Montag, 7. Februar 2005
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Arbeitslosigkeit im Kanton Bern unverändert – Wirtschaft um 1,7 Prozent gewachsen
aid/sc/pvr. Obschon die Zahl der Stellensuchenden im Kanton Bern leicht (–62 auf 23'588 Personen) abgenommen hat, blieb die Arbeitslosenquote im Januar 2005 unverändert auf 3,1 Prozent. Grund dafür ist hauptsächlich der Rückgang von befristeten Arbeitsverhältnissen im Zwischenverdienst. Im schweizerischen Mittel stieg die Arbeitslosenquote von 4,0 auf 4,1 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen Lehrlinge, Schüler und Studenten nahm weiter ab. Die Berner Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent gewachsen. Für das laufende Jahr wird ein BIP-Wachstum von 1,4 Prozent erwartet.
Landesweit waren laut den Erhebungen des Staatssekretariates für Wirtschaft Ende Januar 162’032 Arbeitslose eingeschrieben, 3616 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 4,0 Prozent im Dezember 2004 auf 4,1 Prozent im Berichtsmonat. Es wurden insgesamt 229’624 Stellensuchende registriert, 1990 mehr als im Vormonat. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich um 1257 auf 7616 Stellen.
Die Entwicklung im Kanton Bern
Im Kanton Bern stieg bei den Männern die Zahl der arbeitslos Gemeldeten um 229 auf 9192, bei den Frauen um 35 auf 7058 Personen. (Tabelle). – Betroffen war vor allem die Altergruppe 25 bis 49 Jahre in Fachfunktionen. Die Zahl der arbeitslosen Lehrlinge (–15 auf 518), der Schüler und der Studenten (–50 auf 384) nahm dagegen weiter ab. Mit 10'963 Personen waren 211 Schweizer mehr arbeitslos als im Vormonat. Bei den Ausländern stieg die Zahl um 53 auf 5287 Personen. Die grössten Zunahmen verzeichneten Immobilien, Vermietung, Informatik mit 114, das Baugewerbe mit 75 und die Holzverarbeitung mit 35 Personen. Dagegen sank die Zahl der arbeitslos Gemeldeten im Gastgewerbe mit dem Beginn der Wintersaison um 64 auf 2334 Personen. In 18 von 26 Amtsbezirken stieg die Zahl der Arbeitslosen. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete der Amtsbezirk Biel mit 5,0 Prozent gefolgt von Moutier mit 4,1 Prozent. Die Quote liegt mit 1,6 Prozent im Amtsbezirk Signau am tiefsten. – Von den 23'588 Stellensuchenden (–62) gingen 3707 Personen (–138) einer bezahlten Arbeit im Sinne eines Zwischenverdienstes nach. 1461 Personen (+14) nahmen an einem Beschäftigungsprogramm teil und 559 (+76) aller Stellensuchenden absolvierten eine Weiterbildung beziehungsweise Umschulung, die länger als einen Monat dauerte. Gemessen am Total der Stellensuchenden waren 15,7 Prozent (Vormonat 16,3) in einem Zwischenverdienst. 6,2 Prozent (6,1) absolvierten ein Beschäftigungsprogramm und 2,4 Prozent (2,0) eine Weiterbildung.
Berner Wirtschaft um 1,7 Prozent gewachsen
Die Berner Wirtschaft hat im vergangenen Jahr das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2000 erzielt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) wuchs 2004 nach Angaben der Basel Economics (BAK) um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Positiv entwickelten sich im Kanton Bern im Jahr 2004 der Dienstleistungs- und Industriesektor mit einem BIP-Wachstum von 1,7 respektive 2,0 Prozent. Im Landwirtschaftssektor ist hingegen ein Rückgang zu verzeichnen (–3,4 Prozent). Gesamtschweizerisch lag das Wachstum bei 1,9 Prozent (Tabelle 2).
Die meisten Branchen des Industriesektors weisen für das vergangene Jahr positive Wachstumsraten aus. Eine Ausnahme bildet das Verlag- und Druckgewerbe (–1,7 Prozent). Ein stark überdurchschnittliches Wachstum verzeichnet im Industriesektor die Uhrenbranche (3,8 Prozent). Auch die Investitionsgüterindustrie (2,4 Prozent) und das Baugewerbe (2,9 Prozent) weisen Wachstumsraten aus, die sowohl über dem Berner als auch dem Schweizer BIP-Wachstum liegen.
Der Dienstleistungssektor entwickelte sich weniger stark positiv als der Industriesektor. Am stärksten wuchs die Nachrichtenübermittlungsbranche (3,1 Prozent). Das Gastgewerbe verzeichnet eine positive, wenn auch unterdurchschnittliche Wachstumsrate von 1,1 Prozent. Die Wachstumsrate der unternehmensbezogenen Dienstleistungen – dazu gehören Branchenzweige wie das Immobilienwesen, Rechts- und Wirtschaftsberatung sowie Informatikdienste – liegt mit 1,0 Prozent ebenfalls unter dem Berner Mittel. (Tabelle)
Die Anzeichen, die in der Schweiz auf eine Abschwächung des konjunkturellen Wachstums hindeuten, haben sich verdichtet. So bleiben die Warenexporte voraussichtlich stabil und der private Konsum geht zurück. Gegenüber dem vergangenen Jahr ist für das Jahr 2005 demnach mit einer Verlangsamung des Wachstums zu rechnen. Das Forschungsinstitut Basel Economics geht davon aus, dass im Kanton Bern das Bruttoinlandprodukt im Jahr 2005 um 1,4 Prozent zunehmen wird, in der Schweiz um 1,6 Prozent. (Tabelle)
Januar 2005 |
Männer |
Frauen |
Total |
Vormonat |
Differenz |
Total |
Vormonat |
Differenz |
| Kanton Bern |
9 192 |
7 058 |
16 250 |
15 986 |
264 |
3.1 |
3.1 |
0.0 |
| Frutigen |
141 |
98 |
239 |
265 |
–26 |
2.5 |
2.8 |
–0.3 |
| Interlaken |
430 |
317 |
747 |
777 |
–30 |
3.6 |
3.7 |
–0.1 |
| Niedersimmental |
187 |
172 |
359 |
386 |
–27 |
3.3 |
3.6 |
–0.3 |
| Oberhasli |
58 |
37 |
95 |
103 |
–8 |
2.2 |
2.4 |
–0.2 |
| Obersimmental |
63 |
38 |
101 |
122 |
–21 |
2.4 |
2.9 |
–0.5 |
| Saanen |
74 |
29 |
103 |
133 |
–30 |
2.1 |
2.7 |
–0.6 |
| Thun |
875 |
721 |
1 596 |
1 590 |
6 |
3.4 |
3.4 |
0.0 |
Total Oberland |
1 828 |
1 412 |
3 240 |
3 376 |
–136 |
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Prognosen jährlicher Wachstumsraten des Bruttoinlandprodukts (BIP)

Quelle: BAK Basel Economics, Stand: Januar 2005
Prognose der relativen Veränderung des Bruttoinlandprodukts (BIP) 2003 bis 2004

Quelle: BAK Basel Economics, Stand: Januar 2005
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