Gemeindeversammlung in Kandergrund: Steuersenkung und Verkleinerung des Gemeinderates
Der Ansatz der Gemeindesteuer von Kandergrund kann für das Jahr 2006 auf 1,4 Einheiten gesenkt und der Gemeinderat bis 31. Dezember 2006 auf fünf Mitglieder reduziert werden.
Die Stimmberechtigen haben dem Antrag des Gemeinderats zugestimmt, die Steueranlage für das kommende Jahr auf 1,4 Einheiten zu senken. Das vorhandene Eigenkapital lässt es zu, in den nächsten Jahren jeweils einen Aufwandüberschuss zu verbuchen. Auf lange Frist wird dann die Steueranlage wieder auf den alten Stand von gegen 1,8 Einheiten gehoben werden müssen.
Gemeindeschreiber Martin Trachsel, Kandergrund
Das Budget 2006 sieht bei Ausgaben von 2 662 800 Franken und Einnahmen von 2 596 800 Franken einen Aufwandüberschuss in der Höhe von 66 000 Franken vor. Die Quellensteuereingänge der ausländischen Arbeitskräfte werden im Jahr 2006 markant zurückgehen, was in erster Linie zum Aufwandüberschuss führt. Der Ansatz bei der Liegenschaftssteuer liegt unverändert bei 1,5 Promille und auch bei der Hundetaxe ergibt sich keine Änderung. Da die Spezialfinanzierung Abwasserentsorgung auch für das Jahr 2005 einen Fehlbetrag aufweist, muss bei den Abwassergebühren eine Erhöhung von fünf Franken pro Einwohnergleichwert vorgenommen werden. Im Gegenzug ist bei der Kehrichtgebühr eine Reduktion möglich. Hier betragen die Gebühren neu 50 Franken pro Wohnung, 40 Franken pro Ferienwohnung und 55 Franken pro Containerplombe. Folgenden grösseren Investitionen sind für das Jahr 2006 vorgesehen:
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Für die Sanierung der Fassade des Lehrerhauses bewilligte das Volk einen Baukredit in der Höhe von 158 000 Franken. |
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Der Gemeinderat rechnet damit, dass für den Neubau der Brücke im Reckental eine grössere Investition nötig sein wird. Der entsprechende Ausgabenbeschluss kann aber erst gefällt werden, sobald die genauen Kosten und die Art der Finanzierung bekannt sind. |
Reduktion Gemeinderat
Auf Antrag des Gemeinderats hat die Stimmbevölkerung der Reduktion des Gemeinderats von heute sieben auf neu fünf Mitglieder zugestimmt. Die Reduktion erfolgt in zwei Schritten: Auf 2006 die Reduktion von sieben auf sechs und ein Jahr später eine Reduktion von sechs auf fünf Ratsmitglieder. Mit dieser Reduktion kann auf die Ersatzwahlen 2005 und 2006 verzichtet werden. Der Beschluss hat eine Anpassung des Organisationsreglements zur Folge.
Kleineren Anpassungen im Bau- und im Kurtaxenreglement hat das Volk oppositionslos zugestimmt: so werden im Baureglement die Vorschriften betreffend Grenzanbau präzisiert und im Kurtaxenreglement ergibt sich eine Anpassung an die geltende Steuergesetzgebung.
Schneeräumung
Die Gemeinde übernimmt ab 1. Januar 2006 die Schneeräumung auf Haus- und Hofzufahrten zu ganzjährig bewohnten Liegenschaften und ganzjährig benutzten Gewerbebetrieben unter bestimmten Bedingungen unentgeltlich. Ein entsprechender Antrag des Gemeinderats ist vom Volk gutgeheissen worden. Nicht unter diese Regelung fällt die Räumung von Zufahrten zu nicht ganzjährig bewohnten Liegenschaften und nicht ganzjährig genutzten Gewebebetrieben und von privaten Parkplätzen. Hier haben die Grundeigentümer die Räumung selber auszuführen oder in Auftrag zu geben. – Heinz Kratzer wird seine Tätigkeit bei der Schneeräumung nach 36 Jahren auf Ende 2006 beenden und er wurde für seine treuen Dienste mit herzlichen Abschiedsworten und einem kleinen Geschenk bedacht.
Ohne Kommentar konnten der Generelle Entwässerungplan (GEP) und die Leistungsvereinbarung zwischen der Gemeinde Kandergrund und der neu gegründeten Organisation Spitex Frutigland verabschiedet werden.
Begrüssung und Abschied
Im Anschluss an den offiziellen Teil der Versammlung konnte Gemeinderätin Dori Schmid die Jungbürger des Jahrgangs 1987 in den Kreis der Stimmberechtigten aufnehmen. Mit dem Pestalozzi-Zitat: «Wenn wir wollen, dass es auf der Welt besser geht, müssen wir das, was wir dazu beitragen können, selber tun» ermunterte Dori Schmid die jungen Leute, aktiv am Leben in der Gemeinde teilzunehmen und mitzuwirken.
Finanzverwalter Ulrich Klopfenstein nahm nach 28 Dienstjahren zum letzten Mal als Gemeindeangestellter an einer Versammlung teil. Der Gemeindepräsident verdankte seine Arbeit im Dienste der Gemeinde und verabschiedete sich mit humorvollen Worten und einem Präsent vom Kassier.
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