Samstag, 17. September 2005 |
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GFL-Stellungnahme im Mitwirkungsverfahren zur Verlegung der Passstrasse am Grimselsee
Christine Häsler, Geschäftsführerin, und Johanna Wälti, Präsidentin der Grünen Freien Liste (GFL) Kanton Bern führen in einer Stellungnahme der GFL Kanton Bern im Mitwirkungsverfahren zur Verlegung der Passstrasse am Grimselsee aus:
Gerne nehmen wir die Gelegenheit wahr, uns am Mitwirkungsverfahren zur Verlegung der Grimsel-Passstrasse zu beteiligen. Wir nehmen zum Projekt wie folgt Stellung: Die ‹Verlegung der Grimselpassstrasse› ist eine Folge der geplanten Vergrösserung des Grimselspeichers durch Staumauererhöhung und wirft – wie das Projekt KWO+ – auch politische Fragen auf.
Die wirtschaftspolitische Frage: Kann KWO+ wesentlich dazu beitragen, dass die Stromspitzen gedeckt und die Versorgung durch saubere, einheimische Energie gewährleistet wird? – Die umweltpolitische Frage: Wie viel Schaden wird die Staumauererhöhung der hochsensiblen und wertvollen Natur im Grimselgebiet zufügen? Kann dieser Schaden durch Ersatzmassnahmen angemessen kompensiert werden und wenn ja durch welche? – Und die gesellschaftspolitische Frage: Kann die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) nur durch die geplante Staumauererhöhung weiterhin wichtiger und verlässlicher Arbeitgeber, Wirtschaftsfaktor und Partner für die Oberhasler Bevölkerung sein?
Politische Fragen sind auf politischer Ebene zu lösen und unterschiedliche Haltungen können letztlich nur im Gespräch, manchmal auch in der Auseinandersetzung, geklärt werden. Die KWO hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie Umwelt und Gesellschaft im Oberhasli weit ernster nimmt als in früheren Zeiten. Trotzdem wurde der unabdingbare Dialog zwischen KWO und den Umweltorganisationen - und schlimmer noch, selbst der Dialog zwischen KWO und Grimselverein - aufgegeben.
Die GFL Kanton Bern befasst sich seit Jahren intensiv mit dem Thema. Sie vertritt in ihrer Mehrheit die Meinung, dass eine Staumauererhöhung dann denkbar ist, wenn die KWO im Oberhasli umfassende, nachhaltige Kompensationsmassnahmen für Natur und Bevölkerung präsentiert und diese auch verbindlich umsetzt. Diese Massnahmen könnten unter anderem die folgenden sein:
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Kampagne für Energieeffizienz und Energiesparen. |
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Engagement zur Förderung von Alternativenergien. |
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Unterstützung der einheimischen Landwirtschaftsbetriebe im Projekt ökologische Vernetzung (gemäss R-LEK – Regionales Landschaftwsentwicklungskonzept). |
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Unterstützung der einheimischen Forstwirtschaft in ihrem Ziel den Wald und seine vielfältigen Funktionen zu schützen. |
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Naturnaher Wasserbau (Renaturierung) an durch die KWO genutzten Zu- und Abflüssen. |
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Rückbau ‹alter Bausünden› der Kraftwerke Oberhasli und entsprechende Landschaftspflege. |
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Starke Beteiligung der Oberhasler Gemeinden an der KWO AG und manches mehr. |
Die aufgezählten Massnahmen sind als Gedankenanstoss zu verstehen. Es sind die KWO und die KWO+-Befürworter auf der einen und Grimselverein und andere Organisationen auf der anderen Seite, die im Dialog mögliche Massnahmen aushandeln sollten.
Die KWO will Wasserkraft und Natur stärker nutzen um mehr Energie und insbesondere mehr Energie zu Spitzenzeiten produzieren zu können. Die KWO kommt deshalb nicht darum herum, ebenfalls viel Engagement in die Erarbeitung von Ersatzmassnahmen zu investieren und Grimselverein wie Umweltorganisationen ernst zu nehmen indem sie mit ihnen ebenso ernst zu nehmende Verhandlungen führt.
Wir erachten es als dringend nötig, dass die KWO das Gespräch mit dem Grimselverein, den Umweltorganisationen und auch mit den politischen Parteien wieder aufnimmt.
Wir fordern die KWO auf, ein Konzept für Kompensationsmassnahmen zu erarbeiten und dieses spätestens zusammen mit dem Baugesuch für KWO+-Teilprojekt 3 öffentlich aufzulegen. – Wir bitten um Kenntnisnahme und stehen für allfällige Gespräche gerne zur Verfügung.
| Berner Oberland News |
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