Dienstag, 13. September 2005 |
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Fusion BLS-RM: «Die Verhandlungen werden entschlossen weitergeführt»
Die beiden Bahnunternehmen BLS Lötschbergbahn AG (BLS) und Regionalverkehr Mittelland AG (RM) wollen laut einer Medienmitteilung den Fusionsprozess entschlossen weiterführen: «Ziel ist, namentlich die S-Bahn Bern im Normalspurbereich in Zukunft aus einer Hand anzubieten und damit Synergiegewinne in der Grössenordnung von zehn Millionen Franken pro Jahr zu realisieren.»
«Die fusionierte Unternehmung wird gleiche Leistungen zu tieferen Kosten erbringen», heisst es im weiteren: «Davon profitieren wird in erster Linie die öffentliche Hand.» Die beiden Verwaltungsratspräsidenten – Hans Lauri, BLS Lötschbergbahn AG und Paul Nyffeler, Regionalverkehr Mittelland AG – und die Vorsitzenden der Geschäftsleitungen «führen die Gespräche im Hinblick auf die Fusion von BLS und RM in einem konstruktiven Rahmen weiter». Erste Beschlüsse zum Vorgehen in der kommenden letzten Projektphase seien gefasst worden: «Zurzeit laufen vertiefte Abklärungen über die gemeinsame Altersvorsorge.»
In der Vergangenheit sei die Fusion aufgrund von Kostenvergleichen der beiden Unternehmen in Frage gestellt worden, verlautet dazu. Dabei seien allein die Kosten bezogen auf einen Zugkilometer verglichen worden. Die Beschränkung auf diese Kennzahl greife jedoch zu kurz und sei für den Unternehmensvergleich allein untauglich. BLS und RM produzierten in Gebieten mit unterschiedlicher Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur und entsprechend unterschiedlichem Nachfragepotential. Die BLS fahre schwergewichtig S-Bahn- und Regioexpress-Züge in der Agglomeration Bern mit Verbindungen in grössere Städte wie Biel, Thun, Freiburg, Neuenburg und Luzern. Der RM sei – mit Ausnahme der S-Bahn-Linie S 4/S 44 – eher auf ländliche Regionen ausgerichtet. Die Zahl der transportierten Personen pro Zug liege denn auch beim RM rund 40 Prozent tiefer als bei der BLS: «Dies erklärt, dass der RM durchschnittlich 18 Prozent tiefere Kosten pro Zugkilometer ausweist; denn die Kosten sind zu einem beträchtlichen Teil von der Nachfrage abhängig.» Während auf den stark frequentierten S-Bahn- und Regioexpress-Linien Züge mit bis zu 450 Sitzplätzen bereit gestellt würden, genüge für Regionalzüge im ländlichen Raum in der Regel ein Sitzplatzangebot von rund einem Drittel. Somit reiche hier eine kürzere Zugkomposition. Diese verursache geringere Fahrzeugkosten und ziehe tiefere Trassenpreise sowie Reinigungs- und Unterhaltskosten nach sich. Die höheren Sicherheitsanforderungen in den Agglomerationen erforderten demgegenüber den vermehrten Einsatz von Zugbegleitpersonal, was die Kosten erhöhe.
«Wegen der unterschiedlichen Nachfrage lassen sich Eisenbahnen nicht allein aufgrund der Kosten pro Zugkilometer vergleichen», wird im weiteren ausgeführt: Ein Vergleich müsse auch die Kosten pro Sitzplatzkilometer und Personenkilometer sowie die Erträge umfassen. Für eine sachgerechte Gesamtbetrachtung spielten Elemente wie Frequenzen, Erträge, Bedienungskonzepte, Distribution, Infrastruktur, Fahrzeugbedarf und so weiter eine entscheidende Rolle: «Eine solche Gesamtbetrachtung widerlegt, dass die BLS unter gleichen Voraussetzungen teurer produziert als der RM.» Neben den nachfrage- und angebotsbedingten Unterschieden gebe es auch Abweichungen beim Personalaufwand. Dieser falle bei der BLS leicht höher aus, auch bedingt durch die Beiträge an die Altersvorsorge: «Dank Synergien mit anderen Verkehrssparten kann die BLS jedoch eine höhere Produktivität ausweisen.»
Nach der Fusion von BLS und RM – siehe auch Fusion im Eisenbahnsektor: «BLS und RM produzieren günstiger» vom Dienstag, 6. September 2005 –könne die S-Bahn Bern im Normalspurbereich aus einer Hand angeboten werden, heisst es in der Medienmitteilung. Nach einer Anlaufphase von rund zwei Jahren resultiere aus diesem Zusammengehen ein Synergiegewinn in der Grössenordnung von zehn Millionen Franken pro Jahr. Davon würden der Bund und die betroffenen Kantone – unter ihnen auch Solothurn und Luzern – als Eigner und vor allem als Besteller von Regionalverkehrsleistungen profitieren: «Es ist die Absicht beider Bahnunternehmen, den Auftrag der Haupteigner konsequent umzusetzen; die Fusion soll durch die Generalversammlungen 2006 beschlossen und auf Ende Juni 2006 vollzogen werden und rückwirkend auf den 1. Januar 2006 in Kraft treten.»
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