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Der überflutete Campingplatz «Sackgut» in Interlaken. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
Auch am Brienzersee Schadengrenze überschritten
Der Brienzersee hat am früheren Montagnachmittag die Schadengrenze von 564,90 Meter über Meer (Normalnull) überschritten: Um 13.10 Uhr wurde ein Stand von 564,95 Meter erreicht. Um 16.10 Uhr waren es bereits 565,10 Meter. Das Wasser- und Energiewirtschaftsamt des Kantons Bern hat laut einer Medienmitteilung den Hochwasseralarm für die Region ausgelöst: «Der Wasserspiegel steigt stündlich um fünf Zentimeter weiterhin an.»
Die hochgehende Lütschine brandet schmutziggrau gegen die gesperrte Brücke der Interlakenstrasse in Bönigen.
pkb/aid/S. Mit ebenfalls rund fünf Zentimeter pro Stunden steigen nach Angaben des kantonalen Wasser- und Energiewirtschaftsamtes die Wasserstandspegel
– siehe auch Link auf Aktuelle Seewasserstände und Abflussmengen – auch am Thuner- und am Bielersee sehr stark an: «Der Thunersee hat inzwischen einen Stand von 558,53 Meter über Meer erreicht, der Bielersee einen Stand von 529,95 Meter über Meer.» Beim Thunersee – siehe auch
Unwetterschäden, Hochwasser und weiter steigende Seepegelstände vom Montag, 22. August 2005 – sei die Schadengrenze am Morgen überschritten worden. Die Schadengrenze am Bielersee liege bei 530,25 Metern über Meer. Aufgrund der Wettervorhersagen sei in den nächsten Stunden nicht mit einer Entspannung der Situation zu rechnen.
Auch nach Angaben der Polizei ist die Unwettersituation im Kanton Bern immer noch angespannt: «Gemeinde- und Bezirksführungsorganisationen sowie Feuerwehren und Zivilschutzangehörige stehen im Grosseinsatz; betroffen sind vor allem das Gebiet entlang Ilfis und Emme sowie die Region Thunersee.» Die ergiebigen Regenschauer, die von Sonntagabend bis Montagmittag den Kanton Bern heimsuchten, führten laut einer Medienmitteilung zum Einsatz von rund 150 Feuerwehrskorps und zahlreichen Zivilschutzangehörigen im Kanton Bern. In den vom Unwetter betroffenen Gemeinden seien die Gemeindeführungsorganisationen im Einsatz; im Amt Signau sogar das Regionale Führungsorgan. Das kantonale Führungsorgan unter der Leitung von Stefan Blättler, Kommandant-Stellvertreter der Kantonspolizei Bern, unterstütze zusammen mit der Kantonspolizei die Anstrengungen der Einsatzkräfte mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Im ganzen Berner Oberland stünden Dutzende Feuerwehren im Einsatz: «Vielerorts wurden zahlreiche Wassereinbrüche gemeldet; die meisten Flüsse und Bäche führen Hochwasser und zum Teil sind sie bereits über die Ufer getreten.» In Meiringen sei die Alpbachsperre montiert worden. Wegen Hochwasser in der Gemeinde Oey hätten Bewohner evakuiert und in Interlaken ein überfluteter Zeltplatz geräumt werden müssen: «Auch im Amt Obersimmental mussten Campingplätze evakuiert werden.»
Viele Erdrutsche
Für die Gemeinden Thun, Frutigen, Adelboden, Zweisimmen, Hasliberg, Meiringen und Bönigen stünden die Gemeindeführungsorganisationen im Einsatz, verlautete im weiteren. Im Amt Niedersimmental sei die Bezirksführungsorganisation zusammengetreten: «Vielerorts sind Strassen durch Erdrutsche verschüttet worden, so beispielsweise im Simmental, im Kandertal und in Faulensee. In anderen Gemeinden wie am Jaunpass, in Uebeschi, Zwieselberg oder in Eriz führten kleinere Erdrutsche ebenfalls zu Behinderungen. In Hondrich kam es in der Folge eines Erdrutsches auf den Geleisen zur Streifkollision zwischen zwei Lokomotiven von Regionalzügen der BLS. Verletzt wurde niemand.» Ab neun Uhr vormittags seien die ersten Meldungen aus dem Gwatt (Gemeinde Thun) über Wassereinbrüche in Liegenschaften eingegangen. Diverse Wassereinbrüche seien zudem aus dem Bälliz in Thun gemeldet. Der Thunersee habe die Schadengrenze überstiegen und steige immer noch an: «Wegen der grossen Ansammlung von Schwemmholz mussten Schwemmholzsperren errichtet werden.» Die Autobahn A8 zwischen Interlaken und Brienz ist nach Angaben der Kantonspolizei seit etwa fünf Uhr früh in beiden Richtungen, teilweise im Wechselverkehr, befahrbar, während bei Ebligen (Oberried am Brienzersee) auf der rechten Brienzerseestrasse eine Holzbrücke weggerissen worden sei.
– Die SBB ziehen laut einer Medienmitteilung den Einsatz von Sonderzügen zwischen Bern und dem Berner Oberland in Erwägung, wenn die Situation es erfordere.
