons von Boston, Berlin, Frankfurt und München.
VIP. Markus Merk (Deutschland) und Urs Meier (Schweiz): Die beiden internationalen Fussballschiedsrichter, Nr. 2 und 3 im Fifa-Ranking nehmen die Herausforderung an und haben ehrgeizige Pläne. Ebenfalls gemeldet ist die Lebenspartnerin von Urs Meier und Fifa-Schiedsrichterin Nicole Petitgnant. – Matthias Hüppi, Schweiz: Der TV Sportkommentator kennt die Strecke bereits und wird versuchen, die gewonnenen Erkenntnisse von den Olympischen Spielen in Athen umzusetzen. – André Vögtli: Der Coach und langjährige Trainer von André Bucher wird ebenfalls mit von der Partie sein.