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Thun: Unbewilligte Demonstration aufgelöst

Mit einem starken Aufgebot hat die Kantonspolizei am Samstagabend in Thun eine unbewilligte Demonstration aufgelöst. Rund 350 zum Teil vermummte Demonstranten wurden einer Personenkontrolle unterzogen. Sie müssen laut einer Medienmitteilung mit einer Strafanzeige wegen Beteiligung an einer unbewilligten Demonstration rechnen.

pkb/S. «Unter der Bezeichnung ‹Antifaschistischer Abendspaziergang› hatten die ‹Autonomen Gruppen Oberland› zur Kundgebung aufgerufen», heisst es in der Medienmitteilung der Kantonspolizei. Weil bei den Thuner Stadtbehörden keine Bewilligung eingeholt worden sei, hätten diese die angekündigte Demonstration nicht geduldet und die Kantonspolizei Bern beauftragt, einen Demonstrationszug durch die Stadt zu verhindern. Die Kantonspolizei sei dabei durch Polizeikräfte aus dem Nordwestschweizer Polizeikonkordat (NWPK) unterstützt worden.

Um zirka 20.30 Uhr besammelten sich nach Angaben der Kantonspolizei über 300 zum Teil vermummte Personen auf dem Bahnhofplatz, wo sie von der Polizei am Marsch in die Innenstadt gehindert wurden: «Nachdem sich verschiedene Kundgebungsteilnehmer nicht an die polizeilichen Anweisungen hielten und später versuchten, die Absperrung zu durchbrechen, setzte die Polizei Gummischrot und Tränengas ein. «Nach heutigem Kenntnisstand wurden keine Personen verletzt; in verschiedenen Gebieten kam es vereinzelt zu Sachbeschädigungen.» In der Folge seien die Kundgebungsteilnehmer einer Personenkontrolle unterzogen und danach in Gruppen entlassen worden: «Sie müssen, gestützt auf das Ortspolizeireglement der Stadt Thun, mit einer Strafanzeige wegen Beteiligung an einer unbewilligten Demonstration rechnen.»

«Trotz provozierendem Verhalten einzelner Demonstranten gab es keine Verletzten», verlautet dazu auch in einer Medienmitteilung von Gemeinderat Heinz Leuenberger, Vorsteher der Direktion Sicherheit der Stadt Thun. Einige Personen hätten jedoch aus anderen Ursachen (Übelkeit) ins Spital Thun transportiert werden müssen: «Vereinzelt gab es in Quartieren Ruhestörungen, doch konnten diese von Feuerwehr und Polizei rasch bewältigt werden; der Thuner Gemeinderat verurteilt jede Form von Gewalt aufs schärfste und ist erleichtert, dass am Samstagabend weder Menschen verletzt noch Sachschäden angerichtet wurden.» Der «Antifaschistische Abendspaziergang» von linken Aktivisten sei nicht nicht bewilligt worden, nachdem Gemeinderat Heinz Leuenberger seit Anfang August 2005 versucht habe, mit den Organisatoren ins Gespräch zu kommen: «Diese weigerten sich jedoch, eine Bewilligung für die Demonstration einzuholen; der Vorsteher Sicherheit beauftragte die Kantonspolizei darauf, den Demonstrationszug zu verhindern und gar nicht erst gegen die Innenstadt ziehen zu lassen.»

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