Samstag, 24. September 2005 |
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Unesco-Welterbe Jungfrau – Aletsch – Bietschhorn:
Acht weitere Kerngruppen an der Arbeit
Im Unesco-Welterbe Jungfrau – Aletsch – Bietschhorn (JAB) wird die Arbeit von acht weiteren Aktionsfeldern in den Bereichen «Natur- und Lebensraum», «Wirtschaft und Kultur» sowie «Organisation und Kommunikation» aufgenommen. Der Vorstand der Trägerschaft hat laut einer Medienmitteilung die Kerngruppen beauftragt, Aktionspläne zu entwickeln und geeignete Umsetzungsprojekte aufzuzeigen und auszuarbeiten.
Blick von Habkern / Beatenberg aus auf Eiger, Mönch und Jungfrau. (Archivbild Peter Schmid)
«Nach einem umfangreichen Forenprozess zur Bestimmung von Zielen, Massnahmen und Aktionsfeldern für das Unesco-Welterbe Jungfrau – Aletsch – Bietschhorn haben neun Kerngruppen bereits im Februar 2005 ihre Arbeit aufgenommen», wird in der Medienmitteilung erinnert. Erste Resultate seien am Welterbe-Gesamtforum im Sommer 2005 in Grindelwald präsentiert worden: «Nun werden acht weitere Gruppen beauftragt, Aktionspläne zu erarbeiten; bis im Dezember 2005 werden alle 21 Aktionsfelder in den Aktionsbereichen Natur- und Lebensraum, Wirtschaft und Kultur sowie Organisation und Kommunikation lanciert sein.»
Vom Wald bis zum Lobbying
«Wie bereits die früher gestarteten Gruppen, beschäftigen sich die acht neuen Kerngruppen mit vielfältigen Aktionsfeldern», verlautet dazu im einzelnen. Unter dem Titel «Naturnaher Wald» entwickle eine Gruppe unter Norbert Carlen, Inspektor an der Dienststelle für Wald und Landschaft, Sitten, Ideen für eine naturnahe Gebirgswaldpflege und –nutzung im Dienst von Natur und Mensch. Die Kerngruppe «Hohe Biodiversität» mit Peter Kernen, Pro Natura Oberwallis, entwickle Schutzkonzepte und erarbeite Fördermassnahmen für Lebensräume und Lebensgemeinschaften. In der dritten Gruppe im Aktionsbereich «Natur- und Lebensraum» gehe es unter dem Titel «Traditionelle Kulturlandschaft» darum, den Reichtum der traditionellen Landschaften und Siedlungen durch Vernetzung und Abgeltungen zu sichern. Sie werde geleitet von Dominik Michlig, Forstingenieur und Raumplaner ETH.
Im Aktionsbereich «Wirtschaft und Kultur» werden laut Medienmitteilung zwei Kerngruppen lanciert. Eine beschäftige sich unter dem Titel «Touristische Transportanlagen» mit der Konkretisierung sowie der politischen und planerischen Absicherung von Visionen zur Entwicklung, Vernetzung und Begrenzung von touristischen Transportanlagen. Diese Gruppe werde geleitet von Roman Müller, Bauingenieur und Supervisor: «Die Kerngruppe ‹Umweltgerechte Energienutzung› unter Peter Aschilier, Präsident des Oberwalliser Forstvereins, will Modelle, Vorzeigeprojekte und Informationen zur effizienten und umweltgerechten Energienutzung unterstützen und regionale Kreisläufe schliessen.»
«Konsequentes JAB-Lobbying»
Im Aktionsbereich «JAB-Organisation und JAB-Kommunikation» schliesslich sollen drei Gruppen die Arbeit aufnehmen: «Eine Gruppe unter dem Labelspezialist, Ulrich Schmid soll Vorschläge für ein ‹branchenübergreifendes JAB-Labeling› erarbeiten und die zweite Gruppe unter Walter Steuri, Vorsitzender der Geschäftsleitung Jungfraubahnen und Vorstandsmitglied des JAB-Trägervereins, entwickelt Ideen für ein ‹konsequentes JAB-Lobbying›.» Die Gruppe ziele darauf ab, dass alle Akteure aktiv für die JAB-Ziele wirkten und diese als Querschnittsaufgabe in ihre Netzwerke mit einbezögen. Die Projektgruppe «JAB-kompetente Akteure» sei in die bereits bestehenden Kerngruppen «JAB-sensibilisierte Öffentlichkeit» und «JAB-motivierte Schüler» unter der Leitung von Marco Bomio, Sekundarlehrer und Präsident des kantonalbernischen Bergführerverbandes, integriert worden.
Hohe Erwartungen
Die Kerngruppen bestehen laut Medienmitteilung aus fünf bis sieben Mitgliedern und einer Leadperson: «Diese entwickeln auf der Basis der definierten Oberziele, Ziele und Massnahmen aus der Charta vom Konkordiaplatz, Aktionspläne.» Die Mitglieder der Kerngruppen wiesen neben interdisziplinärem Wissen auch Kenntnisse über die Region, Verständnis für die regionalen Besonderheiten sowie Begeisterung für das Welterbe aus. Der im Frühjahr 2004 eingeleitete Forenprozess sei mit hohen Erwartungen verbunden. Zahlreiche Teilnehmer erhofften sich, dass der Konflikt zwischen Schutz und Nutzung im Welterbe bereinigt werden könne: «Die Teilnehmer an den Foren wünschten sich durchwegs mehr Eigenverantwortung für die Bewohner des Weltnaturerbes und der umliegenden Gemeinden, die teilweise ein grosses Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Welterbe haben.»
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