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| Zeitlich gestaffelt wurden insgesamt 18 Interlakner Kutschen zur Kontrolle beim Hotel du Nord erwartet. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
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Seit 60 und 50 Jahren: Zwei Kutscherjubilare in Interlaken
Die beiden Unterseener Kutscher Fritz Steinmann und sein Bruder Ferdinand Steinmann haben in diesem Jahr zum 60. beziehungsweise 50. Mal in ununterbrochener Folge die Interlakner Kutschenbewilligung gelöst.
Ferdinand Steinmann (links) mit Kutschenpferd Marlis und sein zehn Jahre älterer Bruder Fritz
ds. An der diesjährigen Kutschenkontrolle auf dem Höheweg beim Hotel Du Lac, wurden die Gebrüder Fritz und Ferdinand Steinmann am Freitagvormittag von der Gemeinde Interlaken geehrt: Als Vertreter der Polizeikommission überreichten ihnen Gemeinderat Werner Prantl und GGR-Präsident Daniel Beutler ein Geschenk und auch die Kutschenbewilligungsgebühr von 200 Franken wurde zurückerstattet.
Bei den alljährlichen Kontrollen werden die Kutschern auf ihre Verkehrstüchtigkeit und Betriebssicherheit überprüft. Unter anderem wird kontrolliert, ob die Kutsche gepflegt ist, die Kotflügel keine Verletzungsgefahr für die Passagiere bergen, die Bremsen, der Boden, der Fusstritt zum Einsteigen sowie die Lampen und Rückstrahler in Ordnung sind. An der Kutschenkontrolle muss überdies ein Versicherungsnachweis beigebracht werden. Mitgenommen werden dürfen fünf Passagiere, vier in der Kutsche und ein zusätzlicher Fahrgast auf dem Kutschbock.
Daniel Beutler betonte bei der Ehrung der beiden Kutscher, dass Interlaken für einmal nicht nur Gebühren einziehen, sondern die beiden Kutscher auch ehren wolle, denn sie gehörten seit vielen Jahren zum Dorfbild von Interlaken. Früher hätten die Gebrüder Steinmann im Winter noch oft Holz führen können und im Sommer neben ihrem Bauernbetrieb zwischen Heuen und Emden an einer der vier Standorte Bahnhof West, Bahnhof Ost, Schiffstation Ost und bei der Wetterstation gegenüber dem Grand Hotel Victoria-Jungfrau gestanden. Die Fahrkosten hatten sich laut einem Tarifblatt vom 14. Mai 1920 auf zwei Franken für eine Person plus ein Franken je zusätzliche Person. Heute würden pro halbe Stunde 35 Franken bezahlt.
Die Gebrüder Steinmann sind die dienstältesten Kutscher in Interlaken und gehören im Sommer zum Dorfbild. Fritz Steinmann, Jahrgang 1921, hat nach eigenen Angaben im Jahr 1938 zum ersten Mal eine Kutschenbewilligung gelöst und dann nach dem Krieg laut Polizeiinspektorates Interlaken wieder bis heute in ununterbrochener Reihenfolge alle Jahre erneuert. Fritz Steinmann hat in diesem Jahr seine Kutsche zum 60. Mal vorgeführen und eingelöst. Fritz Steinmann ist der älteste Kutscher in Interlaken. Sein Bruder Ferdinand Steinmann mit Jahrgang 1931 hat erstmals im Jahr 1955 eine Kutsche eingelöst und seither ohne Unterbruch erneuert. Ferdinand Steinmann hat in diesem Jahr die 50. Bewilligung gelöst.
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Von links nach rechts: Fritz Steinmann, Jahrgang 1921, Gemeinderat Werner Prantl, GGR-Präsident Daniel Beutler und Ferdinand Steinmann, Jahrgang 1931. |
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| Berner Oberland News |
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