Stadt Thun führt ab 2007 keine Asylzentren mehr
Der Rückgang der Asylgesuche führt zur Schliessung der durch die Stadt Thun geführten Durchgangszentren in Hondrich auf Ende 2005 und an der Seestrasse in Thun auf Mitte 2006. Ende 2006 zieht sich die Stadt Thun aus der Zentrenführung zurück. Weiter geführt wird die «Professionelle Asylkoordination Gemeindeebene Thun» (PAG), der 33 Gemeinden im Amt Thun und im Amt Seftigen angeschlossen sind.
sth/bns. Seit rund 20 Jahren führe die Stadt Thun im Auftrag des Kantons Durchgangszentren für Asylsuchende, wird in einer Medienmitteilung erinnert. Die rückläufige Zahl von Asylgesuchen führe einerseits zu einer Reduktion der erforderlichen Zentrenplätze – andererseits wolle die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM) auch die Zahl der Zentrenbetreiber reduzieren: «Nach Studium der Submissionsunterlagen hat der Gemeinderat der Stadt Thun beschlossen, sich per 1. Januar 2007 hin nicht mehr um den Auftrag zur Führung von Zentren für Asylsuchende zu bewerben.» Der Grund sei der, dass die der Region Thun-Oberland zugeteilten Zentrenplätze bei durchschnittlicher Auslastung keinen kostendeckenden Betrieb mehr zuliessen und sämtliche mit dieser Aufgabe verbundenen Risiken durch die Betreiber zu tragen seien: «Zudem passen die primär ordnungspolitischen Aufgaben, wie sie von der POM in Auftrag gegeben werden, nicht mehr ins Pflichtenheft der Sozialdienste.»
Neue Nutzung in den Pavillons an der Seestrasse
Die durch die Asylkoordination Thun geführten Zentren in Unterseen und Matten würden voraussichtlich durch eine andere Organisation weitergeführt, heisst es im weiteren. Welche dies sein werde, bestimme der Kanton mit einem Subimissionsverfahren. Das Zentrum Thun an der Seestrasse 24 D werde per 30. Juni 2006 geschlossen. Danach sollen die Gebäude bis zum Ablauf des Mietverhältnisses im Jahr 2011 – die Stadt ist Mieter der beiden Pavillons – einer anderen Nutzung zugeführt werden.
Hondrich: Schliessung bereits früher beschlossen
Bereits früher war laut Medienmitteilung die Schliessung des Zentrums Freyberg in Hondrich per 31. Dezember 2005 beschlossen worden. Von diesen Entscheiden seien 23 Mitarbeiter betroffen: «Für diejenigen, die trotz der frühzeitigen Information keine neue Stelle gefunden haben, besteht ein Sozialplan.» Nicht betroffen von diesen Entscheiden sei die Tätigkeit der Thuner Sozialdienste im Rahmen der PAG. Die Dienstleistungen gegenüber den angeschlossenen 33 Gemeinden würden weitergeführt. Es handle sich um alle Gemeinden des Amtes Thun sowie einige des Amtes Seftigen.
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