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Donnerstag, 3. März 2005

Ausbildungszentrum für Seilbahnberufe in Meiringen geplant

Die Gemeinde Meiringen will das Zeughausareal zu einem Preis von 2,8 Millionen Franken kaufen und der Verband der Schweizer Seilbahnen plant dort ein Ausbildungszentrum für Seilbahnberufe. Drei der insgesamt sieben Gebäude sollen innerhalb von drei Jahren für rund drei Millionen Franken umgebaut und dem Seilbahnenverband vermietet werden.

In der näheren Umgebung von Meiringen – unser Bild zeigt eine Kabine der Meiringen–Hasliberg-Bahn bei der Bergstation – finden sich alle für die Ausbildung nötigen Seilbahnanlagetypen. (Archivbild Peter Schmid)

pd/bns. In den Verhandlungen zwischen der Einwohnergemeinde Meiringen und der «Arma Suisse» – vormals Gruppe Rüstung (GRD) – kommt es laut einer Medienmitteilung zum Abschluss. Mit dem Gang der Verhandlungen zeigt sich Meiringens Gemeinderatspräsident Christoph Ammann sehr zufrieden. Zurzeit werde der Kaufvertrag ausgearbeitet: «Zudem stehen wir in ständigem Kontakt mit dem Verband Seilbahnen Schweiz welcher das Areal als Kompetenzzentrum für Seilbahnberufe benutzen will; die Vorbereitungsarbeiten zum Ausbildungszentrum laufen auf Hochtouren.» Die Kosten für Kauf und Investitionen müssen laut Ammann durch die Mieteinnahmen abgedeckt werden: «Wir werden uns durch langfristige Mietverträge so absichern, dass für die Gemeinde kein finanzielles Risiko besteht.» Meiringen rechne zudem mit Beiträgen der kantonalen und eidgenössischen Wirtschaftsförderung: «Immerhin initiieren die Gemeinde und Seilbahnen Schweiz eine Institution, die der Region nachhaltige Arbeitsplätze und eine geschätzte jährliche Wertschöpfung von rund zwei Millionen Franken bringt.»

Urnenabstimmung über den Kauf im Juni

Bevor das Kompetenzzentrum Wirklichkeit werde, brauche es noch die Zustimmung der Meiringer Stimmbürger, heisst es in der Medienmitteilung. Die Vorlage zum Kauf des Areals und zum Investitionskredit für die Ausbauten komme voraussichtlich am Wochenende vom 4./5. Juni zur Urnenabstimmung. Die Bevölkerung soll laut Medienmitteilung an einer Orientierungsversammlung im April über die Einzelheiten orientiert werden: «Der Gemeinderatspräsident ist zuversichtlich, dass sich die Meiringer Bevölkerung eine solch einmalige Chance nicht entgehen lässt und dem Kauf für das Ausbildungszentrum zustimmen wird.»

Erste Schüler im August 2006

Ab Herbst 2006 sollen in Seilbahnbetrieben zwei neue Lehren gemacht werden können. Speziell für das Bedienungs- und Schalterpersonal einer Seilbahn sei eine zweijährige berufliche Grundausbildung mit Attest vorgesehen. Eine vierjährige berufliche Grundbildung mit Fähigkeitszeugnis soll Berufsleute mit breiterem Einsatzspektrum ausbilden. Die Lehrlinge sollen während ihrer Lehre in Blockkursen im Ausbildungszentrum Meiringen in Theorie und Praxis geschult werden. Das Interesse an den neuen Ausbildungen ist laut Fulvio Sartori, Vizedirektor Seilbahnen Schweiz gross: «Wir starten im Herbst 2006 sicher mit den neuen Seilbahnlehren.»

Speziell für das Bedienungs- und Schalterpersonal einer Seilbahn ist nach Angaben von Seilbahnen Schweiz (SBS) die zweijährige berufliche Grundbildung Seilbahner EBA (eidgenössisches Berufsattest) vorgesehen. Eine vierjährige berufliche Grundbildung Seilbahner EFZ (eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) soll Berufsleute mit breiterem Einsatzspektrum ausbilden. Diese sollen nach der Lehre in der Lage sein, auf ihrer Kompetenzstufe die komplexen und vielfältigen Aufgaben des gesamten Seilbahnbetriebs zu meistern: «Diese Aufgaben verlangen fundiertes Können und Wissen sowohl in technischen (Unterhalt, Instandhaltung etc.) wie auch in organisatorischen Bereichen und stellen im Umgang mit den Gästen zusätzlich hohe Anforderungen an die Persönlichkeit der Berufsleute.» Die SBS gingen davon aus, dass pro Jahrgang und Lehre aus der ganzen Schweiz rund 15 bis 20 Lehrlinge erwartet werden könnten.

«Idealer Standort»

«Meiringen bietet ideale Voraussetzungen für die Ausbildungsbedürfnisse der Seilbahnbranche, indem es zentral gelegen und für alle betroffenen Regionen der Schweiz mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist», verlautet in der Medienmitteilung der Gemeinde Meiringen im weiteren. Zudem fänden sich in der näheren Umgebung alle für die Ausbildung nötigen Seilbahnanlagetypen in den Schneesportgebieten Meiringen–Hasliberg sowie Axalp. Die Berufsschulen in Interlaken seien gut erreichbar: «Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten in und um das Zentrum Meiringen sind in genügender Anzahl vorhanden.» Der Verband Seilbahnen Schweiz plane, nicht nur die Grundausbildung der neuen Seilbahnlehren im Kompetenzzentrum von Meiringen durchzuführen, sondern auch zusätzliche Angebote mittelfristig dort zu positionieren: Kurse aus den Themenbereichen «Technik» (Skiliftfachkurse, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz), «Wirtschaft und Kommunikation» (Gästeverhalten, Medienseminare) sowie «Pisten- und Rettungsdienst» (Zentralkurse).

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Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzlistrasse 244, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 33 821 10 61 und Fax +41 33 82110 64 / Mobile +41 79 427 45 78 / Postcheckkonto 40-71882-7

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004





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