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Sonntag, 13. Februar 2005
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Interlaken und Umgebung: Amtliche Pilzkontrolle bleibt

Fast 50 Mitglieder des Vereins für Pilzkunde Interlaken und Umgebung haben sich am Samstag zur jährlichen Hauptversammlung im Restaurant Troja in Unterseen eingefunden. Die Pilzler wählten Christine Bhend als Nachfolgerin der abtretenden Sekretärin Helene Schneider. Vizepräsident Hans Wysser berichtete, dass die Zukunft der amtlichen Pilzkontrolle Unterseen gesichert sei.

Die amtliche Pilzkontrolle hat im vergangenen Jahr 35 Kilogramm ungeniessbare oder giftige Exemplare zurückbehalten, darunter je zwei Exemplare des absolut tödlich giftigen Grünen und Weissen Knollenblätterpilzes. Auch der dem Steinpilz sehr ähnliche Gallenröhrling sowie Fliegenpilz, Pantherpilz (Bild) und mehreren Arten von Schleierlingen und Schwefelköpfen kamen nicht durch die Kontrolle. (Archivbild Peter Schmid)

Den Höhepunkt der letztjährigen Vereinstätigkeit bildete zweifelsohne die grosse Pilzausstellung am Bettagwochenende im Schützenhaus Lehn in Unterseen. In seinem Jahresbericht hielt Präsident Walter Steffen Rückblick auf ein vielfältiges und arbeitsintensives Vereinsjahr. Die alle fünf Jahre stattfindende Pilzausstellung – siehe auch Grosse Ausstellung mit Hunderten von Pilzen vom Samstag, 18. September 2004 – verzeichnete mit 1500 Eintritten einen überraschend grossen Besucheraufmarsch. Entsprechend hoch war auch der Umsatz der Festwirtschaft. Insgesamt 1200 Pilzpastetli wurden an diesem Wochenende von den begeisterten Gästen verzehrt. Neben den zu diesem Zweck gesammelten Pilzen landete schliesslich fast der gesamte Pilzvorrat des Restaurants Troja im arg strapazierten Kochtopf.
Berichterstatter Hans Zurbuchen, Ringgenberg
Im Chuelibrunnen, wo der Verein von der Bergschaft Bohl eine Alphütte in Pacht hat, verrichteten einige Mitglieder wieder die jährlichen Unterhaltsarbeiten. Im kommenden Sommer soll der zur Hütte gehörende Brunnen und der ganze Boden des Viehstalls erneuert werden.

Pilzkontrolle Unterseen wird nicht abgeschafft

Walter «Höri» Matter, Leiter der technischen Kommission, wies darauf hin, dass die TK-Mitglieder während der Winterzeit regelmässig durchgeführte Weiterbildungsabende besuchen. Er rief die Versammlung auf, an den überaus interessanten Pilzbestimmungsabenden, die von Juni bis Oktober alle zwei Wochen stattfinden, teilzunehmen. Im Frühling soll ein öffentlicher Pilzkurs ausgeschrieben werden. Der in geselligem Rahmen gestaltete Unterricht soll jeweils am Montag, 11. April und am 2. und 30. Mai abends stattfinden. Zum Abschluss ist am Sonntag, 24. Juli eine ganztägige Exkursion in der Region geplant.

Die amtliche Pilzkontrolle, die bis auf weiteres bestehen bleibt, wurde im vergangenen Jahr wieder vermehrt beansprucht. Hans Wysser informierte, dass an 181 Kontrollen rund 460 Kilogramm Pilze geprüft wurden. Davon mussten 35 Kilogramm ungeniessbare oder giftige Exemplare zurückbehalten werden. Darunter waren die den Steinpilzen sehr ähnlichen Gallenröhrlinge, dazu auch Fliegenpilze, Pantherpilze und nebst mehreren Arten von Schleierlingen und Schwefelköpfen auch je zwei Exemplare des absolut tödlich giftigen Grünen und Weissen Knollenblätterpilzes.

Walter Matter lobte den weisen Entscheid der Behörden der beteiligen Gemeinden, die amtliche Pilzkontrolle, obwohl sie seit 1. Mai 2002 durch die neue Lebensmittelverordnung vom Bund nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist, in Unterseen aufrecht zu erhalten. Leider wurde er trotz des Bestehens dieser öffentlichen Dienstleistung im vergangenen Jahr zwei Mal zur Mithilfe bei der Abklärung von Pilzvergiftungen ins Regionalspital Unterseen gerufen. Beide Fälle liefen glücklicherweise glimpflich ab.

Wechsel im Vorstand

Nach 18 Jahren Vorstandstätigkeit traten Vizepräsident Hans Wysser und Sekretärin Helene Schneider von ihren Ämtern zurück. Als neue Sekretärin wählte die Versammlung Christine Bhend aus Unterseen. In Ermangelung eines Nachfolgers für den Vizepräsidenten wird dieses Amt vorläufig nicht besetzt. Präsident Walter Steffen und die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Der Vorstand setzt sich demnach wie folgt zusammen: Präsident Walter Steffen, Sekretärin Christine Bhend, Kassier Alfred Balsiger, TK-Leiter Walter Matter, sowie Heinz von Allmen und Hans Eggler. Als neue Rechnungsrevisorin wurde Helene Schneider zusammen mit dem bisherigen Revisor Ruedi Burkhalter bestimmt.

Die technische Kommission bleibt unter der Leitung von Walter Matter, Unterseen, unverändert bestehen. Folgende Mitglieder gehören dieser Fachgruppe an: Helene Schneider, Unterseen; Erika Gilomen, Unterseen; Walter Steffen, Matten; Hans Wysser, Unterseen; Ulrich Kehrli, Oberried; Alfred Balsiger, Unterseen; Werner Meyer und Hans Zurbuchen, beide aus Ringgenberg.

Im Anschluss an die Versammlung bot Küchenchef Godi Kolb ein kulinarisches Erlebnis sondergleichen. Was er schlicht als Pastetli-Festival bezeichnete, waren einfallsreiche Kreationen von verschiedenen Pilzpastetli als Aperogebäck, als Hauptgang und sogar als krönendes Dessert, gefüllt mit exotischen Früchten und süss eingelegten Eierschwümm, begleitet von einer russischen Pilzcreme mit Pistazien.

Amtliche Pilzkontrolle Unterseen. Während den Monaten August bis Oktober finden beim Werkhof Unterseen jeweils am Montag, Mittwoch und Samstag von 18.30 bis 19.00 Uhr Pilzkontrollen statt. Amtliche Pilzkontrolleure sind Walter Matter, Hans Wysser, Walter Steffen und Helene Schneider. Die genauen Daten werden jeweils im Anzeiger Interlaken publiziert. Kontaktadresse: Walter Steffen, Birkenweg 12, 3800 Matten, Telefon 033 823 09 09.

Berner Oberland News

Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzlistrasse 244, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 33 821 10 61 und Fax +41 33 82110 64 / Mobile +41 79 427 45 78 / Postcheckkonto 40-71882-7

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004


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