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Sonntag, 9. Januar 2005
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| Der Jodlerklub Habkern bei der feierlichen Übergabe des Unspunnensteins. – Von links nach rechts freuen sich Emanuel Berger, Direktor Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa, die Ex-Botschaftergattin Shawn Borer-Fielding, der Unspunnenstein-Stösser Peter Michel und Peter Bratschi, Verwaltungsratspräsident der Victoria-Jungfrau AG. (Bilder Dora Schmid/Zürcher) |
Übergabe des Unspunnensteins und Eröffnung einer Ausstellung
ds/pvr.
Auftakt zum Unspunnenjahr mit der Übergabe des Unspunnensteins und der Eröffnung einer Ausstellung zum Unspunnenfest in den öffentlichen Räumen des Interlakner Grand Hotels Victoria-Jungfrau: Im September 2005 – das Unspunnenfest 2005 findet am Wochenende vom 2. bis 4. September in Interlaken statt – sind seit dem ersten Alphirtenfest auf der Unspunnenmatte 200 Jahre vergangen.
Organisationskomiteepräsident Ueli Bettler (vorne links) mit der Trachtengruppe Unspunnen und der Fahnengruppe Interlaken.
Das Unspunnensteinstossen – siehe auch Unspunnen 2005: 200 Jahre Schweizerisches Trachten- und Alphirtenfest Interlaken vom Donnerstag, 5. August 2004 – soll mit einem 167 Pfund schweren Stein durchgeführt werden. Es werde nicht mehr der Originalstein gestossen, und auch der im Jahr 1984 von «Béliers» aus dem Touristikmuseum der Jungfrauregion in Unterseen gestohlene und inzwischen durch die Ex-Botschaftergattin Shawn Borer-Fielding wieder zurückgebrachte Stein könne nicht mehr gebraucht werden, wurde seinerzeit an einer Medienorientierung erinnert: Wegen eingemeisselter Sterne habe dieser Stein nicht mehr das richtige Gewicht von 83,5 Kilogramm.
Unter einem Dutzend Ausstellungsobjekten findet sich eine «Berline», ein viersitziger, ursprünglich aus Berlin stammender und häufig auch als Postkutsche verwendeter Reisewagen mit zurückklappbarem Verdeck,
Dank einer wertvollen Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Bern sowie dem Kunstmuseum Bern ist es nach Angaben der Veranstalter gelungen, eine Sammlung bedeutender historischer Objekte und Gemälde in einer Ausstellung zu vereinen. «Wir sind geehrt und freuen uns, den Original-Unspunnenstein und die historischen Objekte im Victoria-Jungfrau den Freunden des Unspunnenfestes zugänglich zu machen», erklärte Hoteldirektor Emanuel Berger: «Das ganze Jahr hindurch werden diverse Aktivitäten und Aktionen rund um das Unspunnenfest im Victoria-Jungfrau stattfinden.» Die Ausstellung sei der Öffentlichkeit täglich, bis November 2005, zugänglich. Alle Objekte seien in unmittelbarem Bereich der Hotelhalle ausgestellt und mit den historischen und erklärenden Informationen beschriftet. Das Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa trage die Begeisterung dieses Anlasses mit und stelle das Jahr 2005 ganz unter das Zeichen des Unspunnenfestes, verlautete bei der Übergabe des ursprünglich 167 Pfund schweren Unspunnensteins.
Auch OK-Präsident Ueli Bettler versuchte sich mit Erfolg an dem ursprünglich 83,5 Kilogramm schweren Unspunnenstein.
Der Mitte August 2001 nach Interlaken zurückgekehrte Stein hat durch die Misshandlung – neben den Originalzahlen 1805 und 1905 meisselten die Béliers zwölf Europasterne, das Béliers-Emblem und den 6. Dezember 1992 (das Datum der Europaabstimmung) in den Stein – 2,3 Kilogramm verloren und ist dadurch zum Museumsstück geworden.
Der Unspunnenstein und der Turnverein Interlaken als Eigentümer
1805: Erstes Alphirtenfest auf der Unspunnenmatte. Es wurde ein Stein mit einem Gewicht von 184 Pfund gestossen. Dieser Stein ist seither verschollen.
1808: Am zweiten Alphirtenfest wurde ein neuer Stein gestossen, der nur noch 167 Pfund wog.
Da es von da weg kein Fest mehr gab, wurde der Stein an einem unbekannten Ort aufbewahrt. Vermutlich wurde er von einem Bauern als «Tengelstein» benutzt.
