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Samstag, 22. Januar 2005
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| Auch Käselöcher-Rennanzüge von einst – im Bild Kari Wyss aus Grindelwald – kamen am Inferno wieder zu Ehren. – Jeder, der das Infernoabfahrt heil überstanden hatte – Bild rechts der Brite Neil Howlett (433. Gesamtrang) – durfte sich nach der Zielankunft beim Alpweg zwischen Winteregg und Lauterbrunnen als Sieger fühlen ... (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
Inferno-Abfahrt: Acht Kilometer auf Neuschnee
ds/pd/pvr. Das 62. Internationale Inferno-Skirennen in Mürren ist auf einer verkürzten Streckenlänge von rund acht Kilometer von Kuno Michel aus Kerns in 9:11,23 gewonnen worden. Bei den Frauen fuhr Annina Strupler aus Grindelwald mit 10:51,72 die beste Zeit. In der Kombination – Langlauf, Riesenslalom und Abfahrt – siegten erwartungsgemäss die favorisierten Susanne Bleuer-Tschanz, Grindelwald und Hans Burkhard, FL-Triesenberg.
Während sich die ersten Inferno-Abfahrer zu Tal stürzten, waren andere noch im etwa viertelstündigen Aufstieg zum Schaffährich oberhalb der Höhenlücke (Allmendhubel).
Wegen des durch einen Tragseilschaden bei der Luftseilbahnsektion Mürren–Birg verursachten Betriebsunterbruchs – siehe auch Inferno-Rennen Mürren: Auftakt mit dem Kombinationslanglauf vom Mittwoch, 19. Januar 2005 – ging die Inferno-Abfahrt nicht über die gesamte 15,8 Kilometer lange Originalstrecke, sondern startete bei zeitweise starkem Schneefall wie vorgesehen beim Schaffährich oberhalb der Höhenlücke (Allmendhubel) mit Ziel beim Alpweg zwischen Winteregg und Lauterbrunnen. Was beim Inferno-Kombinationsriesenslalom begann – siehe auch Inferno-Skirennen Mürren: Bleuer und Rösti siegten im Kombinationsriesenslalom vom Donnerstag, 20. Januar 2005 – fand seine Fortsetzung bei der ältesten und längsten Volksskiabfahrt der Welt: Die Grindelwalder Frauen der Kategorie 1 konnten auch bei der Inferno-Abfahrt einen dreifachen Sieg feiern. Trotzdem kam es zu einer Überraschung. Susanne Bleuer-Tschanz musste ihre Führung nach sieben Stunden Wartezeit an Annina Strupler abgeben. Zum ersten Mal am Start überraschte die erst 21jährige. Sie erreichte das Ziel «Alpweg» in der Zeit von 10:51,72 und liess Susanne Bleuer-Tschanz 13 Sekunden 54 Hundertstel (11:05,26) und Melanie Steuri 54 Sekunden und 16 Hundertstel (11:45,88) hinter sich.
Fahrt durch eine winterliche Märchenlandschaft.
Ähnliches spielte sich in der Kategorie Hauptklasse ab. Kuno Michel aus Kerns mit der Startnummer 1656 fuhr die 8,2 Kilometer Abfahrtsstrecke mit einer Höhendifferenz von 970 Meter am schnellsten. Er passierte die Ziellinie in der Tagesbestzeit von 9:11,23 und verwies den Deutschen Ralf Denk vom SC Rosenheim um 15 Sekunden und 25 Hundertstel und den lange Führenden Ruedi Trummer aus Adelboden um 42 Sekunden und 55 Hundertstel auf die Plätze zwei und drei. Die Wende wurde ermöglicht durch eine Änderung der Witterungsverhältnisse. Ab 15 Uhr schneite es nicht mehr und auch die Temperatur fiel. Ob dies aber den Unterschied ausmachte, bleibt fraglich, mussten die letzten Schnellfahrer auch die sogenannten «Touristen» überholen, was ebenfalls Zeit kostet. Sicher ist, dass die Abfahrt vom Schaffährich oberhalb dem Kontrolltor Höhenlücke hinunter nach Lauterbrunnen zum Alpweg wieder einmal viel Stehvermögen abverlangte. Über Sieg oder Niederlage wurde dieses Jahr bei den Aufstiegen Allmendhubel Grund hoch zur Chänelegg und Winteregghügel entschieden.
Dank dem reichlich gefallenen Neuschnee ...
An den Start ging es wie im Jahr 1928. So mussten die Inferno-Abfahrer an die 15 Minuten zu Fuss hoch zum Start aufsteigen. Eine Neuerung erfuhr auch das Inferno-Dörfli. Aus organisatorischen Gründen wurde das Inferno-Dörfli nicht im Ziel Alpweg, sondern in Lauterbrunnen oberhalb des Hotels Schützen aufgebaut. Dort warteten auf die Inferno-Teilnehmer und zahlreiche Inferno-Fans die Schlusszeiten, die am Start abgegebenen Kleider und Unterhaltungsmusik der Gruppe Bermudas. Der Neuschnee forderte auch seinen Tribut: So kam es zu 13 Unfälle und somit auch zu einer Programmverzögerung. Die «Flower-Ceremony», die Preisverleihung der ersten Dreiplazierten aller Kategorien, verspätete sich um 45 Minuten. Dies war aber auch notwendig, da sich das Klassement noch massgebend änderte. – Die 63. Internationalen Inferno-Skirennen Mürren finden vom Mittwoch, 18. Januar bis Samstag, 21. Januar 2006 statt.
