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Freitag, 11. Februar 2005
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Rugenbräu AG Interlaken: Neues Sudhaus eingeweiht

ds/pd/pvr. Die Brauerei Rugenbräu AG in Interlaken hat rund zwei Millionen Franken in ein neues Sudhaus investiert, welches nun zu den modernsten Sudhäusern der Schweiz gehört. Das eigenständige Familienunternehmen feierte am Freitag knapp sechs Monate nach dem Spatenstich die Einweihung des neuen Sudhauses mit vielen Gästen und einem speziellen Bierkulinarium.


Regierungsrätin Elisabeth Zölch setzt zum Durchschneiden des Bandes an. Links Bruno Hofweber, Delegierter des Verwaltungsrates der Rugenbräu AG. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

«Die Einweihung eines Sudhauses ist wahrlich keine alltägliche Geschichte; die letzten Sudhaus-Einweihungen fanden bei uns im Jahr 1906 und vor 42 Jahren, nämlich 1963 statt», führte Bruno Hofweber, Delegierter des Verwaltungsrates der Rugenbräu AG an der Eröffnung aus: «Wir wollten Innovationen mit Traditionen verknüpfen und haben das ‹Herzstück› des Bierprozesses mit einer vollautomatischen und nach modernster Technologie konzipierte Sudhausanlage erneuert.» Das Familienunternehmen habe zwei Millionen Franken in neueste Brautechnologie investiert und stärke somit seine Stellung als bedeutende, regional verankerte Familienbrauerei.

Gruppenbild mit Regierungsrätin. Von links nach rechts: Verwaltungsratspräsident Martin Hofweber, Braumeister Philipp Adler, Bruno Hofweber,Delegierter des Verwaltungsrates, Regierungsrätin Elisabeth Zölch, Ursula Hofweber und Architekt Jakob E. Burkhard.

«Innovative Firmen braucht das Oberland»

Regierungsrätin Elisabeth Zölch würdigte bei der Einweihung des neuen Sudhauses die Leistungen der Rugenbräu AG: «Solche innovative Firmen braucht das Berner Oberland, um den Wirtschafsstandort Berner Oberland zu stärken», führte die Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Bern in ihrem Grusswort aus. Es sei der Rugenbräu AG gelungen, auf einem immer globalisierteren Markt durch eine geschickte Strategie unabhängig zu bleiben. Mit Investitionen in eine neue Abfüllanlage und nun in ein neues Sudhaus bleibe die Brauerei auch technologisch immer an vorderster Front.
Der Staat könne gute Rahmenbedingungen schaffen, führte Zölch im weiteren aus. Bezogen auf die Bierbranche heisse das im Kanton Bern:

• Wir haben bereits ein liberales Gastgewerbegesetz und wir wollen uns auch für bedürfnisgerechte Ladenöffnungszeiten einsetzen.

• Wir anerkennen die gesellschaftspolitische Forderung nach Werbeverboten für Tabak und Alkohol. Wir werden diese Vorgaben aber mit Vernunft und Augenmass umsetzen.

• Wir bekennen uns zum Tourismus. Mit dem kurz vor der Beratung im Parlament stehende Tourismusentwicklungsgesetz – siehe auch Position zum neuen  Tourismusentwicklungsgesetz bezogen vom Dienstag, 8. Februar 2005 – sollen in der Tourismusförderung neue Akzente gesetzt werden: «Künftig wollen wir vermehrt Marketingaktivitäten unterstützen.» Kantonale Gelder sollen insbesondere auch für Veranstaltungen eingesetzt werden können: «Im hart umkämpften Tourismusmarkt müssen wir unseren Gästen etwas bieten und grosse Events bilden eine ideale Plattform, um unsere Qualitäten breit zu kommunizieren.»

Zwischen dem letzten Sud im alten Sudhaus Mitte Oktober und dem ersten Sud im neuen Sudhaus am 6. Dezember 2004 dauerte die Bauzeit sieben Wochen – beim alten Sudhaus waren es im Jahr 1963 noch sechs Monate gewesen. (Bild zvg)

Gute Rahmenbedingungen bezeichnete Zölch als Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand. Damit eine Wirtschaft floriere, brauche es zukunftsgerichtete Unternehmen. Die Rugenbräu AG glaube an die Zukunft: «Wir brauchen im Kanton Bern mehr solche Unternehmen – Unternehmen, die innovativ und nahe am Markt sind, die investieren und Arbeitsplätze schaffen und die zum Wachstum beitragen.» Gebraucht würden Unternehmer, die leistungsbereit seien und Risiken eingingen: «Und wer bei uns mit Investitionen Risiko eingeht, soll unterstützt und nicht behindert werden – das ist ein Leitsatz aus unserer Wachstumsstrategie.»

Die alten Kupferhauben wurden in das neue Herzstück der Bierherstellung integriert.

Durch den Umbau soll die Brauerei in der Lage sein, noch energieschonender und umweltfreundlicher zu produzieren. Die Energieeinsparung betrage 20 bis 30 Prozent, das heisst 20'000 bis 30'000 Liter Heizöl pro Jahr. Während sich die Rugenbräu AG neuester Technologien bediene, bleibe der Traditionsgedanke gleichwohl erhalten. Dazu Bruno Hofweber: «Unser erklärtes Ziel ist es, modernste Technologien mit dem ursprünglichen Brauhandwerk zu verknüpfen.» So würden zum Beispiel die alten Kupferhauben in das neue Herzstück der Bierherstellung integriert. Laut Philipp Adler, Technischer Betriebsleiter und Braumeister der Rugenbräu AG, wirkt sich die neue Brautechnologie positiv auf die Geschmacksstabilität und die Aromabildung aus.

Die Flaschenabfüllanlage.

Umfassende Investitionsphase

Die erste Bauetappe sei Teil einer umfassenden Investitionsphase, verlautet an der Eröffnung. Die Rugenbräu AG plane ihren Betrieb in den nächsten zehn Jahren komplett zu modernisieren. Neben dem Sudhaus sollen auch ein neuer Abholmarkt eingerichtet und die Büroräumlichkeiten erneuert werden. In einer nächsten Bauetappe sollen die Lagerräumlichkeiten erweitert und saniert werden. Für Brauereibesichtigungen sei ein eigentliches Begegnungs- und Erlebniszentrum vorgesehen. «Wir glauben an die Zukunft der Rugenbräu AG und wollen damit unseren Willen unterstreichen, uns auch weiterhin mit allen Mitteln für die Eigenständigkeit unserer Brauerei einzusetzen», meinte Bruno Hofweber, Delegierter des Verwaltungsrates.

Zum Fest ein Bierkulinarium

Nach der Einweihung erlebten die Gäste ein Mittagessen der besondere Art. Dazu hat die Rugenbräu AG den renommierten Koch Burkhard Michel aus Bamberg und sein fünfköpfiges Team eingeladen. Der Bierkoch, welcher sein Handwerk beim deutschen Jahrhundertkoch Eckhard Witzigmann perfektionierte, präsentierte ein zauberhaft komponiertes Bier-Menü. Dazu gab es allerlei Anekdoten rund ums Bier, moderiert von Helmut Klösel.

Tage des offenen Sudhauses. Vom Mittwoch, 16. Februar bis Freitag, 18. Februar 2005 sind Einheimische eingeladen, das modernisierte und umgebaute Sudhaus zu besichtigen. Die Türen stehen von 17 bis 20 Uhr für alle offen.

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