Empa-Standort Thun: Keine Schliessungspläne
Gegenüber einer Delegation der Thuner Stadtbehörden hat der Präsident des ETH-Rates, Professor Alexander Zehnder bestätigt, dass keine Pläne bestehen, den Standort Thun der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) zu schliessen. Zurzeit würden Anpassungen bei den Forschungsaktivitäten geprüft. Entscheide sollen nicht vor nächstem Frühling fallen und in jedem Fall mit den Stadtbehörden zuvor diskutiert werden.
ETH-Ratspräsident Professor Alexander Zehnder hat laut einer Medienmitteilung einer Delegation der Stadtbehörden unter der Leitung von Gemeinderätin Ursula Haller anlässlich einer Besprechung in Thun seine Haltung zum Empa-Standort Thun dargelegt. Demnach habe der ETH-Rat bisher keine Diskussion zum Standort geführt: «Der ETH-Rat hat aufgrund eines vom Nationalrat im Jahr 2001 überwiesenen Postulates eine Überprüfung der Forschungs- und Dienstleistungsaktivitäten der zum ETH-Bereich gehörenden Institutionen – neben den beiden ETH in Zürich und Lausanne die Empa und drei weitere Forschungsanstalten – in die Wege geleitet.»
In diesem Rahmen werde auch die Positionierung der zwei Empa-Abteilungen in Thun überprüft, was zu Anpassungen im Sinne einer Optimierung des Leistungsangebotes führen könne, verlautet im weiteren: «Gewisse Umgestaltungen im Interesse des gesamten ETH-Bereichs können für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden.» Die Institutionen des ETH-Bereichs, auch die Empa, seien im Rahmen ihrer Autonomie gehalten Optimierungsprozesse einzuleiten: «Alexander Zehnder – er war in Begleitung von Kurt Baltensperger, dem interimistischer Leiter Wissenschaft beim ETH-Rat – hat zugesichert, dass auch in Thun keine Entscheide über wesentliche Umstrukturierungen gefällt werden, ohne vorher die Stadtbehörde zu kontaktieren und mit ihnen Lösungen zu diskutieren.» Erste Indikationen zu solchen Massnahmen würden nicht vor dem Frühling nächsten Jahres vorliegen. Der Präsident des ETH-Rates habe in Aussicht gestellt, die Stadtvertretung spätestens dann erneut über den Stand der Dinge zu informieren.
Die Vorsteherin Bildung und Entwicklung, Gemeinde- und Nationalrätin Ursula Haller, hatte laut Medienmitteilung Zehnder als Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums über den ETH-Bereich und damit die Empa Ende September um die Unterredung nachgesucht, weil von der Empa-Leitung selber keine verbindlichen Aussagen habe gemacht werden können: «Auch hatte sie als eidgenössische Parlamentarierin auf eine Interpellation im Nationalrat zum Thema des Empa-Standorts Thun keine befriedigende Antwort erhalten.»
Der Stadtdelegation, die mit den Vertretern des ETH-Rates konferierte, gehörten laut Medienmitteilung auch Stadtpräsident Hans-Ueli von Allmen und Stadtökonom Urs Berger an: «Sie zeigte sich von der Aussprache und namentlich den Darlegungen und Zusicherungen des ETH-Ratspräsidenten befriedigt.»
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