Donnerstag, 11. August 2005 |
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Ambrosie – ein aggressiver Neueinwanderer schadet der Gesundheit
Die auch als Traubenkraut bezeichnete aus Noramerika eingeschleppte Aufrechte Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia L.) kommt uns möglicherweise teuer zu stehen. Denn ihre Pollen lösen laut einer Medieninformation der Naturschutzorganisation Pro Natura schwere allergische Reaktionen der Atemwege aus: «Wer sie ausreisst und vernichtet, tut heutigen und zukünftigen Allergikern etwas Gutes.»
Die Aufrechte Ambrosie – eine Gefahr für Allergiker.
(Bild: zvg/Peter Rüegg, Pro Natura)
Nordamerika ist die Heimat der Aufrechten Ambrosie oder Traubenkraut. Dort hätte sie auch bleiben können. Als ungewollte Beigabe im Sonnenblumen- und Weizensaatgut hat sie aber den Weg nach Europa gefunden – und breitet sich nun rasch aus. Ihr wissenschaftlicher Name Ambrosia täuscht darüber hinweg, dass es sich bei dieser Pflanze um ein besonders aggressives Kraut handelt. Jetzt, im August beginnt das Traubenkraut zu blühen. Seine Pollen haben es in sich. Sie sind winzig klein und dringen auch in die unteren Luftwege des Menschen ein. Dort entfalten sie ihre verheerende Wirkung. Kaum eine andere Pflanze kann derart starke allergische Reaktionen der Atemorgane hervorrufen wie die Ambrosie. Traubenkraut-Pollen verursachen in gewissen Gegenden der USA und Kanadas regelrechte Asthma-Epidemien mit hohen direkten und indirekten Gesundheitskosten.
In der Po-Ebene, auf dem Balkan und rund um Lyon ist das Traubenkraut bereits weit verbreitet. In der Schweiz hat sie bisher erst die wärmsten Ecken erobert: die Region Basel, Zürich, Genf und das Tessin. Fachleute befürchten, dass der Vormarsch der Ambrosie und mit ihr die Pollenallergien kaum mehr gestoppt werden kann, wenn die Behörden die Pflanze nicht rasch genug bekämpfen. Da das Traubenkraut seinen Siegeszug durch die Schweiz erst angetreten hat, ist das Ausreissen von Hand vor der Blüte immer noch am effizientesten. «Mithelfen können alle, die die Pflanze finden», sagt Ueli Berchtold, Neophytenspezialist bei Pro Natura. Beim Ausreissen der Pflanze müssen aber Handschuhe getragen werden. Allergiker dürfen sie nicht anfassen. Blüht die Ambrosie, sollte man eine Schutzbrille und eine Staubmaske tragen. Ausgerissene Pflanzen gehören in die Kehrichtverbrennung und nicht in den Kompost.
| Berner Oberland News |
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