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Dienstag, 18. Januar 2005
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Umfahrung Reichenbach: Freiwerdende Flächen entlang der Bahn sichern
aid/bns. Die Bevölkerung von Reichenbach – so das Ergebnis der im vergangenen Herbst durchgeführten Mitwirkungsveranstaltungen – will die freiwerdenden Flächen entlang der Bahnlinie für den Bau einer Umfahrungsstrasse sichern. Ob die Umfahrungsstrasse oberirdisch oder in einem Tunnel geführt wird, ist laut einer Medienmitteilung aber noch offen.
Auf der Ortsdurchfahrt von Reichenbach bildeten sich vor allem an verkehrsintensiven Wochenenden regelmässig Staus, heisst es in der Medienmitteilung. Ursache seien einerseits die beiden Lichtsignalanlagen, anderseits aber vor allem die Überlagerung des Durchgangsverkehrs mit dem lokalen Abbiege- und Einmündungsverkehr. Kanton, Region und Gemeinden hätten deshalb im Jahr 1999 in einer gemeinsamen Korridorstrategie für das Kandertal festgelegt, dass der Lokalverkehr und der Durchgangsverkehr getrennt werden sollen: «Die für 2007 geplante Umstellung des öffentlichen Regionalverkehrs von Bahn auf Bus eröffnete eine Chance für weniger aufwendige und teure Lösungen.»
Drei Varianten zur Diskussion gestellt
In einer Studie haben Gemeinde und Kanton laut Medienmitteilung die Machbarkeit einer Umfahrungsstrasse unter Einbezug der ab 2007 frei werdenden Bahnflächen untersucht. Die Ergebnisse seien im vergangenen Herbst an zwei Mitwirkungsveranstaltungen der Bevölkerung vorgestellt worden. Zur Diskussion seien drei Varianten gestanden:
– eine Parallelstrasse für den Durchgangsverkehr;
– eine umgestaltete Mischverkehrsstrasse mit einem breiten Mittelbereich, der optimale Verhältnisse für das Ein- und Abbiegen schaffen würde:
– ein Tunnel für den Durchgangsverkehr entlang der Bahnlinie unter der heutigen Kantonsstrasse.
«Alle Varianten sind technisch machbar und würden die Leistungsfähigkeit der Strasse für den Durchgangsverkehr erhöhen», wird dazu ausgeführt. Sie brächten auch der Gemeinde und den Anstössern Vorteile: «Die Vorplätze der Geschäfte und Liegenschaften könnten vergrössert und bedürfnisgerecht gestaltet werden.»
Oberirdisch oder Tunnel?
Die rund 80 Teilnehmer an den Mitwirkungsveranstaltungen waren sich laut Medienmitteilung mehrheitlich (93 Prozent ) einig, dass die frei werdenden Flächen entlang der Bahn rechtlich gesichert werden sollen: «Für die grosse Mehrheit (79 Prozent) stand der Bau einer Umfahrungsstrasse im Vordergrund, eine Minderheit (14 Prozent) sah andere Nutzungen auf diesem Areal.» Von den drei Varianten seien die beiden letzteren auf breite Zustimmung gestossen: «Rund 50 Prozent befürworteten die Variante ‹Mischverkehrsstrasse mit breitem Mittelbereich›, weil sie der Gemeinde grösseren Nutzen bringen würde als eine abgetrennte Strasse für den Durchgangsverkehr.» Für 40 Prozent sei die Tunnellösung im Vordergrund gestanden: «Allerdings war den Anwesenden bewusst, dass damit der Bau der Umfahrungsstrasse weiter in die Zukunft rücken würde; denn die Kosten wären markant höher als bei der Variante mit dem Mittelbereich.» Dringlich für die Bevölkerung sei die Sanierung des Knotens Kien–Rüdlen.
Baubeginn hängt vom Bund ab
Aufgrund der Ergebnisse der Mitwirkungsveranstaltungen werde der Gemeinderat mit der BLS Lötschbergbahn AG Verhandlungen über die Sicherung der freiwerdenden Bahnflächen aufnehmen, heisst es abschliessend. Die Baumaschinen würden jedoch nicht so bald in Reichenbach auffahren. Im nächsten Jahre entscheide nämlich der Bund darüber, ob die Kandertalstrasse ins Nationalstrassennetz aufgenommen werde: «Sollte dies der Fall sein, hängt der Zeitpunkt des Umbaus der Strasse von der schweizweiten Prioritätensetzung des Bundes ab.» Sofern die Kandertalstrasse wider erwarten eine Kantonsstrasse bleibe, sei ein Umbau vor zirka 2015 aus finanziellen Gründen nicht möglich. In diesem Fall soll aber vorher nach einer baulichen Lösung für den Knoten Kien–Rüdlen gesucht werden.
Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg
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