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Schrägseilbrücke über den Grimselsee geplant
pd/bns. Eine im Zuge der geplanten Staumauererhöhung am Grimselsee ursprünglich favorisierte Hängebrücke soll dem neuen Konzept einer den Grimselstausee überspannenden Schrägseilbrücke weichen.
Die projektierte Schrägseilbrücke über den Grimselstausee. (Bild zvg)
Bei der näheren Prüfung des Projekts einer Hängebrücke über den Grimselsee hat sich laut einer Medienmitteilung der
Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) herausgestellt, dass mit diesem Projekt zu grosse technische Risiken verbunden gewesen wären: «Die ‹weiche› schwingungsanfällige Hängebrücke weicht nun einem neuen Konzept, entworfen durch Prof. Dr. Christian Menn: eine Schrägseilbrücke.» Die Staumauererhöhung am Grimselsee – siehe unter anderem Bundesrat gibt Grünes Licht für höhere Staumauer vom Freitag, 27. Februar 2004 sowie «KWO plus» (Link zur KWO) – ist nach KWO-Angaben das Kernelement des Investitionsvorhabens und der Auslöser für das Brückenprojekt. Das rund 200 Millionen Franken teure Investitionsvorhaben soll das Stauvolumen des Grimselsees um 75 Millionen Kubikmeter vergrössern – der höchste Wasserstand des Grimselsees käme dadurch 23 Meter höher als heute zu liegen (1932 Meter über Normalnull). Damit erreiche die heute einem zu grossen Wasserdargebot im Sommer ausgesetzte KWO eine über das Jahr etwas ausgeglichenere Produktion: «Die alte Grimselstrasse würde auf 700 Meter überflutet.»
Hochkarätiges Ingenieurteam
Der in Meiringen geborene Christian Menn ist laut Medienmitteilung von der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) beauftragt worden, einen Entwurf für eine Brücke über den Grimselsee auszuarbeiten: «Zusammen mit dem international bekannten Brückenplaner und Brückenbauer arbeitet ein hochkarätiges Ingenieurteam.» Unter anderen seien dies Werner Brändli von Bänziger und Partner, die zusammen mit Menn die Sunnibergbrücke bei Klosters gebaut hätten, sowie Carlo Galmarini, bekannt für Lösungen komplizierter Stahlbauten und Martin Deuring, der sich der dynamischen Probleme (zum Beispiel Schwingungen durch Wind) annnehmen werde.
«Die Schrägseilbrücke ist von atemberaubender Kühnheit», heisst es in der Medienmitteilung: «Der Grimselsee wird von einer mit Seilen gehaltenen dünnen Fahrbahn in einem Schwung überquert, die zwei über 70 Meter hohen Pfeiler stehen gerade ausserhalb des Wassers; seitlich stabilisiert wird die Brücke mit Auslegern, von denen Seile seitlich an die Fahrbahn gezogen werden.» Die verlegte Stassenführung sieht nach KWO-Angaben vor, die vom Tal kommenden Fahrzeuge über eine Brückenrampe an die erhöhte Seeufereggmauer heranzuführen, steige danach an der erhöhten Seeufereggmauer mit einer Konsolenkonstruktion bis auf die Höhe der neuen Krone, und durchquere den Nollen mit einem kleinen Tunnel: «Danach folgt der spektakuläre Auftritt der neuen Brücke.» Das als elegant und harfenähnlich beschriebene Bauwerk soll laut KWO neben der Staumauererhöhung um die Aufmerksamkeit der Besucher werben: «Zweifelsohne würde diese Brücke zu einer Art Wahrzeichen des Oberhasli.»
Bewilligungsverfahren
Der neue Eingabetermin des Gesuchs um Baubewilligung wird nach KWO-Angaben in den Sommer 2005 verschoben. Auf Grund des neuen Brückenkonzeptes und einer Trennung der Bewilligungsverfahren für die Staumauererhöhung und die Verlegung der Grimselpassstrasse verzögere sich die Abgabe des Baugesuches: «Das Projekt geniesst im Oberhasli eine breite Unterstützung – dies dank der regionalwirtschaftlichen Impulse, die es auslöst, dank der Förderung des Tourismus und dank der wertvollen ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen.»
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