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Mittwoch, 12. Januar 2005
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Polo Hofer (links) und neben ihm der Interlakner Postauto-Agenturleiter Niklaus Martin beim Entkorken der Champagnerflasche. – Rechts: Polo Hofer bespritzte das Postauto mit kühlem Champagner imd wünschte auf seine Art gute Fahrt. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

Klimatisiertes Postauto auf «Polo Hofer» getauft

pd/ds/pvr. Auf der Postautolinie 2 zwischen Interlaken-West und Ringgenberg verkehrt im Stundentakt ein neues Postauto – nach Angaben von Postauto Berner Oberland das erste im Raum Interlaken mit Klimaanlage. Am Mittwochabend wurde das Fahrzeug im Beisein von über hundert Gästen aus dem öffentlichen Verkehr, dem Tourismus, der Politik und der Kultur im Busservicecenter im Moos auf den Namen des Mundartrockers Polo Hofer getauft.

Als «Götti» des neuen Postautos liess es sich Polo Hofer nicht nehmen, sowohl beim Einstieg ...

Postauto Berner Oberland habe mit dem Fahrplanwechsel die Linien rund um das Bödeli reorganisiert, verlautete bei der Fahrzeugtaufe. Das vergangene Jahr habe Postauto Berner Oberland vor grosse Herausforderung gestellt: «Allem voran hat der grosse Fahrplanwechsel zur Einführung der ersten Etappe von Bahn 2000 am vergangenen 12. Dezember planerisch und organisatorisch die Kräfte gebunden.» Als wichtiges Bindeglied der Transportkette des öffentlichen Verkehrs erfülle Postauto die Zubringer- und Verteilfunktion der Reisenden in die Agglomeration und die peripheren Regionen: «Die wichtigste Aufgabe ist und bleibt der regionale Personenverkehr auf der Strasse und Postauto will hier seine heutige Marktposition sowohl erhalten wie auch weiter ausbauen.» Die Finanzknappheit von den Auftraggebern Bund und Kanton habe sich weiter verschärft. Das nächste Sparprogramm stehe diesen Frühling in den beiden Räten bereits vor der Tür und werde die Besteller nochmals stärker unter Kostendruck setzen. Auf den 1. Januar 2005 sei die Postauto Schweiz AG gegründet worden: «Damit ist der Grundstein für eine neue Postauto-Ära gelegt.»

... als auch hinter dem Steuer für die Fotografen zu posieren.

Als Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit soll das Postauto noch stärker als Unternehmung des öffentlichen Verkehrs wahrgenommen. So habe jetzt die Postauto Schweiz AG die gleiche Rechtsform wie die Mehrheit der schweizerischen Transportunternehmen. Postauto Schweiz AG ist per 1. Januar neu in neun Regionen sowie verschiedene Agenturen eingeteilt worden. Postauto Berner Oberland – siehe auch «Postauto Berner Oberland»: Agentur statt Regionalzentrum vom Dienstag, 14. Dezember 2004 – sei dabei zu einer Agentur mit Bestellermarketing und Offertwesen umstrukturiert und der Region Bern zugeteilt worden.

Der VW-Plexibus vor dem alten Postgebäude in Goldswil. (Archivbild zvg)

Schon 1948 mit dem Autoboten nach Goldswil

Die Geschichte des motorisierten Personenverkehrs nach Goldswil habe vor mehr als 50 Jahren begonnen, wurde an der Fahrzeugtaufe erinnert. Am 1. September 1948 sei die Autobotenverbindung mit Personenbeförderung zwischen Interlaken und Goldswil vom Posthalter Werner Steiner senior eröffnet worden. Ein umgebautes Oldsmobile mit acht Plätzen sei das erste Postauto auf dieser Linie gewesen. Elf Jahre später, im Jahr 1959 sei das Oldsmobile durch einen roten VW-Plexibus ersetzt worden. Im Jahr 1967 sei Werner Steiner pensioniert worden und sein Sohn Werner habe die Post Goldswil und den Autokurs seines Vaters geführt.
Niklaus Martin Agenturleiter
in Interlaken


Niklaus Martin ist seit über 27 Jahren ausgewanderter Walliser und auch schon über 24 Jahren für den öffentlichen Verkehr tätig. Zuallererst verdiente er während fünf Jahren seine Sporen beim Bundesamt für Verkehr ab, wechselte dann die Seite und war über 16 Jahre bei den Verkehrsbetrieben Biel in der Funktion als stellvertretender Direktor tätig. Vor knapp zwei Jahren – siehe auch «Postauto Berner Oberland»: Agentur statt Regionalzentrum vom Dienstag, 14. Dezember 2004 – fand er den Weg nach Interlaken, wo er im Bereich Finanzen und Controlling und als stellvertretender Leiter von Postauto Berner Oberland wirkte.
Der Fahrdienst sei mit vier Kurspaaren zwischen Interlaken-Ost und Goldswil – davon zwei Kurspaare bis zum Postamt Interlaken – ausgeführt worden. Im Jahr 1971 sei nach zwölfjährigem Einsatz der Bus durch einen neueren VW-Bus ersetzt worden. Der Autokurs habe auch Gütertransporte wie Brot- oder Milchsendungen besorgt: «Der VW-Bus war chronisch überbesetzt, so dass des öfteren doppelte Kurse gefahren werden mussten.» Eine Neulösung für die Personenbeförderung habe sich aufgedrängt und im Jahr 1972 habe daher ein Postautohalterbetrieb eingeführt werden müssen: «Es wurde beschlossen, den von der Posthalterfamilie Steiner betriebenen Botenkurs Interlaken–Goldswil auf den 28. Mai 1972 aufzuheben.» Ab dem Fahrplanwechsel habe die Auto AG Interlaken im Auftrag der BLS Lötschbergbahn als Konzessionär, die regelmässige Personenbeförderung mit Motorfahrzeugen auf der Strecke Interlaken – Goldswil – Ringgenberg betrieben. 1994 habe die BLS als Postautohalter auch die Linien Interlaken-West – Beatenberg – Bönigen und Interlaken-West – Habkern – Ringgenberg übernommen: «Seit dem Jahr 2002 ist das Postauto alleiniger Anbieter des regionalen Busverkehrs auf dem Bödeli.» Mit dem definitiven Auftrag vom Amt für öffentlichen Verkehr habe Postauto Berner Oberland den damals noch provisorischen Fahrzeugpark auflösen und fünf neue Fahrzeuge in Betrieb nehmen können.

Technische Daten. Das neue Postauto ist ein Niederflur-Linienbus der neuesten Generation und weist folgende Daten auf: Marke/Typ: Mercedes-Benz Citaro 0 530. – Gewicht leer 11'940 Kilogramm, Gesamtgewicht 18'000 Kilogramm. Länge 12 Meter, Breite 2,55 Meter. 43 Sitz- und 47 Stehplätze sowie ein Rollstuhlplatz. – Motorenleistung 220 kW (300 PS). Dieselmotor mit CRT-Filter (Russfilter). Automatisches Getriebe. – Besonderes: Klimaanlage und komfortabler Niederflureinstieg mit Rollstuhlrampe.

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Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg
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