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Dienstag, 8. März 2005
Die Sondermarke kommt leuchtend rot daher. Sie zeigt vor dem Ausschnitt einer Schweizer Fahne drei der Hauptbestandteile des grössten Folkloreanlasses des Landes: Zwei Schwinger, eine Trachtenfrau und den Unspunnenstein. – Von links nach rechts: Elsa Baxter, Leiterin des Postbereichs Briefmarken und Philatelie, der Interlakner Grafiker Jan Horisberger und Organisationskomiteepräsident Ueli Bettler bei der symbolischen Übergabe der neuen Sondermarke. Bild rechts: Der Steinstösser Peter Michel (rechts) aus Interlaken führte sein Können in Zürich vor. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

Sondermarke zum Unspunnenfest 2005

Die schweizerische Post hat heute Dienstag eine Sondermarke «200 Jahre Schweizerisches Trachten- und Alphirtenfest Unspunnen» herausgegeben. Vom 2. bis 4. September 2005 findet inzwischen zum neunten Mal auf der Unspunnenwiese in Interlaken das grösste Schweizer Folklorefest statt.

Die beiden mit einem Trainings-Unspunnenstein nach Zürich gereisten Steinstösser Peter Michel (rechts) aus Interlaken und der als Top-Favorit gehandelte Roland Stähli aus Lachen (SZ).

ds/pvr. Zum Ausgabetag der Sondermarke wurden auf dem Bauschänzli in Zürich an einer Medienorientierung nicht nur die Marke vorgestellt, sondern von einer eigens mit einem Postauto aus dem Berner Oberland samt Unspunnenstein angereisten Delegation auch alle Elemente der Markengestaltung im vorgeführt.

Gestaltet wurde die Sondermarke vom Grafiker Jan Horisberger aus Interlaken. Sie soll frisch, munter sowie zeitgemäss sein sowie bestens zum Festslogan «Altes erhalten – Neues gestalten» passen. Der zusammen mit drei weiteren Berner Oberländern für die Gestaltung einer Sondermarke nach Vorgaben angefragte und bei dem Wettbewerb als Sieger hervorgegangene Horisberger – nicht nur der Stein sollte auf die Briefmarke kommen, sondern auch die Trachtenleute und die Schwinger – konnte am Dienstag in Zürich auf der Fraumünsterpoststelle Ersttagscouverts mit «seiner Briefmarke» unterschreiben. Den Auftrag erledigte Horisberger nach eigenen Angaben primär als Grafiker – er habe aber durchaus eine Beziehung zum Schwingen und mache selber Kraftsport. Er bezeichnete es als eine grosse Ehre, nun eine «eigene Briefmarke» kreiert zu haben – es freue ihn sehr, erfülle ihn mit Stolz und auch für das Image seines Ateliers für Grafik-Design «Art-Partner» in Interlaken sei es sicherlich sehr gut.

Urs Nufer aus Meiringen (Bildmitte rechts), Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Trachtenvereinigung und Unspunnen-OK-Mitglied. Wie Renate Brönnimann – Präsidentin der Delgiertenversammlung 2005 der Schweizerischen Trachtenvereinigung – auf dem Bild neben ihm ist Nufer Mitglied der Trachtengruppe Oberhasli.

«Mit ihrer grossen Tradition gehören die Schweizer Briefmarken wie auch das Unspunnenfest zum lebendigen und vielbeachteten Kulturgut unseres Landes», erläuterte Elsa Baxter, Leiterin des Bereichs Briefmarken und Philatelie die Entscheidung der Post, eine Sondermarke «200 Jahre Schweizerisches Trachten- und Alphirtenfest Unspunnen» zu realisieren: «Sie ermöglichen die Begegnung mit Bewährtem und Neuem sowie die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kulturen.» Und wie das Unspunnenfest sei auch die Post als Teil der Schweiz fest mit der Heimat verwurzelt. Mit sichtlichem Stolz nahm Organisationskomiteepräsident Ueli Bettler die Sondermarke entgegen und stellte erfreut fest: «Diese Sondermarke widerspiegelt unser Motto hervorragend.» Gleichzeitig forderte er alle auf vom 2. bis 4. September 2005 nach Interlaken zu kommen: «Unspunnen ist ein Ort der Begegnung, zwischen jung und alt, zwischen Stadt und Land, eine Stätte der Besinnung auf unsere Heimat, verbunden mit unserer lebendigen Volkskultur und eine Quelle der Freude.»

Am Unspunnenfest kann nicht mehr der alte 83,5 Kilogramm schwere Stein gestossen werden: Dieser soll durch die Misshandlung durch die «Béliers» 2,3 Kilogramm verloren haben und dadurch zum Museumsstück geworden sein. (Archivbild zvg)

Das Steinstossen am Unspunnenfest wird nach Angaben der Organisatoren mit einem neuen 167 Pfund schweren Stein durchgeführt. Es werde nicht mehr der Originalstein gestossen, und auch der im Jahr 1984 von «Béliers» aus dem Touristikmuseum der Jungfrauregion in Unterseen gestohlene und inzwischen durch die Ex-Botschaftergattin Shawn Borer-Fielding wieder zurückgebrachte Stein – siehe auch Übergabe des Unspunnensteins und Eröffnung einer Ausstellung vom Sonntag, 9. Januar 2005 – könne nicht mehr gebraucht werden: Wegen eingemeisselter Sterne habe dieser Stein nicht mehr das richtige Gewicht von 83,5 Kilogramm.

