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Ibrahim al-Koni erhält den Grossen Literaturpreis 2005
Der mit 20'000 Franken dotierte Grosse Literaturpreis 2005 des Kantons Bern geht an den in Goldiwil bei Thun lebenden Schriftsteller Ibrahim al-Koni. Die kantonale deutschsprachige Literaturkommission würdigt damit das literarische Gesamtwerk dieses libyschen Autors mit Wahlheimat Bern.
aid/bns. Hartmut Fähndrich aus Bern erhält laut einer Medienmitteilung für seine deutschen Übersetzungen der Werke al-Konis einen Anerkennungspreis von 5000 Franken. Die öffentliche Preisverleihung finde am 9. Juni 2005 um 20 Uhr im Schlachthaus Theater Bern statt.
«Der Kanton Bern ist keine literarische Wüste», heisst es in der Medienmitteilung: «Diese Tatsache erscheint mit Blick auf den Wahlberner Autor Ibrahim al-Koni in einem neuen Licht.» Die Wüste bilde den Mittelpunkt im literarischen Schaffen dieses im Jahr 1948 geborenen und seit 1993 in Goldiwil bei Thun lebenden libyschen Schriftstellers. Ibrahim al-Koni zähle zu den wichtigsten arabischen Autoren der Gegenwart. In über 40 Werken beschäftige er sich seit Jahrzehnten mit der Sahara als Lebens- und Mythenraum des Nomadenstamms der Tuareg. Insgesamt seien seine Romane, Erzählungen und Aphorismen weltweit in über 30 Sprachen übersetzt worden: «Für sein literarisches Gesamtwerk zeichnet die kantonale deutschsprachige Literaturkommission Ibrahim al-Koni mit dem Grossen Literaturpreis 2005 des Kantons Bern in der Höhe von 20'000 Franken aus.»
Das zentrale Motiv im literarischen Werk von Ibrahim al-Koni ist laut Medienmitteilung «die sowohl geistig als auch körperlich aufzufassende rastlose Wanderung des Menschen». Die religiös aufgeladenen Themen der Migration, der Ruhelosigkeit, des Umherziehens und der Wanderung würden im Schaffen von Ibrahim al-Koni durch die Sehnsucht nach Sesshaftigkeit problematisiert: «In diesem Spannungsfeld gibt sich der Schriftsteller auch als Philosoph zu erkennen; er überliefert damit nicht nur das Gedankengut der Tuareg, sondern er vermittelt auch zwischen der arabischen und der europäischen Kulturgeschichte.»
Derzeit seien sieben Bücher von Ibrahim al-Koni auf Deutsch im Basler Lenos Verlag erhältlich, verlautet im weiteren; darunter auch sein Hauptwerk «Die Magier. Das Epos der Tuareg» sowie die Aphorismensammlung «Schlafloses Auge». Ins Deutsche übersetzt worden seien diese Werke vom Orientalisten Hartmut Fähndrich, der seit dem Jahr 1972 in der Stadt Bern lebe. Mit seinen Übersetzungen habe er die Verbreitung des literarischen Werks von Ibrahim al-Koni im deutschen Sprachraum erst möglich gemacht: «Für seine Übersetzungsleistung erhielt Hartmut Fähndrich 2004 den Übersetzerpreis der Arabischen Liga; nun wird er von der deutschsprachigen Literaturkommission des Kantons Bern mit einem Anerkennungspreis von 5000 Franken geehrt.»
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