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Mittwoch, 12. Januar 2005
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BLS Lötschbergbahn AG: «S-Bahn Bern 2005 gut gestartet»
bls/pvr. Der Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2004 ist nach Einschätzung der BLS Lötschbergbahn AG – «von allen beteiligten Partnern minutiös vorbereitet» – erfolgreich umgesetzt worden: «Die Infrastrukturausbauten bewähren sich; die Reisezüge verkehren mit hoher Pünktlichkeit.»
Das für die S-Bahn Bern beschaffte beziehungsweise umgebaute Rollmaterial komme bei den Fahrgästen gut an, verlautete ein Monat nach dem Fahrplanwechsel an einer Medienorientierung in Bern.
Zu Reklamationen hätten zu Beginn vor allem die Platzverhältnisse in einigen Zügen geführt. Erste Massnahmen habe die BLS bereits nach einer Woche umgesetzt: «Die Zufriedenheit der Fahrgäste bleibt weiterhin die grosse Herausforderung für die BLS.» Die BLS ziehe nach 30 Tagen das Fazit, dass die Vorbereitungen auf den Fahrplanwechsel gut gewesen seien und dass sich das System bewähre. Die Verantwortlichen der BLS hätten mit Sofortmassnahmen bereits einige Probleme betreffend Sitzplatzangebot behoben: «Sie nehmen sich den übrigen Schwachstellen im Angebot einzeln an und bemühen sich, diese in Kleinarbeit möglichst rasch einer Lösung zuzuführen.»
Mit dem Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2004 habe die BLS zusätzliche Verantwortung für die S-Bahn Bern und die Regionalexpresszüge zwischen Bern und Luzern übernommen, verlautete im weiteren: «Die Arrondierung der Leistungen zwischen BLS und SBB, wie sie in der Basisvereinbarung zwischen den beiden Bahnen vom 15. Mai 2001 festgehalten wurde, ist nun weitgehend abgeschlossen.». Dadurch habe die BLS an Profil gewonnen. Der Leistungstausch zwischen BLS und SBB sei im Hinblick auf den 12. Dezember 2004 bereits schrittweise vollzogen worden: «Dazu gehörten unter anderem die Übernahme der Werkstätte Aebimatt in Bern mit über hundert Arbeitsplätzen durch die BLS, der Wechsel von Lokomotiv- und Zugbegleitpersonal zwischen den beiden Unternehmen sowie die Fernsteuerung des Bahnhofs Thun durch die BLS-Betriebszentrale Spiez und des Bahnhofs Kerzers durch das Fernsteuerzentrum Bern-Bümpliz Nord. Hinzu sei der Tausch von Rollmaterial gekommen: «Die BLS kaufte von den SBB deren gesamte Flotte an klimatisierten Einheitswagen EW III sowie sechs Lokomotiven des Typs Re 420 für die Regionalexpresszüge von Bern Richtung Langnau–Luzern sowie Kerzers–Neuchâtel; und sie verkaufte der SBB die Intercitywagen des Typs EW IV.»
Seit dem 12. Dezember 2004 sei die BLS für alle Normalspurlinien der S-Bahn Bern – mit Ausnahme der vom Regionalverkehr Mittelland (RM) gefahrenen S4/S44 – sowie für die neue Regionalexpresslinie Bern–Langnau–Luzern verantwortlich, wurde im weiteren erinnert: «Die Übernahme der Intercity-Züge von und nach Interlaken Ost und Brig erlaubt der SBB demgegenüber, den nationalen Fernverkehr aus einer Hand anzubieten.»
Leistungsausbau im Personen- und Güterverkehr
Die BLS steigert nach ihren Angaben im neuen Fahrplanjahr die Leistungen im Personenverkehr – gemessen in Zugskilometern – um rund 66 Prozent, und sie heisse neu 28 statt bisher 18 Millionen Fahrgäste willkommen: «Die BLS erbringt nun 80 Prozent der Normalspur-Zugskilometer der S-Bahn Bern; im Bahnhof Bern fahren an Werktagen neu mehr BLS-Züge ein und aus als SBB-Züge.» Auch im Güterverkehr habe die BLS Cargo AG ihre Verkehrsleistungen zum Fahrplanwechsel nochmals stark ausgebaut, namentlich mit einer Verdoppelung im Gotthardverkehr: «Der seit 2001 anhaltende Aufwärtstrend im Güterverkehr und der Leistungssprung im Personenverkehr hat auch Auswirkungen auf den Personalbestand.» Die BLS beschäftige neu rund 410 Lokomotivführer – im Mai 2001 seien es noch deren 220 gewesen.
