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Sport- und Einkaufszentrum Thun-Süd: Team aus Spiez, Bern und Zürich gewinnt Projektwettbewerb

Nun ist klar, wie das künftige Fussballstadion in Thun-Süd, die weiteren Sportanlagen und das Einkaufszentrum aussehen werden: Die Wettbewerbsjury hat unter zehn Eingaben das Projekt «Sole» des Teams Brügger Architekten, Spiez, und Pool Architekten, Zürich, als Siegerprojekt gewählt und empfiehlt es zur Weiterbearbeitung.

Das Einkaufszentrum soll laut Medienmitteilung ausschliesslich privat finanziert werden. Für die Sportanlagen werde heute mit Bruttoinvestitionen von 50 Millionen Franken gerechnet, für das Einkaufszentrum mit etwa 120 Millionen Franken: «Zu etwa 80 Prozent an die Finanzierung der Sportanlagen beitragen sollen Landverkäufe der Stadt in Thun-Süd auf jener Fläche, wo das Einkaufszentrum entstehen soll, und weitere Landveräusserungen; der Baubeginn in Thun-Süd soll im Jahr 2007 erfolgen, mit der Fertigstellung rechnet man Ende 2008.

«Das Projekt ‹Sole› hat das 15köpfige Preisgericht «städtebaulich und architektonisch, in seiner Klarheit und Angemessenheit wie auch als Akzent am südwestlichen Stadteingang Thuns überzeugt», heisst es dazu in einer Medienmitteilung: «Ein niedriger, rechteckiger Baukörper am Autobahnanschluss Thun-Süd, darin das Einkaufszentrum und das 10’000plätzige Fussballstadion unter einem Dach, das sich über den Zuschauertribünen leicht aufwölbt und durch die schräg angeordneten Masten der Flutlichtanlage überragt wird – dies sind die Hauptmerkmale des Projektes ‹Sole›, das im Projekt- und Ideenwettbewerb für Thun-Süd den ersten Preis erhalten hat.» Eingereicht wurde es laut Medienmitteilung durch das Team Brügger Architekten Spiez, Pool Architekten Zürich, Tschopp und Kohler Ing. GmbH, Bern, Emch und Berger AG Spiez und H. Klötzli / B. Friedli Landschaftsarchitekten Bern. «Dieses Projekt leistet einen überzeugenden Beitrag zur Frage, wie der südwestliche ‚Stadteingang’ von Thun baulich neu definiert und inszeniert werden kann», schreibe die Jury in ihrem Bericht. «Sole» überzeuge «durch die städtebauliche und architektonische Lösung ebenso wie durch die Klarheit und Angemessenheit des Konzeptes». Damit stehe fest, wie das Sport- und Einkaufszentrum beim Autobahnanschluss Thun-Süd dereinst aussehen soll.

Orientierungsabend und Ausstellung
im Foyer Schadausaal

pd. Noch bis 8. Oktober sind die im Rahmen des Projekt- und Ideenwettbewerbs Thun Süd eingereichten Projekte mit Modellen, Planskizzen und Visualisierungen im Foyer des Schadausaals ausgestellt. Am Donnerstag, 29. September um 20 Uhr findet im Schadausaal ein öffentlicher Orientierungsabend zu Thun Süd und Lachen beziehungsweise zum heute Dienstag vorgestellten Siegerprojekt «Sole» statt. Zunächst wird Gemeinderätin Ursula Haller das Vorhaben Thun Süd und Lachen sowie das politsiche Vorgehen erläutern. Danach werden Mitglieder der Jury das Wettbewerbsverfahren aufzeigen und das Siegerprojekt vorstellen. Im Anschluss findet im Foyer des Schadausaals eine Führung durch die Ausstellung der im Wettbewerb eingereichten Projekte statt. Die Ausstellung wird vom 27. September bis 8. Oktober zu sehen sein.

