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Montag, 21. Februar 2005
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Kriminalstatistik 2004: Mehr Gewaltverbrechen und mehr Jugenddelikte
pkb/bns. Im Kanton Bern (ohne Stadt Bern) sind im Jahr 2004 insgesamt 39'068 Straftaten nach dem Strafgesetzbuch und dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel verübt und zur Anzeige gebracht worden. Angestiegen sind insbesondere die Körperverletzungen, die Tätlichkeiten sowie die Drohungen und Nötigungen. Vor allem im Bereich der Jugenddelinquenz stellt die Kantonpolizei Bern eine merkliche Zunahme fest.
Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Bern 39'068 Straftaten polizeilich erfasst; 1339 oder 3,55 Prozent mehr als im Jahr 2003. In dieser Zahl nicht enthalten sind die in der Stadt Bern begangenen Delikte sowie die Verkehrsvergehen und die Delikte aus der Nebenstrafgesetzgebung, mit Ausnahme des Betäubungsmittelgesetzes. Vergleicht man diese Zahl der verübten Straftaten aber mit jener vor zehn Jahren so beträgt die Zuwachsrate im Kriminalbereich gut 25 Prozent und dies bei nur gering angestiegener Bevölkerungszahl im Kanton Bern. Das kriminalpolizeiliche Lagebild ist nach wie vor geprägt von hoher Gewaltbereitschaft der Täterschaft und einem hohen Anteil an bandenmässig verübten Delikten. Die Kantonspolizei stellt namentlich im Bereich der Jugenddelinquenz eine kontinuierliche und merkliche Zunahme der Gewaltbereitschaft fest. So wurden beispielsweise im letzten Jahr rund 35 Prozent der verübten Raubdelikte durch Personen im jugendlichen Alter verübt. Vor zehn Jahren waren dies noch rund 22 Prozent.
– Gewaltdelikte: Die Zahl der Tötungsdelikte (inklusive Versuche) liegt mit 20 (davon 10 Versuche) um 13 Prozent unter derjenigen des Vorjahres. Bei den Raubdelikten wird ein leichter Rückgang verzeichnet. Die Zahl dieser Delikte ging von 183 auf 168 zurück (minus 8,2 Prozent). War die Zahl der Entreissdiebstähle beim letzten Vergleich noch im Abnehmen begriffen, ist die Zahl nun von 82 Fällen auf 108 deutlich angestiegen. Dies entspricht einer Zunahme von 31,7 Prozent. Die Körperverletzungen sind von 506 Fällen auf 521 um 3 Prozent angestiegen; bei den Tätlichkeiten (von 502 auf 848 Fälle) betrug die Zunahme deutliche 69 Prozent. Ein massiver Anstieg ist auch bei den Drohungen und Nötigungen erkennbar: Die angezeigten Drohungen nahmen mit 734 Fällen (Vorjahr 543) um 35,17 Prozent zu, die Fälle bei den Nötigungen stiegen von 73 auf 119 Delikte oder um 63,01 Prozent an. Eine Zunahme ist bei den Sittlichkeitsdelikten zu verzeichnen: Die Zahl der zur Anzeige gebrachten Delikte stieg hier um 15 Prozent von 380 auf 437. Die Zunahme erstreckt sich über alle in diesem Bereich erfassten Delikte gleichmässig.
– Diebstahl und Einbruch: Im Jahr 2004 wurden 21'771 Straftaten wegen Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Ladendiebstahl, Sachbeschädigung und Hehlerei bearbeitet. Dies entspricht einer Zunahme um 1680 Anzeigen oder um 8,36 Prozent gegenüber dem Jahr 2003 mit 20'091 Delikten. Die Einbruchdiebstähle haben um 4,95 Prozent von 5328 auf 5592 Fälle zugenommen, ohne aber den Rekordstand von 1997 (5901 Fälle) zu erreichen. Ebenfalls zugenommen haben die Diebstähle (um 15,59 Prozent von 9409 auf 10'876 Fälle). Dagegen nahmen die Ladendiebstähle (um 15,31 Prozent von 1992 auf 1687 Fälle) ab. Die Sachbeschädigungen nahmen um 5,93 Prozent von 3308 auf 3504 Fälle zu, die Fälle von Hehlerei von 54 auf 112 Fälle (107,41 Prozent) zu. In diesem Segment konnte bei insgesamt 5049 Delikten die Täterschaft abgeklärt werden. Damit nahm die Ermittlungsquote im Jahr 2004 im Vergleich zum Vorjahr (3212 abgeklärte Straftaten) um 23,19 Prozent zu.
– Fahrzeugdiebstahl: Im Jahr 2004 wurden insgesamt 7689 Fahrzeuge verlustig gemeldet – 17,48 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Deliktsumme beläuft sich dabei auf beinahe 16 Millionen Franken.
– Betäubungsmittel: Die Zahl der eingereichten Anzeigen im Betäubungsmittelbereich ist um 9,52 Prozent auf 3360 angestiegen. Bei den gemeldeten Drogentoten ist mit 16 Personen gegenüber dem Vorjahr ein leichter Anstieg (Vorjahr 14 Personen) zu vermelden, doch wurden die hohen Werte der Jahre 1999/2000 (22 bzw. 23 Drogentote) zum Glück nicht wieder erreicht. Der Heroinhandel – insbesondere der Strassendeal – läuft nach wie vor vorwiegend über Personen aus den Balkanstaaten, vor allem über albanischstämmige Asylsuchende ab. Der Kokainhandel bleibt eine Domäne der Schwarzafrikaner. Es muss vermehrt die Feststellung gemacht werden, dass die Strassendealer heute über Stoffmengen im Mehrkilobereich verfügen können. Der Verkauf von Cannabisprodukten läuft vorwiegend über die mehr als 100 zurzeit erfassten Hanfshops im Kanton Bern. Der im Verkauf stehende Hanf stammt praktisch ausschliesslich aus inländischen Outdoor- oder Indoor-Pflanzungen.
– Betrugs- und Wirtschaftsdelikte: Eine leichte Zunahme um 5,82 Prozent von 979 auf 1036 Straftaten ist bei den Betrugs- und Wirtschaftsdelikten registriert worden. Die Gesamtdeliktsumme nahm im Vergleich zum Vorjahr um 53,12 Prozent deutlich ab, von 52,8 Millionen Franken auf 24,7 Millionen Franken. Der Grund liegt darin, dass im Jahr 2003 ein Fall im Bereich Konkursdelikte mit einer Deliktsumme von über 30 Millionen Franken zu Buche geschlagen hatte.
– Brände und Explosionen: Die Gesamtzahl der Brandfälle liegt mit 515 Fällen erneut leicht tiefer als im Vorjahr (549 oder minus 6,19 Prozent). Von den 218 Brandstiftungen und fahrlässig verursachten Brandfällen konnten 131 Täter ermittelt werden – im Vorjahr waren es 105 ermittelte Täter bei 222 Brandstiftungen und fahrlässig verursachten Brandfällen. Die Zahl der Bombendrohungen und Bombenalarme sank um 12,5 Prozent auf 7. Die Gesamtschadensumme an Gebäuden beläuft sich auf insgesamt 51 Millionen Franken. Im Vorjahr musste noch eine Schadensumme von 68 Millionen Franken registriert werden.
Kriminalstatistik 2004: Erläuterungen von Peter Baumgartner, Chef der Kriminalabteilung – Tabellen – Grafiken zur Entwicklung in den letzten zehn Jahren
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