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| Bevor die Gala-Veranstaltung am späteren Sonntagnachmittag um 16.30 Uhr im Casino-Kursaal Interlaken begann, standen auf dem speziell zu diesem Anlass geöffneten Flugplatz Interlaken drei Oldtimer-Flugzeuge vom Typ Junkers Ju-52 für Alpenrundflügen bereit; auch Nichtbetroffene konnten zum Preis von 160 Franken einen zirka 40minütigen Flug buchen. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
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Gala-Veranstaltung für Unwetter-Betroffene und Helfer
ds/bns. An einer von Bundespräsident Samuel Schmid am Sonntag unter dem Motto «Hand in Hand fürs Oberland» feierlich eröffneten Veranstaltung in Interlaken haben viele Prominente aus Politik, Wirtschaft, Medien, Film und Showbusiness ohne Gage ein vielseitiges und attraktives Programm für rund tausend Gäste bestritten – als «Merci vielmal» für die Helfer und Betroffenen der Unwetter vom vergangenen August.
Bundespräsident Samuel Schmid am Sonntag im Casino-Kursaal Interlaken.
«Die Region wurde hart getroffen», führte Bundespräsident Samuel Schmid an der Gala-Veranstaltung im Casino-Kursaal Interlaken aus. Um so mehr freue es ihn, dass er heute anwesend sein könne und miterleben dürfe, wie eine Region eine solche Umweltkatastrophe gemeinsam gemeistert habe. Das «Dispositiv Schweiz» habe funktioniert – in Zeiten der Not zeige sich die Bevölkerung solidarisch: «Man konnte die Solidarität spüren und das gibt Kraft und Hoffnung.» Das Berner Oberland habe Hilfe gebraucht und diese auch bekommen. 2700 Armeeangehörige seien eingesetzt worden und 9400 Personen sowie 330 Tonnen Material hätten mit dem Helikopter befördert werden müssen. Es werde noch Monate dauern, bis der Schaden behoben sei. Der Bundespräsident zeigte sich aber überzeugt, dass sich dank der grossen Solidarität die Region wieder erholen werde.
Der frühere Generalstabschef der Schweizr Armee, Korpskommandant Heinz Häsler aus Gsteigwiler (rechts) präsentierte sein «Hör- und Sehspiel», gelesen unter anderem von Mathias Gnädinger, Elisabeth Schnell, Walo Lüönd, Walter Roderer und Susanne Gertsch (von links nach rechts).
Stars und Prominenz
Nur dank vielen grosszügigen Sponsoren und Spenden ist es überhaupt möglich, dass die über 1000 geladenen Gäste ein Programm der Superlative geniessen können, ohne auch nur einen Franken ausgeben zu müssen, heisst es in einer Medienmitteilung der Veranstalter. Viele Stars, Künstler und Prominente, kompetente Fachreferenten sowie Firmen und Organisationen aus dem In- und Ausland hätten sich spontan bereit erklärt, unentgeltlich mitzumachen.Gedacht sei die Galaveranstaltung einerseits als herzliches Dankeschön an die unzähligen uneigennützigen Helfer gewesen, andererseits «als Zeichen echter Solidarität mit den am schwersten betroffenen Menschen dieser Region». In Zusammenarbeit mit den Gemeindebehörden hätten die Regierungsstatthalter der Amtsbezirke Frutigen, Interlaken, Niedersimmental und Oberhasli an die tausend Helfer und Betroffene einladen können. Initiiert und organisiert mit einem lokalen Organisationskomitee habe diese «Grosse Kiste» Ernie Soller aus Zürich, ehemaliger Fernsehproduzent, heute Bandleader und Eventprofi:«Der Anlass soll ein Zeichen sein, dass es nun aufwärts geht.»
Die belgische Sängerin Maria Van Hemelrijk am Sonntag in Interlaken. Sie hatte sich zum Zeitpunkt der Unwetter in Oberhofen in den Ferien aufgehalten und leistete einen wesentlichen Anstoss zur Realisierung der Gala-Veranstaltung durch den Zürcher Eventprofi Ernie Soller.