Das Unspunnenfest von 1808 (Elisabeth Vigée-Lebrun, 1755 bis 1842).
1905: Mit Schreiben vom 18. April hat ein Herr Adolf Pfahrer aus Interlaken den Stein entschädigungslos dem Turnverein vermacht. Er schreibt unter anderem: «...den von mir so lange in Verwahrung gehabten Unspunnenstein mit heutigem gerne an Sie abtrete.» Es handelt sich somit eindeutig um den Stein von 1808.
1905: Nach 97 Jahren findet das dritte Alphirtenfest mit Steinstossen statt. Der Stein befindet sich seither beim Turnverein Interlaken.
1946: findet das nächste Unspunnenfest statt und danach 1955, immer mit dem Originalstein.
1947: Der Eidgenössische Schwingerverband beansprucht den Unspunnenstein als sein Eigentum. Die Schenkungsurkunde belegt jedoch, dass der Turnverein Interlaken rechtmässiger Eigentümer ist.
1981 wurde der Stein letztmals am Unspunnenfest gestossen.
1984: Am 3. Juni wird der Stein von Mitgliedern der jurassischen Béliers aus dem Touristikmuseum Interlaken in Unterseen gestohlen.
1984/85: Willy Zimmermann vom Turnverein Interlaken hat erstmals schriftlichen Kontakt mit Vertretern der Béliers in Moutier. Sie wissen von nichts.
1985: Am 24. Mai machte sich der Vorstand des Turnverein Interlaken auf die Suche nach einem Ersatzstein. Im Grimselgebiet wurden sie fündig. Mit Hilfe eines Steinmetzes wurde der Stein in die ursprüngliche Form und auf das Gewicht von 83,5 Kilogramm bearbeitet.
Der Nachwuchs des Schwingklubs Interlaken gaben im Victoria-Jungfrau eine Probe ihres Könnens.
1986: Der Eidgenössische Schwingerverband akzeptiert den neuen Stein als «Unspunnenstein» und den Turnverein Interlaken weiterhin als Eigentümer.
1986: Am Eidgenössischen Schwing- und Alphirtenfest in Sion wird erstmals die Kopie des Unspunnenstein gestossen.
1989: Der «neue» Unspunnenstein wird in der Schalterhalle der UBS in Interlaken auf einem Marmorsockel ausgestellt. Bis heute ist er dort dem Publikum (gut gesichert) zugänglich aufbewahrt.
1993: Verschiedene Redaktionen erhalten von ungenannter Stelle ein Foto vom angeblichen Unspunnenstein. Willy Zimmermann identifiziert den Stein schon damals als den echten.
1999: Michael von Graffenried veröffentlicht in der Schweizer Illustrierten ein Bild mit dem (wie er behauptet) echten Unspunnenstein. Er befinde sich irgendwo in der Nähe von Brüssel in einem Weinkeller. Auch bei diesem Bild ist Willy Zimmermann der Ansicht, dass es sich um das Original handelt. Willy Zimmermann versucht erneut, schriftlich und telefonisch Kontakt mit der Gruppe Béliers aufnehmen zu können. Die Antwort ist wie immer negativ.
2000: Willy Zimmermann stellt an der Mitgliederversammlung des Turnverein Interlaken den Antrag, ein Komitee zur «Wiederbeschaffung des Unspunnensteins» zu bilden. Der Antrag wird angenommen und vier Turner dafür bestimmt.
Tanzgruppe der Trachtengruppe Unspunnen.
2001: Am 11. August wird der Stein in Saignelégier Shawne Fielding als «Bonbon» verpackt übergeben. Am 12. August wird der Stein von Urs Liechti, Marcel Kälin, Thomas Schuhmacher und Willy Zimmermann vom Turnverein Interlaken im Gefängnis von Saignelégier besucht und als echt identifiziert.
2001: Am 14. August findet auf der Höhematte vor dem Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa ein Übergabefest des Unspunnenstein statt. Shawne Fielding hat den Stein dem Turnverein Interlaken zurückgegeben. Neben den Originalzahlen 1805 und 1905 haben die Béliers zwölf Europasterne, das Emblem der Béliers und den 6. Dezember 1992 (das Datum der Europaabstimmung) in den Stein gemeisselt.
2001: Seit der Rückkehr des Steins zum Turnverein Interlaken wurde, er in verschiedenen Ausstellungen und Museen dem Publikum zugänglich gemacht.
2005: Ab 9. Januar wird er in der Eingangshalle des Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa ausgestellt.
Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg
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