«Keine akute Krisensituation in Adelboden»
Sowohl die Staatsstrasse Adelboden–Frutigen als auch die alte Strassenverbindung Adelboden–Frutigen bleiben laut einer Medienmitteilung der Gemeindeführungsorganisation (GFO) von Adelboden bis auf weiteres offiziell gesperrt: «Grundsätzlich besteht keine akute Krisensituation in Adelboden.» Zudem seien einige Nebenstrassen und Wanderwege unterbrochen. Ebenso seien die Strassen- wie die Bahnlinien zwischen Frutigen und Spiez bis auf weiteres gesperrt. Zur sofortigen Schadensbehebung stünden private Bauunternehmungen im Einsatz. Dabei habe die Wiedereröffnung der wichtigsten Verkehrsverbindungen erste Priorität. Ersten Umfragen zufolge verhielten sich sowohl die Bevölkerung als auch die Gäste relativ gelassen. Adelboden Tourismus habe im Auftrag der GFO kurzfristig ein breitgefächertes Infosystem aufgebaut: Informationsschreiben per Mail an Medien, Partner, Hotel und so weiter, Hinweis auf der Website www.adelboden.ch, Plakate mit den aktuellsten Informationen, Schalterdienst über Mittag und am Abend, Telefon 033 673 80 80 (Büro) und Telefon 033 673 80 97 (Anrufbeantworter mit aktuellstem Lagebericht). Im weiteren seien für die Gäste ein Kinoprogramm und Führungen im Heimatmuseum organisiert.
Sperrungen und Verkehrsbehinderungen
Folgende Strassenzüge sind laut Kantonspolizei gesperrt oder mit Behinderungen befahrbar (Stand 17 Uhr):
| Berner Oberland |
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Hauptstrassen Spiez–Kandersteg sowie Spiez–Aeschi–Mülenen |
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Hauptstrasse Frutigen–Adelboden |
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Hauptstrasse Bönigen–Wilderswil |
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Hauptstrasse Spiez–Saanen zwischen Latterbach und Zweisimmen in beiden Richtungen; Schattseitenstrasse gesperrt |
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Hauptstrasse rechtes Thunerseeufer: Thun–Merligen–Interlaken: es ist mit Wartezeiten zu rechnen |
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Hauptstrasse Thun–Goldiwil–Heiligenschwendi |
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Strasse Eriz–Linden–Innereriz; diverse Strassen in Eriz |
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Strasse Innereriz–Schangnau |
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Verbindungsstrasse Diemtigtal ab Simmenbrücke Oey |
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Strasse Kiental–Reichenbach in beiden Richtungen gesperrt |
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Die Brünigstrecke ist von Bernerseite her bis Lungern befahrbar |
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Hauptstrasse Zweilütschinen–Grindelwald |
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Strasse Lauterbrunnen–Stechelberg |
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Wilderswil: Alte Gsteigbrücke |
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Grimselpass: Wegen Erdrutsch ist die Hauptstrasse Guttannen–Gletsch in beiden Richtungen gesperrt (offen bis Guttannen) |
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Sustenpass: Die Hauptstrasse Meiringen–Wassen ist in beiden Richtungen wegen Erdrutsch gesperrt |
Mittelland/Emmental-Oberaargau und Seeland |
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Autobahn A6 Richtung Thun zwischen Muri und Rubigen in Fahrtrichtung Oberland |
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Hauptstrasse Niederbipp–Langenthal (Aarebrücke in Aarwangen gesperrt) |
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Hauptstrasse Langnau–Wolhausen ab Kantonsgrenze |
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Hauptstrasse Konolfingen–Zäziwil |
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Hauptstrasse Bleiken–Heimenschwand |
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Hauptstrasse Niederbipp–Langenthal (Brücke in Aarwangen gesperrt) |
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Kantonsstrasse Buttenried–Frieswil beim Kraftwerk Mühleberg |
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Durchfahrt Ramsei |
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Im Raum Langnau ist mit Behinderungen zu rechnen (Gebiet weiträumig umfahren) |
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Autobahn A5–Einfahrt Biel in Richtung Solothurn |
| Die aktuelle Verkehrssituation kann über die Internetseite www.viasuisse.ch abgerufen werden. |
| Hinweise der Kantonspolizei an die Bevölkerung |
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Motorfahrzeugführer werden dringend gebeten, die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen. |
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Bootsbesitzer sind aufgerufen, die Seil- und Kettenlängen dem Wasserstand anzupassen (Gefahr von auslaufendem Benzin und Oel bei Kenterungen). |
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Die Bevölkerung im Uferbereich der Seen wird gebeten, ihr Eigentum vor dem Eindringen des Wassers nach Möglichkeit zu schützen und Wertgegenstände wie Kühlschränke oder Tiefkühltruhen sowie andere Elektrogeräte und wassergefährdende Stoffe aus den Kellern zu entfernen. Zudem wird sie aufgefordert, die Heizöltanks zu sichern. |
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Vielenorts ist festgestellt worden, dass Zuschauer die Arbeiten der Feuerwehren und weiteren Hilfsorganisationen bestaunen und sich daher in Gefahrenstellen begeben. Das Aufhalten in den gefährdeten Zonen ist zu unterlassen. |
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Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die grossen Niederschlagsmengen und Erdrutsche bei einzelnen Wasserversorgungen zu Trinkwasserverunreinigungen führen. Die Information bei Problemen erfolgt durch die Gemeinde oder die Wasserversorgung. Bei Verunreinigungsverdacht (ungewöhnlicher Geruch, Geschmack oder Aussehen des Trinkwassers) wird empfohlen, vorsichtshalber nur noch abgekochtes Leitungswasser zum Trinken und für die Zubereitung von roh konsumierten Lebensmitteln zu verwenden.
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| Berner Oberland News |
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