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Freitag, 22. April 2005
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Kritik an verschlechterten Verbindungen im öffentlichen Verkehr: Unter anderem betragen die Umsteigezeiten auf die Züge der Berner Oberland-Bahn (BOB) in Interlaken Ost laut einer Motion neu 17 Minuten und die touristisch sehr wichtigen Anschlüsse der BOB auf den Brünigschnellzug würden jeweils um zwei Minuten verpasst. (Bild Peter Schmid)

Motion gegen verschlechterte Verbindungen im öffentlichen Verkehr

Mit einer vom Gimmelwalder SP-Grossrat Emil von Allmen und 53 Mitunterzeichner eingereichten Motion soll der Regierungsrat des Kantons Bern beauftragt werden, «alles zu unternehmen, um in Interlaken Ost einen Vollknotenbahnhof zu realisieren; die Realisierung des Vollknotenbahnhofs Interlaken Ost ist auf den Eröffnungszeitpunkt des Lötschbergbasistunnels umzusetzen.»

Könnten die Fahrzeiten Interlaken–Bern auf 52 Minuten gekürzt werden? (Archivbild Peter Schmid)

pd/bns. Mit der Motion soll Druck aus der Bevölkerung und insbesondere aus Tourismuskreisen gegen verschlechterte Verbindungen im öffentlichen Verkehr im Berner Oberland gemacht werden. – Die Begründung im Wortlaut: «Mit der ‹Bahn 2000› sollten die Bahnverbindungen ‹häufiger, rascher, direkter und bequemer› werden. Die geweckten Erwartungen waren gross. Seit dem 12. Dezember 2004 ist nun die erste Etappe ‹Bahn 2000› und der neue Fahrplan in Betrieb und die Ernüchterung und Enttäuschung in verschiedenen Regionen, so auch im Oberland Ost, ist entsprechend. Neben einigen unbestrittenen Verbesserungen, wie halbstündlichen Verbindungen von Interlaken nach Bern sowie Spätverbindungen, dem Halbstundentakt Interlaken–Meiringen und Verbesserungen im Fernverkehr, zeigen sich nun gravierende Verschlechterungen, insbesondere bei den inneren Verbindungen im Oberland:

– Die Fahrzeiten der Züge Bern–Interlaken Ost verlängerten sich, trotz Ausbau der Strecke für Höchstgeschwindigkeiten bis 160 Stundenkilometer, von 53 Minuten auf bis zu einer ganzen Stunde, was zur Folge hat, dass die Züge in Interlaken West kreuzen müssen mit entsprechender Behinderung des Privatverkehrs vor den Barrieren.

– Die Umsteigezeiten auf die Züge der Berner Oberland-Bahn (BOB) in Interlaken Ost betragen neu 17 Minuten.

– Die touristisch sehr wichtigen Anschlüsse der BOB auf den Brünigschnellzug werden jeweils um zwei Minuten verpasst.

– Teilweise führen die Anschlüsse der BOB aus den Lütschinentälern für Reisende nach Bern auf die Regionalzüge und erfordern ein Umsteigen in Spiez auf die Intercityzüge.
Schlechte Verbindungen Simmental–Kandertal–Brig.

Lückenhafte Verbindungen nach Wengen, Mürren, Gimmelwald und so weiter.
Berufs- und Mittelschüler und treffen in Interlaken verteilt über 45 Minuten ein, was nicht durch Anpassungen beim Schulbeginn aufgefangen werden kann. Die Schüler müssen extrem lange Wartezeiten am Morgen und Abend in Kauf nehmen.

All diese Verschlechterungen machen den öffentlichen Verkehr unattraktiver für Pendler und Schüler. Besonders schwerwiegend sind sie aber, da das Oberland vorwiegend vom Tourismus abhängt. Touristen, insbesondere solche aus Übersee, sind meist mit dem öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs. Das Berner Oberland ist die Tourismusregion der Schweiz mit dem höchsten Anteil an Gästen, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen. Um so gravierender wirkt sich ein unattraktiver öffentlichen Verkehr auf die Oberländer Wirtschaft aus. Insbesondere mit der Inbetriebnahme des Lötschbergbasistunnels Ende 2007 könnte ohne Gegenmassnahmen die geschilderte Situation zu einem gewaltigen Wettbewerbsnachteil für den Oberländer Tourismus werden. Dannzumal werden Reisende aus Zürich, Basel oder Bern in der gleichen Zeit, wie sie nach Grindelwald, Wengen oder Mürren reisen, nach Saas Fee oder Zermatt gelangen.

Nicht alle, aber viele der Verkehrsprobleme könnten mit der Realisierung des ursprünglich versprochenen ‹Vollknotenbahnhofs Interlaken Ost› gelöst werden. Dieser Vollknoten würde eine zentrale Rolle für das ganze Oberland Ost und darüber hinaus spielen:

– Die Fahrzeiten von Bern, und damit aus allen nördlichen Regionen der Schweiz, in die Lütschinentäler könnten um 15 Minuten verkürzt werden.

– Die problematische Kreuzung in Interlaken West könnte eliminiert werden.

– Die Fahrzeiten Interlaken–Bern könnten insbesondere für die Pendler auf 52 Minuten gekürzt werden.

– Die touristisch äusserst wichtigen Anschlüsse von der BOB auf die Brünigschnellzüge könnten wieder hergestellt werden.

Wenn dazu noch bei einigen andern Schwachpunkten Verbesserungen erzielt werden könnten, würde die Region wieder bessere Perspektiven für Pendler, Schüler und für den wichtigsten Wirtschaftszweig, den Tourismus, bekommen.»

Berner Oberland News

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004





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