|
Dienstag, 18. Januar 2005
|
zurück zur aktuellen Frontseite
|
|
Goldiwil bei Thun: Klimaschonende Holzheizung
sth/bns. Die bestehende zentrale Ölheizung der 66 Wohneinheiten umfassenden Überbauung Hubelmatt in Goldiwil bei Thun muss saniert werden. Die Miteigentümer haben sich laut einer Medienmitteilung für den ökologischen Energieträger Holzpellets entschieden. Die neue Anlage soll im Sommer 2005 eingebaut werden.
Die im Jahr 1989 fertiggestellte Siedlung Hubelmatt besteht laut Medienmitteilung aus sechs Gebäuden mit je sechs Wohnungen und 15 Doppeleinfamilienhäusern, die locker um die Erschliessungsstrasse gruppiert sind. Die Wärmeerzeugung mit Brennstoff Heizöl sei sanierungsbedürftig: «Der Unterhalt der Ölheizung wurde zunehmend teuer, die Anlagensicherheit ungenügend.» Ausserdem habe die alte Feuerung Lärmprobleme in einer Wohnung und in der Umgebung verursacht.
Entscheid für Holz
An der Eigentümerversammlung vom Juni 2004 wurde laut Medienmitteilung mit 39 gegen 1 Stimme die Realisation einer Holzheizung beschlossen. Ökologische Überzeugungen seien über kurzfristige ökonomische Vorteile gestellt worden: «Der reine Ersatz der Ölheizung würde nur halb so grosse Investitionen auslösen.» Die Eigentümer seien sich dessen bewusst und hätten damit Vorgaben des Bundesprogrammes «Energie Schweiz» umgesetzt, nämlich mit freiwilligen Massnahmen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und vermehrt erneuerbare Energien zu nutzen. Im November 2004 sei aus mehreren Angeboten ein Unternehmer aus der Region gewählt worden: «Im Sommer 2005 wird die Heizungssanierung durchgeführt; vor Beginn der nächsten Heizperiode können dann die ersten Holzpellets aus einheimischer, lokaler Produktion in Wärme umgewandelt werden.»
Preisentwicklung gibt der Holzenergie Auftrieb
Bisher seien in der Überbauung Hubelmatt jährlich 80'000 Liter Heizöl verbrannt worden und die Energiekosten hätten in den vergangenen Jahren rund 30'000 Franken betragen: «Durch die Preissteigerung der letzten Monate muss für diese Menge Heizöl heute 45'000 Franken bezahlt werden.» Damit sei Energieholz gleich teuer wie Heizöl. Im Gegensatz zur Holzenergie wird die Versorgungs- und Preissicherheit beim Erdöl aber als unberechenbar und nicht direkt beeinflussbar bezeichnet. Energieholz aus Schweizer Forst und aus Sägereiabfällen hingegen stünden heute im Überfluss zur Verfügung: «Die Energieholznutzung könnte ohne jegliche flankierenden Massnahmen kurzfristig verdoppelt werden, langfristig wäre noch mehr Potential ausschöpfbar; einheimische Holzenergie könnte einen bedeutenden Anteil am Schweizer Wärmeenergieverbrauch abdecken.» An Vorteilen wird aufgeführt, Holzenergie sei einheimisch, erneuerbar und CO2-neutral: «Im Gegensatz zu Heizöl, bei dem über 80 Prozent des Verkaufspreises in teilweise instabile Staaten des Nahen Ostens fliessen, bleibt beim Energieholz das Geld in der Region, respektive in der Schweiz.»
Förderbeiträge für Nutzung der Holzenergie
Der Kanton Bern fördere die Holzenergieanlage Hubelmatt mit 40'000 Franken, was rund 15 Prozent der Investitionskosten ausmache, verlautet im weiteren. In der Kantonalen Energiepolitik habe Holzenergie einen hohen Stellenwert: «In den nächsten Jahren sollen nach dem Willen einer kürzlich durch den Grossen Rat überwiesenen Motion bis zu 35 Millionen Franken für grosse Holzheizungen im Kanton Bern eingesetzt werden.» Im waldreichen Kanton Bern sei eine vermehrte Nutzung von Energieholz von allgemeinem Interesse, befänden sich doch rund 50 Prozent des Forstes in öffentlichrechtlichem Besitz: «Vermehrte Energieholznutzung generiert dringend benötigte Einnahmen, sichert und schafft Arbeitsplätze vorab in den Randregionen.»
«Energie Schweiz»
Die Ziele von «Energie Schweiz» für das laufende Jahrzehnt seien durch Bundesverfassung, Energie- und CO2-Gesetz sowie schweizerische Verpflichtungen im Rahmen der internationalen Klimakonvention vorgegeben, heisst es abschliessend: «Wichtige nicht quantifizierbare Ziele von «Energie Schweiz» sind die Entwicklung eines ausgeprägten Energiebewusstseins in der Bevölkerung als Voraussetzung für freiwillige Massnahmen, die engere Zusammenarbeit aller Akteure, Innovationen in allen Bereichen und damit die Stärkung der schweizerischen Wirtschaft. Für die Zeit zwischen 2000 und 2010 werden folgende Ziele genannt:
• Der Verbrauch fossiler Energien soll um zehn Prozent sinken. Dabei soll der Verbrauch in Gebäuden um 15 Prozent sinken, bei Fahrzeugen dementsprechend weniger.
• Der CO2-Ausstoss soll um zehn Prozent sinken.
• Der Elektrizitätsverbrauch darf höchstens um fünf Prozent wachsen.
• Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmeerzeugung soll auf drei Prozentpunkte steigen.
Regionale Energieberatungsstelle in Thun. Eine Dienstleistung der Planungsregionen Thun-Innertport, Kander- und Gürbetal sowie des Kantons Bern. Neutrale Beratung in Energiefragen für Private, Firmen und Gemeinden. – Adresse: Regionale Energieberatung, Industriestrasse 6, Postfach 733, 3607 Thun. Telefon 033 225’22’90 / mailto:eb@energiethun.ch
Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg
Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 33 821 10 61 und Fax +41 33 82110 64
Mobile +41 79 427 45 78 / Wohnung privat +41 33 821 10 60 / Postcheckkonto 40-71882-7
|