•  Orientierungsabend «Thun-Süd»: «Siegerprojekt für Sport, Freizeit und Einkauf». Donnerstag, 29. September, 20 Uhr, Schadausaal. Ergebnis des Projekt- und Ideenwettbewerbs. Ursula Haller, Gemeinderätin, Vorsteherin der Direktion Bildung und Entwicklung; Mitglieder der Jury. Eintritt frei.

•  Ausstellung der Wettbewerbs-Projekte im Foyer des Schadausaals. 27. September bis 8. Oktober. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 12 bis 14 und 17 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr. Sonntag geschlossen.

Den zweiten Preis vergab die Jury laut Medienmitteilung an das Projekt «Leandro» der Gauer Itten Messerli Architekten AG Bern und von Arup Sports Manchester (GB). Den dritten Preis habe «Einer für alle – alle für einen» der EM2N Architekten Zürich und von Weber / Brunner Architekten Zürich erhalten: «Als ‹Landschaftsskulptur von hoher städtebaulicher Qualität› im zweiten Rang klassiert und als Ankauf erworben, aber wegen Verstössen gegen das Wettbewerbsprogramm von einer Preisverleihung ausgeschlossen wurde das Projekt ‹Landschaft› der Neuenburger Architekten Geninasca Delefortrie SA. Als besondere und einzigartige Qualität des Siegerprojektes «Sole» hebe die Jury die Tatsache hervor, dass es keine «Restflächen» aufweise, verlautet im weiteren. Da alle Verkehrsflächen inklusive Anlieferung baulich in den Hauptkomplex integriert würden, könnten die Aussenräume ausschliesslich für Sportanlagen, Freiräume und Aufenthaltsbereiche genutzt werden: «Nördlich des Einkaufszentrums und des Stadions ist ein Nord–Süd-ausgerichteter Längsbau vorgesehen, der die Leichtathletiktribüne westlich davon und die Nebenbauten für die Rasenspielfelder östlich davon kombiniert.» Ein weiteres Merkmal des Siegerprojektes sei, dass die gesamte Parkieranlage offen auf dem Dach des Einkaufszentrums angelegt werde. Diese Lösung trage zu zu einer niedrigen Gesamtgeschossfläche und damit zu tieferen Gesamterstellungskosten bei: «Damit der Niveauunterschied zwischen dem Dach des Einkaufszentrums und dem Stadiondach verringert werden kann, ist das Spielfeld im Fussballstadion leicht ins Terrain abgesenkt.»

Familiengärten mit kleiner Flächenverschiebung

Eine Vorgabe der Wettbewerbsausschreibung habe darin bestanden, wird in der Medienmitteilung erinnert, dass die Familiengärten am Westrand des rund 150'000 Quadratmeter grossen Geländes – sie beanspruchten 23'000 Quadratmeter – «in ihrem Umfang zu erhalten» seien. Das erstrangierte Projekt «Sole» erfülle diese Bestimmung, indem lediglich eine kleine Fläche am Südostrand des Familiengarten-Terrains an das nordöstliche Ende verlegt werde.

Anonymisierte Jurierung

«Für die durch die Stadt Thun zu finanzierenden Sportinfrastrukturen mit Fussballstadion, Leichtathletikanlagen und vier Rasenspielfeldern wurden zwölf Teams – sie hatten sich unter 65 Bewerbungen vorqualifiziert – zu einem Projektwettbewerb eingeladen, für das privat zu realisierende Einkaufszentrum zu einem Ideenwettbewerb», heisst es im weiteren. «Obwohl unter den letztlich zehn eingereichten Projekten – zwei Teams, die Daniel Libeskind AG Bern und die Graber Pulver AG Bern – zogen sich zurück) auch drei mit ausländischer Beteiligung figurierten, ist nun ein in der Region Thun ansässiges Architektenteam – die Brügger AG aus Spiez – massgeblich am Siegerprojekt beteiligt.» Dies wird als eine ausserordentliche Leistung bezeichnet, handle es sich doch um einen internationalen, anonym durchgeführten Wettbewerb. Die Projekte seien nur mit einem Kennwort gekennzeichnet gewesen: «Die Urheber waren in keiner Weise erkennbar; die Namen der Teams wurden erst nach der Preiserteilung und Rangierung bekannt.»

