Donnerstag, 24. Februar 2005 |
|
|
 |
| Der Thuner Entlastungsstollen Schiffahrtskanal–Kraftwerk mit einem Innendurchmesser von 5,5 Meter soll vom Ende des Schiffahrtskanals entlang der Bahnlinie führen und unterhalb des Kraftwerks in die Aare münden. (Bildmaterial zvg) |
Thuner Hochwasser-Entlastungsstollen: Öffentliche Mitwirkung
aid/bns. Ein auf 31 Millionen Franken geschätzter Entlastungsstollen Stollen zwischen Schiffahrtskanal und Kraftwerk soll Thun künftig vor Hochwasser schützen. Die umstrittene Aarebaggerung im Äschenlaichgebiet wäre damit nicht mehr nötig. Das Projekt liegt vom 28. Februar bis 31. März 2005 zur öffentlichen Mitwirkung auf.
Der geplante Entlastungsstollen Schiffahrtskanal–Kraftwerk – siehe auch Hochwasserschutz Thunersee: «Entlastungsstollen langfristig günstiger» vom Dienstag, 30. November 2004 – führt vom Ende des BLS-Schiffahrtskanals etwa 1,2 Kilometer entlang der Bahnlinie bis zum Auslauf in die Aare bei der Regiebrücke unterhalb des Kraftwerks. Gebaut werde er mit einer Tunnelbohrmaschine mit Hydroschild vom Auslauf her. Für die Baustelleninstallationen und die Startbaugrube sei im Selveareal genügend Platz vorhanden: «Der Stollen liegt so tief, dass weder beim Bau noch im Betrieb mit Beeinträchtigungen an der Oberfläche zu rechnen ist.» Vom Einlaufbauwerk beim Bahnhofplatz werde nur bei tiefem Wasserstand der Rechen sichtbar sein. Die Verkehrsfläche am Bahnhofplatz bleibe vollständig erhalten. Die Fachleute schätzten die bautechnischen Risiken des Stollens als gering ein.
Besserer Hochwasserschutz
Detaillierte hydraulische Berechnungen hätten gezeigt, dass der Schiffahrtskanal bis zu 115 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durchleiten könne, heisst es im weiteren. Bereits bei einem Wasserstand von 557,45 Meter über Normalnull könnten zusätzliche 80 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem See abgeleitet werden. In den vergangenen 136 Jahren habe der Thunersee die Schadengrenze von 558,3 Meter 40 Mal überschritten: «Wäre der Stollen bereits 1869 in Betrieb gewesen, hätte von allen Hochwassern nur das 1999er Ereignis die Schadengrenze überschritten.» Mit einem Seepegel von 558,73 statt 559,12 Meter über Normalnull wären die Schäden deutlich geringer ausgefallen: «Wird der Entlastungsstollen in Thun gemäss vorgesehenem Wehrreglement betrieben, können negative Auswirkungen auf die Anwohnerschaft entlang der Aare zwischen Thun und Bern ausgeschlossen werden.»
Inbetriebnahme im Herbst 2007
Der Kanton rechnet laut Medienmitteilung damit, dass die Baubewilligung für den auf 31 Millionen Franken geschätzten Entlastungsstollen Anfang 2006 vorliegen wird, sofern es keine Verzögerung durch Beschwerden gibt. Bei Baubeginn im Frühling 2006 wird der Stollen bereits im Herbst 2007 betriebsbereit sein.
Öffentlicher Informationsanlass am 28. Februar 2005
Der Kanton und die verantwortlichen Ingenieure präsentieren den Entlastungsstollen am Montag, 28. Februar 2005 um 20 Uhr im Bärensaal beim Restaurant Morris, Frutigenstrasse 68c der Öffentlichkeit.
Öffentliche Auflage. Die Pläne und Berichte liegen vom 28. Februar bis 31. März bei der Direktion Bau und Liegenschaften der Stadt Thun auf. Die Informationen sind auch im Internet unter der Adresse www.hochwasserschutzthunersee.ch zu finden. Alle Interessierten sind zur Mitwirkung eingeladen. Die Eingaben fliessen in den Mitwirkungsbericht ein, der voraussichtlich im April publiziert wird.
| Berner Oberland News |
|
|
Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzlistrasse 244, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 33 821 10 61 und Fax +41 33 82110 64 / Mobile +41 79 427 45 78 / Postcheckkonto 40-71882-7 |
|
|