Testeinkäufe: 45 Prozent mehr Alkohol an Jugendliche abgegeben
Von insgesamt 57 im Berner Oberland getesteten Verkaufstellen haben 58 Prozent Alkohol an Jugendliche verkauft. Das sind nach Angaben der Jugendarbeiterkonferenz der Region Berner Oberland 58 Prozent gegenüber 40 Prozent beim letzten Testkauf im Winter 2004. Das entspricht einer Zunahme um nicht weniger als 45 Prozent.
pd/bns. Zum fünften Mal wurden laut einer Medienmitteilung durch die Jukon – eine Vereinigung von professionellen Jugendarbeitern aus der Region Thun/Oberland – Alkoholtestkäufe mit Jugendlichen durchgeführt. Dabei sei die Jukon mit einem unerwartet negativen Testergebnis konfrontiert worden: «Für die fehlbaren Läden soll die Nichteinhaltung des Jugendschutzes Konsequenzen haben.» Mit Bestürzung nehme die Jukon die schlechten Testergebnissen zur Kenntnis – hätten die Testkäufe in den letzten Jahren noch ihre Wirkung gezeigt, scheine nun die Aufmerksamkeit nachzulassen. Von insgesamt 57 getesteten Verkaufsstellen in den Gemeinden Thun, Spiez, Steffisburg, Uetendorf, Hilterfingen, Oberhofen, Interlaken, Matten, Bönigen und Wilderswil hätten 58 Prozent Alkohol verkauft (Alkoholtesteinkauf Sommer 2005: 58 Prozent Verkauf und 42 Prozent kein Verkauf / Einkauf Winter 2004: 40 Prozent Verkauf und 60 Prozent kein Verkauf).
«Für die fehlbaren Läden soll die Nichteinhaltung des Jugendschutzes Konsequenzen haben», heisst es in der Medienmitteilung: «In Zusammenarbeit mit den Regierungsstatthaltern der Amtsbezirke Thun, Niedersimmental und Interlaken wurde das weitere Vorgehen geklärt; die Anzeigeformulare werden via Regierungsstatthalter an das zuständige Untersuchungsrichteramt weitergeleitet.» – Die Ergebnisse auf einen Blick:
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Kiosk, Tankstellen: 11 Verkaufstellen getestet. Davon haben 10 Läden Alkohol verkauft. |
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Landi: 3 Verkaufstellen getestet. Alle haben Alkohol verkauft. |
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COOP: 14 Verkaufstellen getestet. Davon haben 9 Läden Alkohol verkauft. |
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VOLG: 5 Verkaufstellen getestet. 3 Läden haben Alkohol verkauft. |
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Kleine Läden: 15 Verkaufstellen getestet. 6 Läden haben Alkohol verkauft. |
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Denner/Pick Pay: 8 Verkaufstellen getestet. 2 Läden haben Alkohol verkauft. |
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Spar: 1 Verkaufstelle getestet. Kein Alkohol verkauft. |
«Dass so viel Alkohol eingekauft werden konnte, hat sicher damit zu tun, dass vermehrt Tankstellenläden und Kiosks getestet wurden», verlautet dazu im weiteren: Das Resultat zeige, bei diesen Läden sei es für die Jugendlichen bis auf einen Laden absolut kein Problem gewesen Alkohol einzukaufen: «Zudem erwies sich die Landi ebenfalls als freizügige Alkoholverkaufsstelle.» Doch nicht nur auf Grund dieser Veränderung sei das Gesamtergebnis verglichen mit dem letzten Testkauf massiv schlechter. Allgemein hätten auch in den anderen Verkaufstellen wieder vermehrt alkoholische Getränke gekauft werden können. Bei den Testkäufen sei festgestellt werden, dass Ausweise nicht konsequent verlangt würden: «Die Jukon, die Regierungsstatthalter und spezifische Fachstellen sind der Meinung, dass die bestehenden Jugendschutzbestimmungen gemeinsam um- und durchgesetzt werden müssen.»
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