Unterhaltendes und Informatives wechselten sich in bunter Folge ab. Unter anderem fanden unter der Leitung von Alexander Niemetz zwei Gesprächsrunden zu den Themen «Aktueller Stand, Versicherungsfragen, Landschaftsschutz, Zukunft» sowie «Auswirkungen der Überschwemmungen auf den Tourismus, jornalistische Verantwortung, meteorlogische und klimatologische Entwicklungen» statt. In der ersten Gesprächsrund diskutierten Andreas Götz von der Nationalen Plattform Naturgewalten, Nationalrat Norbert Hochreutener, der Brienzer Gemeinderatspräsident Peter Flück, Glücksketten-Moderator Roland Jeanneret, Ueli Winzenried von der kantonalen Gebäudeversicherung, Monique Werro, Hoteliere aus Brienz sowie Regierungsrat Werner Luginbühl. Am zweiten Gespräch wirkten mit: Peter Studer, Präsident des Schweizer Presserats, Erich von Däniken (Mysterypark), der Meteorologe Jörg Kachelmann, Schilthornbahndirektor Peter Feuz, Thomas Bieger vom Institut für Tourismus in St. Gallen, Ueli Haldimann, Chefredaktor SF DRS und der Brienzer Gemeinderatspräsident Peter Flück. Neben den Darbietungen einer Reihe von musikalischen, kabarettistischen und tänzerischen Darbietungen lasen je vier Profi- und Laiendarsteller ein «Hör- und Sehspiel» – Titel «Wann i mid früöhjen Oepflen dasab bin» – des früheren Generalstabschefs der Schweizr Armee, Korpskommandant Heinz Häsler.
Drei Generationen am Alphorn: Grossvater Ernst Schilt, Mutter Kathrin Beugger-Schilt und ihre Tochter Sabrina aus Iseltwald.
Finanzielle Aspekte
Während der Talkrunde sprach Nationalrat Norbert Hochreutener vom grössten in der Schweiz jemals eingetretenen Schadenerreignis mit einer Schadenhöhe von 1,3 Milliarden Franken und 36 000 Schadenfällen. Die Bundeslimite wäre 500 Millionen Franken, aber die Versicherung bezahlten ohne Diskussionen den ganzen Schaden. Ueli Winzenried bemerkte als Vertreter der Gebäudeversicherung, dass Grund und Boden nicht versichert seien – es wäre sehr schwierig Kriterien festzulegen nach welchen der Boden versichert werden könnte. Als positive Lösung schlage er einen Hochwasserfonds vor, der von den Versicherten geäufnet würde.
Roland Jeanneret gab die Spendenhöhe mit 48,1 Millionen Franken an. –
Regierungsrat Werner Luginbühl wies darauf hin, im Januar werde dem grossen Rat ein Kredit in der Grössenordnung von 100 bis 140 Millionen Franken unterbreitet und darin soll auch ein höherer Millionenbetrag für jene vorgesehen werden, die aufgrund der Umzonung Grund und Boden verlassen müssten. Die Kantonsregierung habe bereits im September über 20 Millionen Franken gesprochen. Wegen der Umzonung nicht mehr nutzbares Land, das nun Schutzzone im öffentlichen Interesse sei, soll seinen bisherigen Besitzern zu einem Baulandpreis abgekauft werden, damit sie anderes Land erwerben könnten.
Der Brienzer Gemeinderatspräsident Peter Flück äusserte die Hoffnung, dass das Versprochene auch gehalten werde; in Zukunft sei vermehrt mit derartigen Ereignisse zu rechnen und es müssten bei der Finanzierung Lösungen gefunden werden. Der Bund könne sich nicht aus der Verantwortung ziehen. Auch Luginbühl rechnet bei der Bewältigung mit in Aussicht gestellten namhaften Bundesbeiträgen.
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| Schlussbild mit Gotthilf Fischer. Von allen Anwesenden im Saal wurde gemeinsam der von Max Rüeger in eine Mundart-Version umgeschriebene Hit «Hand in Hand» der Gruppe Koreana aus dem Jahr 1988 gesungen. |
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