Gewähltes Projekt zur Realisierung vorgeschlagen

Der künftige Investor sei gemäss einer Planungsvereinbarung aller vier sich bewerbenden Investoren mit der Stadt Thun verpflichtet, das gewählte Projekt zu realisieren, wird in der Medienmitteilung ausgeführt. Dessen Akzeptanz sei dadurch gewährleistet, dass die vier Realisierungsträger gemäss einem neuartigen Verfahren in der 15köpfigen Jury vertreten waren. Zudem sei eine Vorprüfung der Projekte durch Fachleute erfolgt, unter denen auch der Schweizerische Fussballverband sowie der Schweizerische Leichtathletikverband vertreten waren: «Voraussetzung zur Realisierung ist, dass das Stadtparlament am 9. Dezember die nötigen Umzonungen in Thun-Süd und am heutigen Stadion-Standort im Lachengebiet, die Vorlagen zum Landabtausch mit der Burgergemeinde und den Bruttokredit für den Bau der Sportanlagen bewilligt.» Die Stimmberechtigten hätten sodann am 12. Februar 2006 über den Landabtausch und den Kredit zu befinden. Die Umzonungsentscheide des Stadtrates unterlägen dem fakultativen Referendum. Sollte dieses ergriffen werden, würde die Volksabstimmung im Mai 2006 stattfinden.

Preisgericht mit 15 Mitgliedern. Das Preisgericht setzte sich aus acht Fachpreis- und sieben Sachpreisrichtern zusammen. Fachpreisrichter gewährleisteten die fachgerechte Beurteilung der eingereichten Projekte, während Sachpreisrichter den Auftraggeber, die Grundeigentümer und die Investoren vertraten. Die Zusammensetzung war. – Fachpreisrichter: Mark Werren, dipl. Architekt ETH / SIA / FSAI, Bern (Präsident); Eraldo Consolascio, dipl. Architekt ETH / BSA / SIA, Zürich; Jacques Richter, dipl. Architekt ETH / BSA / SIA, Lausanne; Fritz Schumacher, dipl. Architekt BSA / SIA; Basel; Christophe Girot, Architekt / Landschaftsarchitekt, Prof. ETH, Zürich; Peter Ess, dipl. Architekt FH / SIA, Direktor Amt für Hochbauten, Zürich; Matthias Wehrlin, dipl. Architekt / Planer ETH / SIA / SWB, Bern; Guntram Knauer, dipl. Architekt / Planer ETH / FSU / SIA, Stadtplaner, Thun. – Sachpreisrichter: Ursula Haller, Gemeinderätin, Thun; Rolf Reusser, Leiter Amt für Stadtliegenschaften, Thun; Markus Engemann, Präsident der Burgergemeinde Thun; Gerd Laube, Jelmoli AG; ChristianPeter, HRS Hauser Rutishauser Suter AG; Daniel Ducrey, Losinger Constructions AG; Werner Müller, Marazzi Generalunternehmung AG.

«Preis» und «Rang». Gemäss der SIA-Ordnung für Architekturwettbewerbe werden den besten Projekten, die das Wettbewerbsprogramm erfüllen und damit realisierungsfähig sind, Preise zuerkannt. Der erste Preis wird zur Weiterbearbeitung empfohlen. Daneben besteht die Möglichkeit, Wettbewerbsbeiträge, die einen hervorragenden Beitrag liefern, aber wegen Verstössen gegen die Programmbestimmungen von der Preiserteilung ausgeschlossen sind, anzukaufen. Dies geschah mit dem Projekt «Landschaft» des Neuenburger Teams GeninascoDelefortrie SA, dem wegen seiner hohen gestalterischen Qualitäten der zweiten Rang zuerkannt wurde.

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