... brauchten die Schneekanonen nicht in Aktion zu treten.
Männer overall. Hauptklasse 511 Klassierte / Senioren I 634 Klassierte / S2 Senioren II 172 Klassierte: 1. Kuno Michel, Kerns 9:11,23 (Hauptklasse 1.). 2. Ralf Denk, D-Rosenheim 9:26,48 (Hauptklasse 2.). 3. Ueli Wittwer, Wichtrach 9:28,42 (Senioren I 1.). 4. Ruedi Trummer, Adelboden 9:54,18 (Hauptklasse 3.). 5. Manuel Zurbuchen, Interlaken 10:00,43 (Hauptklasse 4.). 6. Martin Streich, Ringgenberg 10:01,28 (Hauptklasse 5.). 7. Stefan Gafner, Interlaken 10:01,38 (Hauptklasse 6.). 8. Mathias Salzmann, Naters 10:01,39 (Hauptklasse 7.). 9. Harry Maier, Zäziwil 10:02,28 (Hauptklasse 8.). 10. Urs von Allmen, Lauterbrunnen 10:03,12 (Senioren I 2.). 11. Matthias Reber, Leissigen 10:03,37 (Hauptklasse 9.). 12. Hans Burkhard, FL-Triesenberg 10:05,35 (Hauptklasse 10.). 13. Thomas Huggler, Matten bei Interlaken 10:05,91 (Hauptklasse 11.). 14. Marcel Trittibach, Diemtigen 10:07,17 (Hauptklasse 12.). 15. Martin Maier, Unterseen 10:08,76 (Senioren I 3.). 16. Markus Fuhrer, Interlaken 10:09,46 (Hauptklasse 13.). 17. Marc Schori, Unterseen 10:09,87 (Hauptklasse 14). 18. Kurt Luchsinger, Schwanden (Glarus) 10:10,99 (Senioren I 4.). 19. Rainer Buhl, D-Bad Krozingen 10:11,82 (Senioren I 5.). 20. Daniel Wolf, Homberg bei Thun 10:12,60 (Hauptklasse 15.).
Frauen overall / Frauen I 94 Klassierte / Frauen II 75 Klassierte: 1. Annina Strupler, Grindelwald 10:51,72 (Frauen I 1.) 2. Susan Bleuer-Tschanz, Grindelwald 11:05,26 (Frauen I 2.). 3. Beatrix Straub, D-Furtwangen 11:27,61 (Frauen II 1.) 4. Melanie Steuri Grindelwald 11:45,88 (Frauen I 3.). 5. Marianne Rubi, Grindelwald 12:08,54 (Frauen I 4.). 6. Annerös Inniger, Frutigen 12:19,29 (Frauen II 2.). 7. Daniela Theiler, Thun 12:20,93 (Frauen I 5.). 8. Eva Mayer, A-Graz 12:32,63 (Frauen II 3.). 9. Barbara Oberli, Schangnau 12:40,42 (Frauen I 6.). 10. Jolanda Rast Homberg bei Thun,12:49,39 (Frauen I 7.).
Kombination Langlauf/Riesenslalom/Abfahrt / Frauen I (19 Klassierte): 1. Susanne Bleuer-Tschanz, Grindelwald. 2. Annina Strupler, Grindelwald. 3. Melanie Steuri, Grindelwald. – Frauen II (16 Klassierte): 1. Beatrix Straub, D-Furtwangen. 2. Annerös Inniger, Frutigen. 3. Eva Mayer, A-Graz. – Männer Hauptklasse (84 Klassierte): 1. Hans Burkhard, FL-Triesenberg. 2. Manuel Zurbuchen, Interlaken. 3. Marc Schori, Unterseen. – Senioren I (113 Klassierte): 1. Thomas Nawrath, D-Dresden. 2. Marcel Seiler, Adelboden. 3. Ueli Mani, Därstetten. – Senioren II (35 Klassierte): 1. Wilfried Straub, D-Furtwangen. 2. Christian Mürner, Scharnachtal. 3. Peter Aeschimann, Matten bei Interlaken.
Technische Angaben. Start: Oberhalb Schaffährich auf 1900 Meter über Meer.
Ziel: Alpweg auf 830 Meter über Normalnull. Höhendifferenz 970 Meter. Länge 8,2 Kilometer. Kontrolltore: Höhenlücke, Winteregghügel, Wintereggbrücke, Sprissenkehr, Alpweg. – Angemeldet 1820 Teilnehmer, davon am Start 1510. Klassiert 1497.
Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg
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