Doppelstock-Versuchsfahrten auf der S1 (Thun–Fribourg)
Auf der S-Bahn-Strecke Thun–Bern–Fribourg will die BLS in der Zeit vom 24. Oktober bis 22. November 2005 mit Doppelstockzügen erste Erfahrungen mit Fahrgästen und Technik sammeln.
pd/bns. «Der zeitweise Kapazitätsengpass unter anderem auf der S1 nach dem Fahrplanwechsel hat die BLS bewogen, nach Möglichkeiten zu suchen, wie das Sitzplatzangebot in Spitzenzeiten erweitert werden kann», heisst es in einer Medienmitteilung des Bahnunternehmens. Eine dieser Möglichkeiten sei der Einsatz von Doppelstockzügen. Diese Fahrzeuge liessen eine höhere Passagierkapazität zu, ohne dass die Perrons verlängert werden müssten.
Die seit dem Fahrplanwechsel 2004/05 erweiterte S-Bahn Bern bezeichnet die BLS in ihrer
Medienmitteilung als Erfolg: «Die Kehrseite dieses Erfolgs sind Kapazitätsengpässe in Spitzenzeiten auf gewissen Linien, vor allem auf der Linie S1 im Aaretal (Thun–Bern).» der versuchsweise Einsatz von zwei Doppelstockkompositionen soll Klarheit über die Kundenakzeptanz und die technische Machbarkeit solcher oder ähnlicher Fahrzeuge bringen. Der BLS sei es möglich, ab 24. Oktober 2005 einen Monat lang fabrikneue Doppelstockfahrzeuge der luxemburgischen Staatsbahn zu testen. In dieser Zeit sollen die Doppelstockzüge auf der S1-Strecke Thun–Fribourg (ohne Strecke Flamatt–Laupen) fahrplanmässig von Montag bis Freitag verkehren und während dieser Zeit zwei Niederflur-Nahverkehrszüge (NINA) -Kompositionen ersetzen: «Mit diesen Zügen, die stellvertretend für andere doppelstöckige Schienenfahrzeuge getestet werden, will der S-Bahn-Betreiber BLS unter Einbezug der Fahrgäste erste praktische Erfahrungen sammeln.» Die Auswertung dieser Erfahrungen erfolge im Hinblick auf einen allfälligen Einsatz von Doppelstockfahrzeugen im Rahmen der Weiterentwicklung der S-Bahn Bern mit Zeithorizont 2010/2020. Zur kurzfristigen Behebung von Kapazitätsengpässen bei der S-Bahn Bern würden gegenwärtig Massnahmen eingeleitet, um die bestehende Fahrzeugflotte zu erweitern.
Für die Versuchsfahrten kommen laut Medienmitteilung zwei Doppelstock-Kompositionen der Société Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois (CFL) zum Einsatz, die dort seit kurzem in Betrieb seien: «Dank freundschaftlichen Beziehungen zu diesem in Grösse und Struktur der BLS ähnlichen Unternehmen CFL und der unkomplizierten Mitwirkung der Herstellerfirma Bombardier Transportation wird der S-Bahn Bern während vier Wochen einer der modernsten Doppelstockzüge Europas zur Verfügung stehen.» Die Kompositionen bestünden je aus einer Lokomotive, vier Zwischenwagen und einem Steuerwagen mit einer Gesamtlänge von 153,4 Meter. Eine einzelne Komposition biete 578 Sitzplätze an. Im Vergleich dazu verfüge ein Niederflur-Nahverkehrszug (NINA) mit drei gekoppelten Kompositionen (Gesamtlänge: 147 Meter) über 444 Sitzplätze: «Wegen den vorgängigen Instruktionsfahrten sind die Doppelstockzüge bereits ab 11. Oktober 2005 auf der S-Bahn-Linie S1 anzutreffen.»
Mit dem Einsatz dieser Fahrzeuge sei kein Vorentscheid gefallen – weder im Hinblick auf die grundsätzliche Beschaffung von Doppelstockzügen noch auf den Zeitpunkt, verlautet im weiteren. Die Versuchsfahrten erfolgten produkteneutral: «Im Falle einer Anschaffung werden im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesens auch andere Fahrzeuge in die Evaluation einbezogen.»
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