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Freitag, 11. März 2005

Vor einer weiteren Raiffeisen-Fusion auf dem Bödeli

pd/bns. Fusion der Raiffeisenbanken Interlaken-Unterseen und Wilderswil – Gsteigwiler – Saxeten in diesem Frühjahr: An getrennten Generalversammlungen im März und im April haben die Genossenschafter über einen gleichlautenden Fusionsantrag abzustimmen. Durch diese Fusion soll laut einer Medienmitteilung die Raiffeisenbank Jungfrau mit einer Bilanzsumme von gegen 500 Millionen Franken entstehen.


Die Genossenschafter der Raiffeisenbank Wilderswil – Gsteigwiler – Saxeten stimmen laut Medienmitteilung an der Generalversammlung vom Samstag, 19. März 2005 (19 Uhr in der Turnhalle Wilderswil) über den Fusionsantrag ab: «Über den gleichlautenden Antrag werden die Mitglieder der Raiffeisenbank Interlaken-Unterseen an ihrer Generalversammlung am Freitag, 15. April 2005 (19 Uhr im CCCI) beschliessen.» Zusätzlich gehe es dort auch noch um Statutenänderungen – erweiterter Geschäftskreis, neuer Name – und Ergänzungswahlen. Als weiteres Mitglied des Verwaltungsrates werde Rolf Zaugg vorgeschlagen, bisher Mitglied des Verwaltungsrates Wilderswil – Gsteigwiler – Saxeten: «Für den Aufsichtsrat ist der heutige Präsident des Verwaltungsrates der Raiffeisenbank Wilderswil – Gsteigwiler – Saxeten, Beat Brunner vorgeschlagen; stimmen die Genossenschafter den vorgelegten Plänen zu, so wird er an der Generalversammlung 2006 das Präsidium des Aufsichtsrates übernehmen.»

Die geplante Fusion

Durch Pendlerströme und sonstige Mobilität der Bevölkerung – auch durch gut ausgebaute öffentliche Verkehrsmittel – sinke die Bedeutung der Distanz, wird unter anderem zu den Gründen für die geplante Fusion ausgeführt. Das Bödeli wirke zunehmend als ein Wirtschaftsraum wie Analysen der Pendlerströme zeigten. Die Raiffeisenbank Interlaken-Unterseen blicke auf ein sehr erfolgreiches zweites Jahr (2004) nach der Fusion der Raiffeisenbanken Unterseen mit Interlaken zurück: «Ein markantes gesundes Wachstum der Bilanzsumme um rund zehn Prozent (bei gleichbleibendem Personalbestand) führte zu einer markant verbesserten Ertragssituation.» Die positiven Auswirkungen dieser Fusion hätten sich also sehr deutlich gezeigt: «Die Organisationsstruktur mit Spezialisierung der Abteilung erlaubt effizientere Bearbeitung der Bankgeschäfte.» Bei der Raiffeisenbank Wilderswil – Gsteigwiler – Saxeten stagniere der Bruttogewinn trotz Wachstum – Auswirkungen der aufgezeigten Problematik: «Die Auswirkungen der erforderlichen Modernisierung und Verbesserung der Sicherheit der Banklokalitäten in Wilderswil verstärkt diesen Trend.» Dies habe den Verwaltungsrat zum Fusionsentscheid bewogen: «Durch diese Fusion entsteht die Raiffeisenbank Jungfrau mit einer Bilanzsumme von gegen 500 Millionen Franken; die gesunde Raiffeisenbank Wilderswil – Gsteigwiler – Saxeten führt zu einer weiteren Stärkung der neuen Bank, insbesondere auch bei den Eigenmitteln.»

Die Hintergründe des von den Verwaltungsräte der beiden Raiffeisenbanken im vergangenen Spätherbst gefassten Fusionsbeschluss – siehe auch Zwei Raiffeisenbanken prüfen den Zusammenschluss vom Montag, 29. November 2004 – seien an einer Orientierungsversammlung der Raiffeisenbank Wilderswil – Gsteigwiler – Saxeten vom 21. Februar 2005 von den Verantwortlichen der beiden Banken dargelegt worden, wird in der Medienmitteilung erinnert. Von den Teilnehmern sei die anschliessende Gelegenheit für Fragen gar nicht benutzt worden, was zeige dass die Information umfassend erfolgt sei: «Beim anschliessenden Apéritif wurde offensichtlich, dass dem vorgeschlagenen Schritt sehr grosses Verständnis entgegengebracht wird – zu eindeutig und einleuchtend sind die Vorteile.»

«Logische Konsequenzen aus den grundlegenden Entwicklungen»

Aufgrund der allgemeinen Entwicklung im Bankensektor habe dieser Beschluss früher oder später erwartet werden können und «die logischen Konsequenzen aus den grundlegenden Entwicklungen in dieser Branche» liessen sich auch gut begründen, heisst es in der Medienmitteilung:

– Gewisse Sockelkosten einer selbständigen Genossenschaft (EDV-Basisversorgung, Revisionskosten, Jahresabschlussarbeiten und so weiter). Diese sind nahezu gleich hoch, ob die Bank nun eine Bilanzsumme rund 80 Millionen Franken (Wilderswil) oder 400 Millionen Franken (Interlaken-Unterseen) ausweist.

– Gestiegene regulatorische Anforderungen. Einwandfreie Trennung von Prozessen, Vier- und Sechsaugenprinzip, Erfüllung der Auflagen zur Bekämpfung der Geldwäscherei, wesentlich umfassender Anforderung an Kontrolltätigkeiten und Sicherheit usw. können in einer kleineren Bank kaum mehr vorschriftsgemäss wahrgenommen werden, insbesondere wenn es auch um die Sicherstellung der Stellvertretungen geht.

– Erforderliche Investitionen in Banklokalitäten durch gestiegene Sicherheitsanforde­rungen mit entsprechender Kostenfolge.

«Raiffeisen bleibt Raiffeisen»

All diese Faktoren führten dazu, «dass für heutige Verhältnisse kleinere Raiffeisenbanken nicht mehr die erforderlichen Erträge im umkämpften Bankenmarkt erwirtschaften können»: Der Begriff «kleinere Banken» habe sich in den letzten 15 Jahren sehr markant nach oben verschoben. Auch wenn im eigenen Dorf nicht mehr eine selbständige Bank stehe, sondern eine Geschäftsstelle, würden alle Bankgeschäfte vor Ort oder dann am Sitz angeboten, wird in der Medienmitteilung versichert: «Raiffeisen bleibt regional verankert; es geht nicht um die Schaffung überregionaler Gebilde.»

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004





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