Mittwoch, 21. September 2005 |
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Das Schloss Thun wird neu herausgeputzt
Dem Schloss Thun soll ein helleres, kalkfarbenes Kleid verpasst werden: In den Jahren 2005 und 2006 restauriert der Kanton Bern die Fassaden des Thuner Schlossturms. Der letzte ganzheitliche Verputz der Aussenmauern erfolgte vor mehr als 300 Jahren. Der Gesamtaufwand für die Instandstellung der Fassaden beträgt insgesamt 900 000 Franken. Die kantonale Denkmalpflege hat beim Bundesamt für Kultur einen Bundesbeitrag von 225 000 Franken beantragt, der den Kanton entlasten soll.
Das Schloss Thun als weithin sichtbares Wahrzeichen in einzigartig prägnanter Form geht auf einen klaren,
einmal gefassten Baugedanken der Zeit um das Jahr 1200 zurück. Mit dem Bau des grossen Turms oder Donjons
wollte Herzog Berchtold V. von Zähringen seinen Anspruch auf das Oberland sinnfällig bekunden. Diese
Wirkung nach aussen als repräsentative Darstellung der Macht war denn auch Hauptfunktion des Turms. (Archivbild Dora Schmid-Zürcher)
aid/bns. Im Jahr 1986 seien die Dächer des Thuner Schlossturms saniert worden, wird in einer Medienmitteilung erinnert: «Bereits damals zeigte sich, dass der Verputz des Turms grossflächige Abplatzungen aufwies; mit Verputzflicken wurden die nötigsten Löcher ausgebessert.» In den letzten 20 Jahren habe der Wind und Wetter besonders ausgesetzte Turm erhebliche Schäden erlitten. Überall hätten sich grossflächige Putzabplatzungen gezeigten: «Diese liessen das Regenwasser eintreten, so dass sich die Schäden rasch vergrösserten.» Daher habe sich das kantonale Amt für Grundstücke und Gebäude entschlossen, die Fassaden des Turms in den Jahren 2005 und 2006 in zwei Etappen zu sanieren.
«Bei der Untersuchung der Fassaden durch den Restaurator zeigte sich, dass der Thuner Schlossturm in den 800 Jahren seiner Existenz bisher nur drei Mal als Ganzes verputzt worden ist», verlautet im weiteren. Beim Bau um das Jahr 1200 sei der Turm in der romanischen Pietra-rasa-Technik verputzt worden, unter Freilassung der Steinköpfe. Mit der Erneuerung der Türmchenaufsätze in den Jahren 1434/35 habe Bern den Turm erstmals flächig verputzen liess. Letztmals sei das Gebäude im 17. Jahrhundert gesamthaft verputzt worden: Als ausserordentliche Seltenheit sind laut Medienmnitteilung grosse Teile der mittelalterlichen Verputzschichten erhalten geblieben. Diese sollen nun erneut durch einen flächendeckenden Verputz geschützt werden: «Das geflickte, grau-verwaschene Bild des Turms wird nach der Restaurierung einem einheitlichen, viel helleren kalkfarbenen Kleid Platz machen.» Die Präsenz des Turms im Stadtbild werde sich dadurch erheblich verstärken: «Nach Abschluss der Etappe 2005 werden sich die zwei restaurierten Fassaden deutlich von den zwei abgenutzten Seiten abheben, die im kommenden Jahr restauriert werden.»
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