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Samstag, 5. März 2005
Der Vorstand der Procap-Sektion Interlaken-Oberhasli. Von links nach rechts: Ueli Brawand (Haussammlungen/Finanzen), Vizepräsident Andreas Pulver, Carola Feuz (abtretende Kassierin), Andrea Rüegsegger (neugewählte Kassierin), Sektionspräsidentin Christine Häsler, Sekretärin Sabine Blaser, Ruth Gusset (Kontakte) und Elisabeth Jorns (Mitgliederbetreuung und Besuchsdienst). – Nicht auf dem Bild Yvonne Kehrli-Zopfi (Rechtliches).

Procap Interlaken-Oberhasli: «Täglich gegen Hürden kämpfen»

Die Procap Interlaken-Oberhasli – eine regionale Sektion des vormaligen Schweizerischen Invalidenverbandes – hat sich im vergangenen Jahr auch stark in politischen Fragen engagiert, etwa im Abstimmungskampf gegen die Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) sowie in der Unterschriftensammlung für die Rettung der Behindertentransporte.

Die Grossräte Emil von Allmen, Bio-Bergbauer aus Gimmelwald, und Procap-Sektionspräsidentin Christine Häsler, Wilderswil. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

ds/pvr. An der 77. ordentlichen Generalversammlung der Procap Interlaken-Oberhasli vom Samstag, 5. März 2005 im Hotel Beausite in Unterseen forderte Gastreferent Emil von Allmen, dass nach der mit 64,4 Prozent Ja in der eidgenössischen Volksabstimmung vom 28. November 2004 angenommenen NFA im Abstimmungskampf gemachte Versprechungen eingelöst würden. Der SP-Grossrat und Bio-Bergbauer aus Gimmelwald wandte sich unter anderem gegen einen Leistungsabbau zulasten der behinderten Mitmenschen: Er sprach sich für den Einbezug der kantonalen Behindertenorganisationen bei der Erarbeitung von Konzepten und Planungen sowie für eine Führungsrolle der kantonalen Direktorenkonferenzen in Zusammenarbeit mit den Behindertenorganisationen aus.

«Weder arm noch bedauernswürdig»

Procap-Sektionspräsidentin Christine Häsler wies im Bericht über ihr erstes Präsidialjahr darauf hin, in unserer Region lebten viele Menschen, denen nicht alle Türen offen stünden und die täglich gegen Hürden kämpfen müssten: «Eine Behinderung macht rasch einmal aus, dass man die Treppe nicht im Laufschritt nimmt, dass man mehr Kraft braucht, dass man etwas langsamer ist als andere oder Unterstützung und Hilfsmittel benötigt.» Menschen mit einer Behinderung seien jedoch nicht einfach schwächer als andere. Und sie seien schon gar nicht arm und bedauernswürdig: «Sie sind stark, sehr oft stärker als wir sogenannt Nichtbehinderten.» Sie seien diszipliniert, sie leisteten viel und sie forderten sich viel ab, denn sie hätten einen anstrengenden Alltag zu meistern: «Mich erfüllt diese Leistung, die Menschen mit einer Behinderung täglich vollbringen müssen, mit grossem Respekt.» Auch der Vorstand von Procap Interlaken-Oberhasli – die von Sekretärin Sabine Blaser betreute Zentrale befindet sich in Ringgenberg – zolle diesen Leistungen Respekt: «Deshalb wollen wir Hürden aus dem Weg schaffen, Hilfe zur Selbsthilfe bieten, Kontakte zwischen sogenannt Behinderten und sogenannt Nichtbehinderten fördern und immer wieder darauf aufmerksam machen, dass es noch viel zu tun gibt.» Procap Interlaken-Oberhasli – siehe auch Veranstaltungskalender der Sektion – organisiere Ausflüge und Anlässe, an denen Mitglieder und Nichtmitglieder, mit und ohne Behinderung sich treffen, diskutieren, reisen, spielen und lachen könnten: «Procap bietet ein attraktives Sportangebot, kompetente Beratung, politische Interessenvertretung und immer wieder auch Öffentlichkeitsarbeit und damit Zeichen gegen aussen.»

Neue Kassierin

An der Generalversammlung vom Samstag wurde Andrea Rüegsegger aus Unterseen als neue Kassierin gewählt. Sie ersetzt Carola Feuz (Wegzug). Die Procap-Sektion Interlaken-Oberhasli zählt 185 aktive Mitglieder, 2 Jungmitglieder und 59 Solidaritätsmitglieder.

Ehrungen

Fünf langjährige Mitglieder wurden geehrt: Für 25 Jahre Mitgliedschaft Hermine Abegglen, Iseltwald, Hedwig Balmer, Wilderswil, Walter Grossenbacher, Habkern,und Annarosa Zurbuchen, Habkern,sowie für 50 Jahre: Fritz Michel, Brienz, ehemals Vizepräsident und nun Leiter Behindertensport.

Beitragserhöhung

Der Migliederbeitrag wurde einstimmig von 50 Franken auf 60 Franken bei Erwachsenen, bei Jungmitgliedern von 24 Franken auf 30 Franken und für Ehepaare von 100 Franken auf 120 Franken erhöht. Von diesen 60 Franken bei Erwachsenen gehen 30 Franken direkt an die Zentrale in Olten. – Die im Jahr 1930 als Schweizerischer Invalidenverband gegründete Procap-Dachverband bezeichnet sich mit gegen 20'000 Mitgliedern in 54 regionalen Sektionen als die grösste Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Handicap in der Schweiz.

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Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzlistrasse 244, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 33 821 10 61 und Fax +41 33 82110 64 / Mobile +41 79 427 45 78 / Postcheckkonto 40-71882-7

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004





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