Über 120'000 Besucher erwartet


In knapp einem halben Jahr – vom 2. bis 4. September 2005 – findet in Interlaken die grösste folkloristische Veranstaltung statt, die es im schweizerischen Brauchtum gibt – das Trachten- und Alphirtenfest Unspunnen. 200 Jahre nach dem ersten Fest auf der historischen Unspunnenmatte erwarten die Veranstalter an die 5000 aktive Trachtenleuten, 2000 Jodler, Alphornbläser und Volksmusikanten, rund 200 Schwinger und Steinstösser sowie an den verschiedenen Anlässen insgesamt über 120'000 Besucher. Die Postautoabteilung «Freizeit und Reisen» in Interlaken organisiert für das breite Publikum am Festsonntag (4. September 2005) eine landesweite Sternfahrt zum traditionellen Steinstossen, zum grossen Festumzug und zur Festaufführung in Interlaken. Auf sechs verschiedenen Routen werden nach Angaben des Unspunnen-Transportpartners «PostAuto Schweiz» die Postautos quer durch die Schweiz zum grossen Brauchtumsfest fahren. Und mit reservierten Extrafahrten sollen schon am Freitag viele Trachten- und Schwingervereine zum Fest anreisen. Für das Unspunnenfest 2005 soll mit zusätzlichen zehn Gelenkbussen ein Shuttlebetrieb bereitgestellt werden. Der Grossteil des zu befördernden Publikums werde zwischen Parkplätzen auf dem Flugplatz und den Festplätzen erwartet. Dabei gelte es beispielsweise am Sonntag ab fünf Uhr früh mehrere tausend Besucher zum Schwingplatz auf der Unspunnenmatte zu befördern: «In Ergänzung zum regionalen Fahrplanbetrieb werden die Besucher von den umliegenden Tourismusorten zum Festgeschehen befördert; mit zusätzlichen Spätkursen erreichen diese dann auch wieder ihre Hotelunterkünfte in der Region.

Am Unspunnenfest 2005 soll dieser gleich schwere neue Stein (Bild) gestossen werden.

«Fest der Versöhnung zwischen Stadt und Land»


Im Jahr 1805 war das erste Alphirtenfest in Unspunnen – siehe auch Unspunnen 2005: 200 Jahre Schweizerisches Trachten- und Alphirtenfest Interlaken vom Donnerstag, 5. August 2004 – als Fest der Versöhnung zwischen Stadt und Land aufgezogen worden. Die Wettkampf- und Festtradition soll auch im Jahr 2005 unverfälscht weitergeführt werden. – Während der Zeit der Helvetik (1798 bis 1803) hatte das Berner Oberland laut einem kurzer Abriss der Unspunnenfeste von 1805 bis 1993 – siehe auch Link zum Touristikmuseum der Jungfrauregion in Unterseen auf «Unspunnen – Die Geschichte der Alphirtenfeste» – einen eigenen Kanton: «Stadt und Land waren einander gleichgestellt, das wirtschaftliche Monopol der Zunftherren und Patrizier wurde durch die gesetzlich verankerte Gewerbe- und Handelsfreiheit abgelöst. Als 1803 Napoleon der Schweiz mit der Mediationsakte eine neue Verfassung aufdrängte, wurde das Oberland wieder mit dem alten Kantonsteil vereinigt, die bisherigen politischen Rechte aufgehoben und die Herrschaft der Patrizier restauriert. Unter der Parteibezeichnung ‹Patrioten› entfalteten die Gegner der Patrizier eine lebhafte Tätigkeit. Die Regierung errichtete heimlich ein Spitzelnetz über den ganzen Kanton. Die Patrioten begriffen die doppelbödige Absicht der Stifter der Alphirtenfeste: Mit einem ländlichen Fest zur Wiederbelebung der Volksbräuche, die während dem Franzoseneinfall stark gelitten haben, sollte zugleich auch eine Versöhnung zwischen der Stadt und dem Land einhergehen und damit eine Restauration der stadtbernischen Vorherrschaft erzwungen werden. Als mythologischer Hintergrund, der die Versöhnung zwischen Stadt und Land anschaulich aufzeigte, lieferte die angebliche Beendigung einer langen Feindschaft zwischen Herzog Berchtold V. von Zähringen, dem Gründer der Stadt Bern, und dem Freiherrn Burkhard von Unspunnen im 12. Jahrhundert.»

Unspunnen-Sondermarke. Ab dem heutigen Ausgabetag ist die bei den Philateliestellen, an allen Poststellen der Schweiz und im Internet-Shop der Post erhältlich. Zusätzlich zur Marke steht auch eine offizielle Maximumkarte im Angebot der Post. Sie vereint die Elemente Briefmarke, Ausgabetagstempel und Ansichtskarte zu einem harmonischen Andenken. Die Sondermarke zum Jubiläums-Unspunnenfest 2005 ist unbeschränkt für die Frankaturen von Postsendungen aller Art gültig.

200 Jahre Unspunnenfest. Trachten- und Alphirtenfest in Interlaken vom 2. bis 4. September 2005. – Organisation: Verein Schweizerisches Trachten- und Alphirtenfest. OK-Präsident: Ueli Bettler. Partnerorganisationen: Eidgenössischer Schwingerverband, Schweizerische Trachtenvereinigung, Kantonal-Bernischer Schwingerverband, Bernische Vereinigung für Tracht und Heimat, Eidgenössischer Jodlerverband, Bernisch-Kantonaler Jodlerverband und Verband Schweizer Volksmusik. – Ticketverkauf ab 4. April 2005 bei der Geschäftsstelle Unspunnenfest 2005, Harderstrasse, Postfach, 3800 Interlaken. Online-Buchungen www.unspunnenfest.ch oder www.beo-tickets.ch

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004





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