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Dienstag, 7. September 2004
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Thun / Dillingen (Bayern): Beim Mord wurde auch ein Bajonett benutzt

pkb/S. Bei der Tötung des 15jährigen Schülers Murat Yildiz im bayerischen Donauwörth ist auch ein Bajonett benutzt worden. Die am 16. Juli 2004 in einem Waldstück aufgefundene Leiche wies nebst Strangulationsmerkmalen auch Schnitt- und zahlreiche Stichverletzungen auf.

Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des in der Schweiz inhaftierten 33jährigen Mannes in Heimberg wurde laut einer Medienmitteilung auch ein Bajonett, passend auf das Sturmgewehr 57 der Schweizer Armee sichergestellt: «Es besteht Grund zur Annahme, dass dieses Bajonett bei der Tötung des 15jährigen Knaben benutzt worden war.» Entsprechende kriminaltechnische und rechtsmedizinische Untersuchungen seien eingeleitet worden.

Seit seiner Festnahme am 27. August in Herisau (Kanton Appenzell-Ausserrhoden) ist der tatverdächtige, 33jährige Schweizer nach Angaben des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland mehrmals einvernommen worden. Der Mann sei damit einverstanden gewesen, dass den Befragungen auch Angehörige der deutschen Untersuchungsbehörden – siehe auch Deutsche Ermittlungsbehörden in Thun eingetroffen und vorangegangene Meldungen – beiwohnen dürfen: «Im Verlauf der Einvernahmen sagte er unter anderem auch aus, dass das Treffen mit dem Knaben zum Zwecke sexueller Handlungen von seinem Komplizen in Deutschland via Chat im Internet organisiert worden sei.» Ob und inwieweit sexuelle Motive letztlich zur Tötung des Knaben geführt haben, gehe aus den Aussagen des mutmasslichen Täters jedoch nicht klar hervor und seidaher Gegenstand weiterer Abklärungen: «Gemäss heutigem Informationsstand kann davon ausgegangen werden, dass die Aussagen der beiden Tatverdächtigen in Deutschland und in der Schweiz – in deutschen Zeitungsmeldungen werden die beiden geständigen Festgenommenen «Mathias B.» und «Rolf H.» genannt – bezüglich des Tathergangs weitgehend überein stimmen.» Bei der Kantonspolizei Bern arbeiteten zurzeit rund dreissig Leute aus verschiedenen Fahndungsbereichen an den Ermittlungen: «Neben der Auswertung aller erforderlichen kriminaltechnischen Untersuchungen drängen sich unter anderem auch Ermittlungen und Befragungen im näheren und weiteren Umfeld des mutmasslichen Täters auf.»

Die Vernehmung des in der Schweiz festgenommenen Tatverdächtigen hat laut einer Pressemeldung der Polizeidirektion Dillingen vom Montag in Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt an dem 15jährigen Murat Yildizhat die bisherige Erkenntnis der Ermittlungsbehörden bestätigt, dass noch weitere Personen von den am vergangenen Freitag, 27. August festgenommenen Männern angegangen worden seien: «Es liegt eine Aussage vor, wonach die zwei Männer in der Nacht zum Dienstag, 6. Juli 2004 gegen 1.30 Uhr auf der Fahrt von Augsburg in Richtung Norden einen zirka 16 Jahre alten Jugendlichen, der als Anhalter unterwegs war, im Personenwagen mitnahmen; sie hatten die Absicht, ihn unter Gewaltanwendung sexuell zu missbrauchen.»  Genaue Angaben über die Örtlichkeit, wo der Jugendliche aufgenommen worden sei, lägen nicht vor. Er soll jedoch am Ortsrand von Augsburg an einer Landstrasse, die in nördliche Richtung führt gestanden sein. Die Täter seien anschliessend mit ihrem vermeintlichen Opfer nach einer Fahrtstrecke von etwa drei Kilometern nach rechts über einen Feldweg zum Beginn einer Baum- beziehungsweise Heckenbepflanzung gefahren. Die Täter hätten vorgegeben, eine Zigarettenpause machen zu wollen:«Als alle drei Personen aus dem Fahrzeug ausgestiegen waren, wurde der ahnungslose Anhalter von einem der Beschuldigten am Oberkörper festgehalten; der junge Mann konnte sich jedoch nach einem kurzen Gerangel losreissen und flüchtete zu Fuss in Richtung des Waldstückes.» Seine hellfarbige Jacke sei zurückgeblieben. Die Sonderkommission der Dillinger Kriminalpolizei suche derzeit nach dem Anhalter. Von ihm sei nur bekannt, dass er schlank und zirka 178 Zentimeter gross sei, dunkle kurze Haare habe und mit besagter Jacke und einer dunklen, weit geschnittenen Jeanshose bekleidet war. 

Wer hat die beiden Männer in der Zeit vom 9. bis 16. Juli 2004 gesehen? (Bildmaterial Bayerisches Landeskriminalamt)

Nach bisherigen Erkenntnissen – siehe auch Pressemeldungen der Polizeidirektion Dillingen in Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt an dem 15jährigen Murat Yildiz – waren Murats Mörder mit einem dunkelblauen Opel Astra Caravan (unteres Bild links) und einem dunkelgrauen Landrover «Discovery 2,5 Ti» (unten rechts), jeweils mit Schweizer Kennzeichen unterwegs. Es werde auch routinemässig überprüft, ob die Beschuldigten für weitere nicht aufgeklärte Tötungsdelikte in Betracht kommen.

Aus diesem Grund stelle die Polizei folgende Fragen:

Wer hat in der Zeit vom 9. bis 16.Juli 2004 die beiden Personen gesehen beziehugnsweise kann Angaben über deren Aufenthalt oder die benutzten Fahrzeuge machen? – Wer wurde von den Männern in bezug auf sexuelle Handlungen beziehungsweise Gewalttaten angegangen?

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