Investitionen in Infrastruktur und Rollmaterial bewähren sich
Um für diesen Leistungsausbau gewappnet zu sein habe die BLS rund 260 Millionen Franken in die Erweiterung und Modernisierung des Fahrzeugparks für den Personenverkehr investiert. Dessen Rückgrat seien 36 dreiteilige Niederflur-Nahverkehrszüge «Nina» (davon drei in Ablieferung). Im weitern seien 16 der bewährten RBDe-Triebzüge mit einem neu entwickelten Niederflur-Gelenkwagen «Jumbo» ausgerüstet worden: «Damit ist die gesamte S-Bahn-Flotte niederflurig, was schweizweit erstmalig ist.» Auch infrastrukturseitig habe die BLS zielgerichtete Investitionen von rund 120 Millionen Franken getätigt: «Drei Doppelspurabschnitte zwischen Bern und Belp tragen zu einem stabilen Fahrplan bei.» Die Umbauten in den Bahnhöfen Kerzers und Thun mit neuen, ferngesteuerten Stellwerken bewährten sich. Zahlreiche Stationen hätten neue Perronanlagen erhalten, welche den Komfort beim Ein- und Aussteigen und die Sicherheit für die Fahrgäste verbesserten.
BLS-Netz mit verbesserter Fahrplanstabilität
Aus der Sicht der Infrastruktur war laut BLS der Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2004 erfolgreich. Die Investitionen hätten sich als als zweckdienlich erwiesen. Der völlig neu konzipierte Fahrplan weise keine Systemfehler auf. Das Schienennetz werde indessen durch die höhere Anzahl Züge stärker belastet und reagiere bei Abweichungen noch sensibler: «Auf dem Netz der BLS verkehrten in den ersten 30 Tagen 97,5 Prozent der Reisezüge mit einer Verspätung bis vier Minuten, womit das Pünktlichkeitsziel von 95 Prozent deutlich übertroffen worden sei: «Dazu beigetragen haben auch der bisher milde Winter, der über die Feiertage reduzierte Güterverkehr sowie die Tatsache, dass der Unterhalt der Infrastrukturanlagen seit dem Fahrplanwechsel und noch bis Ende Januar 2005 eingestellt ist, womit zurzeit weder Langsamfahrstellen noch Gleissperren den Zugverkehr einschränken.» Aus der Optik des Personenverkehrs werde der Fahrplanwechsel ebenfalls als geglückt bezeichnet. Der Fahrplan funktioniere gut. Auch auf bisher verspätungsanfälligen Linien seien kaum Abweichungen registriert: «Seit Beginn stark frequentiert wird die neue S-Bahn-Haltestelle Bern-Wankdorf, die an Werktagen durch rund 270 Züge von BLS und RM bedient wird.»
Hohe Akzeptanz für die S-Bahn-Fahrzeuge
«Das moderne S-Bahn-Rollmaterial der BLS kommt bei den Fahrgästen gut an», hiess es im weiteren: «Geschätzt werden die bequemen Einstiegsverhältnisse, die Übersichtlichkeit in den Grossraumfahrzeugen und die Tatsache, dass sich auch auf den Stehplätzen, die zu gewissen Tageszeiten unumgänglich sind, in heller, warmer und ruhiger Atmosphäre reisen lässt.» Der Einsatz von Personal während der Startphase zur Kundenbetreuung und -beratung an wichtigen Haltestellen sei begrüsst worden: «Auf ebenso positives Echo stiess die Einführung der Abendbegleitung auf jeweils einer S-Bahn-Linie.»
Wegen technischen Problemen fielen nach BLS-Angaben während den ersten 30 Tagen des neuen Fahrplans lediglich 31 von 19'475 BLS-Zügen (das seien 0,2 Prozent des Angebots) ganz oder auf einer Teilstrecke aus: «22 weitere Züge (0,1 Prozent) wurden gemäss den neuen «Spielregeln» wegen Verspätung vorzeitig gewendet; den aufgetretenen Störungen liegen erfreulicherweise keine Systemfehler zugrunde.»
Grösste Schwachstellen beim Platzangebot rasch behoben
In den ersten Tagen habe das Sitzplatzangebot ein einigen Zügen zu Reklamationen Anlass gegeben, wurde an der Medienorientierung eingeräumt. Bereits ab 17. Dezember 2004 habe die BLS zwei Züge der S5 mit je einer dritten «Nina» verstärkt. Seit 20. Dezember 2004 verkehrten in der Morgenspitze zwei zusätzliche Züge Münsingen–Bern, und einige stark frequentierte Regionalexpresszüge Luzern–Bern–Luzern würden um einen Wagen verlängert: «Die Erhöhung des Sitzplatzangebots in den am stärksten belasteten Zügen der S2/S22 und der S3 lässt sich nicht so einfach umsetzen; Massnahmen sind in Abklärung.»
Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg
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